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Times mager: B-Movie

In Hamburg kommt es zu einer Filmvorführung, zu der vor der Tür des Programmkinos B-Movie Kameras aufgebaut werden. Der zweite Versuch "Warum Israel" von Claude Lanzmann von 1973 zu zeigen. Von Harry Nutt

Harry Nutt ist Korrespondent der Frankfurter Rundschau in Berlin.
Harry Nutt ist Korrespondent der Frankfurter Rundschau in Berlin.
Foto: FR

In Hamburg kommt es am Sonntag, 16 Uhr, zu einer Filmvorführung, zu der wohl auch draußen vor der Tür des Programmkinos B-Movie die Kameras aufgebaut werden. Es handelt sich um den zweiten Versuch, "Warum Israel", einen Film von Claude Lanzmann aus dem Jahr 1973 zu zeigen. Der Regisseur von "Shoah" geht in seiner Dokumentation der Frage nach, was Normalität in dem jüdischen Staat sein kann.

Der erste Anlauf, den Film zu zeigen, wurde von einer sich linksradikal positionierenden Gruppe verhindert. Das Kino auf St. Pauli war durch den Nachbau eines israelischen Checkpoints verbarrikadiert worden. Die Gruppe nannte ihr Tun eine antizionistische Aktion. Wer dennoch versuchte hinein zu gelangen, wurde fotografiert und als Nazischwein beschimpft.

Als schockierend empfand es Claude Lanzmann, dass der Vorfall vom 25. Oktober in der Öffentlichkeit zunächst keinen Widerhall fand. "Es darf nicht passieren", sagte Lanzmann der Wochenzeitung Freitag, "dass sich die Deutschen wieder wie Aristokraten aufspielen und naserümpfend sagen: Die sind nicht von uns, das sind linksextremistische Spinner, die verfügen über keinerlei politische Hausmacht."

In Berlin wird unterdessen darüber gestritten, ob die Urheber von politisch motivierter Gewalt nicht doch über eine Hausmacht verfügen. Im Innenausschuss des Berliner Senats war es zu einer Auseinandersetzung über die so genannte Silvio-Meier-Demonstration gekommen. Meier war ein Berliner Hausbesetzer, der 1992 von Neonazis ermordet worden war. Das Motto der diesjährigen Demonstration lautete: Gegen Nazis, Staat und Kapital. Angemeldet worden war sie von der Linken-Abgeordneten Evrim Baba. Ohne sich ausdrücklich auf Mitglieder des rot-roten Regierungsbündnisses zu beziehen, hatte sich Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) gegen die Gewaltbereitschaft "rot lackierter Faschisten" gewandt.

Das Berliner Nachtleben wird seit Monaten von mehr oder weniger zielgerichteten Gewaltakten und Brandanschlägen bestimmt. Links und rechts sind dabei schwer zu bestimmen und spielen, genau genommen, auch keine Rolle.

Datum:  11 | 12 | 2009
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