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Times Mager: Bodenschätze

Südafrikas Weine haben guten Ruf. Aber das Land verfügt auch über wertvolle Bodenschätze - im Weinbaugebiet. Jetzt kommt es zum Konflikt zwischen Winzern und Regierung. Von Hans-Jürgen Linke

Hans-Jürgen Linke ist Feuilleton-Redakteur der Frankfurter Rundschau.
Hans-Jürgen Linke ist Feuilleton-Redakteur der Frankfurter Rundschau.
Foto: FR

Sind sie nicht schnell genug gewesen? Sie hätten Widerspruch einlegen können, aber, tja, wenn sie sich da unten am Kap nicht einmal um ihre ureigensten Interessen kümmern können, was soll man da machen. Und wen diese Rhetorik an Douglas Adams´ legendäre "Anhalter"-Tetralogie erinnert, der liegt nicht ganz falsch. Zwar soll in Südafrika keine Hyperraumstraße gebaut werden, es geht nur um die Ausbeutung wertvoller metallischer Bodenschätze wie Lithium, Zinn, Zink, Kupfer, Mangan und Silber in der Region um die Gemeinde Stellenbosch. Ja, genau: da, wo das Herz des südafrikanischen Weinbaus seit über drei Jahrhunderten pulst und prestigeträchtige Namen wie Mooiplaas, Saxenburg, Zevenwacht oder Hooggelegen hervorgebracht hat.

Nicht schnell genug, um Einspruch zu erheben? Die quasi-staatliche Minengesellschaft African Exploration, Mining and Financing Corp. (Aemfc) hat sich vom Staat, mit dem sie engstens verbunden ist, die Erlaubnis zur Ausbeutung der Bodenschätze geben lassen und darüber recht halbherzig informiert. Fristen, die am 12. Februar ausliefen, wurden am 10. Februar in der Cape Times angezeigt. Erste Winzer- und Farmerproteste hatten kaum Zeit, sich zu organisieren, die Medien sind spät aufgewacht, die Winzer sind empört.

Das Weinbaugebiet, das von den Tage- und Untertagebau-Aktivitäten betroffen wäre, umfasst rund 4700 Hektar, das ist gut die Hälfte mehr als im deutschen Rheingau. Die Bergbauaktivitäten würden das ökologische Gleichgewicht der Region zerstören und damit die wichtigste Voraussetzung für den Tourismus wie für die hohe Qualität der dort erzeugten landwirtschaftlichen Produkte.

Ob die Bodenschätze mehr Wert schöpfen können als die derzeitige Nutzung, ist eine offene Frage. Unter den Anwohnern kursieren Verschwörungstheorien, die sich alle in dem Punkt treffen, dass der Weinbau traditionell in den Händen weißer Winzer ist, die Aemfc aber eine enge Interessengemeinschaft mit der Regierungspartei, dem African National Congress, bildet.

Heute läuft die letzte Einspruchsfrist aus.

Autor:  Hans-Jürgen Linke
Datum:  9 | 3 | 2010
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