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Times Mager: Die Krise

In einem Satz: 20.000 Euro sind nicht die Welt, etwas mehr hätte Benjamin Biolay schon von France 24 fordern können, dafür dass er in so unziemliche Nähe zu Carla Bruni gerückt, die ja bekanntlich... Von Hans-Jürgen Linke

Hans-Jürgen Linke ist Feuilleton-Redakteur der Frankfurter Rundschau.
Hans-Jürgen Linke ist Feuilleton-Redakteur der Frankfurter Rundschau.
Foto: FR

Nun sind 20.000 Euro nicht die Welt, etwas mehr hätte Benjamin Biolay schon von France 24 fordern können für den Eingriff in sein Privatleben, der darin bestand, dass der Fernsehsender im März unter Bezugnahme auf einen bis dato nicht genannten Blogger, der wiederum im engeren Umkreis des Journal du Dimanche vermutet wird und auf dessen Spur sich alle französischen Geheim- und Abschirm- und Nachrichtendienste geheftet haben, man sieht, die Sache zieht immer weitere Kreise, France 24 also hatte den Namen Benjamin Biolays in einen engen Zusammenhang mit Carla Bruni gebracht, der Ehegattin des Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy, der seinerseits in engen Zusammenhang mit seiner Umweltstaatssekretärin Chantal Jouanno gebracht wurde, sehr zum Ärger Sarkozys, der etliche sonst für den Staat arbeitende Schlapphüte von der Leine ließ, die recht schnell Rachida Dati als Gerüchteverursacherin in Verdacht hatten, ehemalige Justizministerin und angeblich ehemalige Geliebte des Präsidenten, nunmehr nach Strasbourg abgeschobene Europa-Abgeordnete und aufgrund der Initiative Sarkozys ihres Dienstwagens und ihrer Security-Begleitung verlustig gegangen, worauf sie alles sehr gekränkt dementierte, aber es nutzte nichts, und wer weiß, zu was Frau Jouanno fähig wäre, immerhin ist sie Kampfsportlerin und Frau Dati zurzeit ohne Bodyguards, also wird Frau Dati wohl in Strasbourg grollend vergessen werden, während in Paris Carla Brunis Stern vorerst nicht sinken wird, stilsicher und souverän wie sie ist, also wirklich, wie sie kürzlich im Magazin Figaro Madame ihre Verachtung gegenüber Journalisten ausdrückte, die einen Blog als glaubwürdige Quelle verwenden, das hatte Grandezza, man fragt sich wirklich, was sie von Benjamin Biolay will, denn der scheint ja eher ein Weichei zu sein mit seinem Quengeln über Einmischung ins Privatleben und der reichlich schlappen 20.000-Euro-Forderung, andererseits, wenn man bedenkt, was für ein Verhältnis zwischen Schadenssumme und öffentlicher Aufmerksamkeit er da vorzeigen kann, also Respekt, die Griechenland-Krise ist viel teurer und genießt in Frankreich weit geringere Aufmerksamkeit.

Datum:  13 | 4 | 2010
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