Times Mager
Glossen aus unserem Feuilleton

16. Juni 2009

Times Mager: Fix und fertig

 Von CHRISTIAN SCHLÜTER
Dr. Christian Schlüter arbeitet in der Feuilletonredaktion der Frankfurter Rundschau. Foto: FR

Das Werk des Zeichners und Verlegers Rolf Kauka scheint endgültig zerstört. Der Traditions-Comic "Fix und Foxi" muss sein Erscheinen einstellen. Lange Zeit erfreuten sie sich großer Beliebtheit und stellten sogar die Micky Maus in den Schatten. Von Christian Schlüter

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Wie immer verbirgt sich eine kleinere oder größere Tragödie hinter dem, was wir uns dieser Tage eigentlich schon angewöhnt haben, als eine der vielen Meldungen über Firmeninsolvenzen eher beiläufig zur Kenntnis zu nehmen: Der Traditions-Comic "Fix und Foxi" muss sein Erscheinen einstellen. Der Kleinverlag Tigerpress in Hamburg, der das Heft zuletzt herausgab, hat beim Amtsgericht Hamburg einen Insolvenzantrag gestellt. Die Auflage habe sich innerhalb eines Jahres von rund 50.000 auf nur noch 18.000 Hefte verringert, heißt es aus dem Verlag, und auch das Anzeigenaufkommen sei stark rückläufig. Vier Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz.

Damit scheint das Werk des Zeichners und Verlegers Rolf Kauka endgültig zerstört. Was 1947 in München mit dem Kauka-Verlag begann und dann alsbald in die Heftreihe "Fix und Foxi" mündete, war in der Nachkriegszeit vor allem auch ein Tummelplatz für den franko-belgischen Comic. Hier wurden das deutsche Publikum mit den Schlümpfen bekannt gemacht, aber auch mit Spirou und Fantasio, Lucky Luke und Gaston Lagaffe, selbstverständlich immer unter anderen, knarzig eingedeutschten Namen und in nicht minder rustikalen Übersetzungen. Das führte mitunter zu heftigen Zerwürfnissen und dem Entzug der Lizenz, wie etwa bei den in Kaukas Magazin "Lupo" zuerst veröffentlichten Geschichten von "Asterix und Obelix" - die französischen Urheber René Goscinny und Albert Uderzo störten sich am rechtskonservativen bis revanchistischen Jargon des jetzt als "Siggi und Babarras" firmierenden Gallierduos.

Fix und Foxi, den beiden schlauen Füchsen, und ihrem Freund Lupo, einem Wolf, konnte die Politik allerdings gleichgültig sein. Lange Zeit erfreuten sie sich in Deutschland großer Beliebtheit und stellten sogar die Micky Maus in den Schatten. Und das, obwohl sie als Figuren weder so elegant gezeichnet waren wie Walt Disneys Bestiarium, noch als Charaktere an solch komplexe Persönlichkeiten wie etwa Donald Duck heranreichten. Immerhin, niedlich waren Kaukas Geschöpfe schon, vielleicht etwas zu brav und spießig. Ob sie uns noch einmal begegnen werden, ist derzeit offen - dafür müsste sich erst einmal wieder ein Verlag finden.

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