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Times Mager: My way

Das Singen und Trinken gehören seit Jahrhunderten zu den Betätigungen, die Frohsinn versprechen. Doch nun melden phillipinische Medien, dass dieses Vergnügen bisweilen tödlich endet. Von Felix Helbig

Felix Helbig ist Volontär der Frankfurter Rundschau.
Felix Helbig ist Volontär der Frankfurter Rundschau.
Foto: fr

Das Singen und das Trinken gehören seit Jahrhunderten zu jenen Formen der gesellschaftlichen Betätigung, die Frohsinn versprechen; und das nicht nur im Februar, wenn in gewissen Regionen des Landes rote Plastiknasen im Gesicht getragen werden. Gesang und Getränk schaffen ganzjährig Heiterkeit, man vergisst dabei die unbezahlten Rechnungen oder den Umstand, dass Unbekannte schon wieder die Schneefräse aus dem Verhau im Garten gestohlen haben, wie es derzeit die Diebe im Harz tun, weil der Winter eben sehr kalt und sehr lang ist, aber auch das vergisst man ja im fröhlichen Chor mit rotwangigen Sangesbrüdern.

Es gab gar Zeiten, in denen sich das eigenständige Genre des Trinkliedes höchster Konjunktur erfreute, ein sehr schönes hat etwa Karl August Graf von Platen (1796-1835) hinterlassen: "So lasst uns noch einmal vereint, die vollen Gläser schwingen, der Abschied werde nicht geweint, den Abschied sollt ihr singen."

Eine gefährliche Ungenauigkeit des Grafen, wie sich nun herausstellt. Den Abschied zu singen, mag richtig sein, aber bloß nicht irgendetwas. Und um Himmels Willen nicht Sinatra! Philippinische Medien berichten derzeit über eine Serie von Gewalttaten, die dereinst als die My-Way-Morde in die Kriminalgeschichte eingehen werden. Danach kommt es in Karaoke-Bars immer wieder zu tödlichen Angriffen auf vom schweren Schaum der Marke "Red Horse Extra Strong" beseelte Sänger, die Sinatras Klassiker anstimmen - sechs Opfer wurden schon gezählt.

Die Gründe sind unbekannt, die Mutmaßungen zahlreich, sie reichen von der erhöhten Gewaltbereitschaft im Inselstaat bis hin zum Liedtext selbst, geht es dort doch um einen reichlich arroganten Schnösel, der "when there was doubt", einfach "ate it up and spit it out".

Eine andere Deutung basiert auf einer Version der Punk-Legende Sid Vicious, die auf den Philippinen im Ruche steht, dem einstigen Diktator Marcos gewidmet zu sein, weil Vicious´ Stimme wie jene des Herrschers klinge. So kann es sich zutragen, dass man arglos Sinatra singt, dabei aber wie Vicious klingt und deshalb für Marcos gehalten wird. Das allerdings ist dann wohl doch eher allein dem Alkohol geschuldet.

Datum:  10 | 2 | 2010
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