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Times Mager: Niki

Österreich hat seine Fluglinie Austrian Airlines vor ein paar Tagen endgültig an die Deutsche Lufthansa verkauft. Erstaunlicher Weise aber blieb im schönen Nachbarland alles ruhig. Österreich hat ja auch noch Niki. Von Peter Michalzik

Peter Michalzik ist Redakteur im Feuilleton der Frankfurter Rundschau.
Peter Michalzik ist Redakteur im Feuilleton der Frankfurter Rundschau.
Foto: FR

Unser schönes Nachbarland Österreich hat seine Fluglinie Austrian Airlines vor ein paar Tagen endgültig an die Deutsche Lufthansa verkauft. Das schmerzt das klein gewordene Kaiserreich sehr, noch eine Niederlage. Erstaunlicher Weise aber blieb alles ruhig. Als vor ein paar Jahren Ähnliches in der Schweiz passierte, antwortete Christoph Marthaler immerhin mit der bitterbösen Satire "Groundings", in den Sand gesetzt. Damals war auch schon Wirtschaftskrise. Von dem neuen Burgtheaterdirektor Matthias Hartmann ist dagegen nicht bekannt, dass ihm das Schicksal von Austrian Airlines irgendwie näher zu Herzen gegangen wäre.

Österreich hat ja auch noch Niki. Wer je in den letzten Jahren mit dem Billigflieger unterwegs war, musste doch ziemlich überrascht sein. Von außen blitzen die Flieger silbern frisch und überstrahlen damit das gesamte Rollfeld. Dass Magenta eine attraktive Farbe sein kann, wurde nachweislich nicht durch die Deutsche Telekom gezeigt, sondern erst durch die Stewardessen von Niki. Die Blusen passen einfach zu gut zum durchweg blonden Haar der durchweg jungen Damen.

Ebenso gut stehen ihnen übrigens auch die sehr tief sitzenden, sehr schmal geschnittenen Röhrenjeans. Dafür werden die Sicherheitshinweise von einem Summen angekündigt (die Fliege ist das Markenzeichen von Niki) und dann von einer etwas vernuschelten, sehr österreichischen Stimme vorgetragen, die nicht nur für regelmäßige Zuschauer der Formel 1 unverkennbar dem Besitzer der Fluglinie zuzuordnen ist.

Das ist alles sehr charmant und von unwiderstehlich leichtem Witz. Aber eben auch höchst effizient und resch, wie man in Österreich gern sagt. Alles wirkt hier so blitzsauber, und es wird so beherzt zugelangt. Zack, steht schon wieder ein Glas klaren Wassers oder ein Sandwich vor einem. Man würde sich gar nicht wundern, wenn die Damen sich gleich synchron mit dem Schrubber und einem schäumenden Putzeimer durch den Gang arbeiten würden. Das wäre dann übrigens wieder etwas für Christoph Marthaler. Aber der ist ja, wie gesagt, Schweizer. Niki Lauda verteidigt derweilen die Lufthoheit.

Autor:  Peter Michalzik
Datum:  10 | 9 | 2009
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