Die Wissenschaft hört nicht auf, uns zu erstaunen. So wurde an der University of York jetzt so gut wie bewiesen, dass die Lehren unserer Mütter: Querstreifen machen dick, Kind, Längsstreifen machen schlank, leider mehr als wertlos waren. Es ist nämlich offenbar umgekehrt. Streifenbeurteilungs-Probanden dachten in der Mehrzahl, dass eine Frau im Quergestreiften schlanker sei als die gleiche Frau sozusagen hochkant. Dies, teilten die britischen Wissenschaftler dann fieserweise noch mit, hätten unsere Mamas längst wissen können (hätten sie im Physikunterricht nicht vom Tupfenkleid mit Petticoat geträumt): Bereits der Physiker Hermann von Helmholtz, ein ehrenhafter Mann, hatte 1867 nach einem Versuch mit gestreiften Flächen auf die Konsequenzen für die Damenmode hingewiesen.
Jetzt müssen wir uns also alle umgewöhnen - aber leider hat die Wissenschaft auch festgestellt, dass die De-Programmierung falscher Daten im Hirn schwer ist. Doch einen Tipp haben die klugen Menschen für uns: Wer 6 x 7 = 43 gespeichert hat, soll die falsche Zahl auf keinen Fall wiederholen, etwa so: 6 x 7 ist n i c h t 43.
Wir alle sagen jetzt jeden Morgen vor dem Spiegel: Quer macht schlank. Das wird uns - und damit sind jetzt, leider meine Herren, nur die Leserinnen gemeint - noch unwiderstehlicher machen, als wir ohnehin schon sind. Denn unbedingt ist das die Stelle, an der eine weitere nagelneue wissenschaftliche Erkenntnis ins Spiel kommen muss: Frauen werden von Generation zu Generation schöner, Männer bleiben gleich unansehnlich. So hat sich herausgestellt, dass gut aussehende Frauen im Schnitt mehr Töchter haben, dass zudem Paare, bei denen beide Partner toll aussehen, gleich um 20 Prozent (!) mehr Töchter bekommen. Und wieder einmal ist Darwin schuld: Schöne Frauen können sich öfter fortpflanzen, Männer dürfen aussehen wie Berlusconi, so lange sie das Quergestreifte von Dior bezahlen können.
Da schließt sich der Kreis und müssen wir unseren Müttern Abbitte leisten. Sie mögen in Physik nicht geglänzt haben, aber sie wussten lächelnd Tante Jolesch zu zitieren: "Was ein Mann schöner is wie ein Aff, is ein Luxus."