New York. Die Finanzkrise bringt den größten Bankenzusammenbruch in der US-Geschichte: In der Nacht hat die Aufsichtsbehörde die größte Sparkasse des Landes, Washington Mutual, geschlossen. Teile des Instituts wurden an die US-Bank J.P. Morgan Chase verkauft. Der Kundenbetrieb werde wie gewohnt weitergehen, teilte der US-Einlagensicherungsfonds mit. Riesige Verluste aus Hypothekengeschäften haben viele US-Banken in existenzielle Schwierigkeiten gebracht und für das Verschwinden der großen Investmentbanken gesorgt.
Die US-Bundesregierung übernahm in der Nacht die Sparkasse Washington Mutual - und verkaufte umgehend weite Teile für 1,9 Milliarden Dollar (1,3 Milliarden Euro) an die Geschäftsbank J.P. Morgan Chase. Einst die größte Sparkasse der Vereinigten Staaten, gilt Washington Mutual als Symbol für die Auswüchse des Hypotheken-Booms, der im Sommer 2007 die Finanzkrise ausgelöst hat. Mit einem Aktivvermögen von 300 Milliarden Dollar ist es die bislang größte Bankenpleite in den USA.
Die Kreditkrise
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Hintergründe im Spezial: Die US-Hypothekenkrise und die Weltmärkte
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Bankenaufseher sagten nun, Kunden hätten der Sparkasse mit Sitz in Seattle (US-Staat Washington) seit dem 15. September 16,7 Milliarden Dollar abgezogen. Das habe die Bank in eine Lage versetzt, die es unmöglich machte, ihre Geschäfte weiterzuführen, berichtete die Sparkassenaufsicht Office of Thrift Supervision.
Nach bisher vorliegenden Informationen wird J.P. Morgan, Amerikas drittgrößte Geschäftsbank, die Depositen und Zweigstellen der Sparkasse sowie andere nicht näher identifizierte Aktiva übernehmen. Der bundesstaatliche Einlagenversicherungsfonds werde nicht in Anspruch genommen.
Das Geld der Kundschaft sei sicher, meldete das Börsenblatt "The Wall Street Journal" in seiner Online-Ausgabe. Bankenkontrolleure wirkten in der Abwicklung der Übernahme entscheidend mit.
US-Banken im Umbruch
Im Frühjahr erwirbt J.P. Morgan mit Hilfe des Finanzministeriums die Investmentbank Bear Stearns, eines der fünf führenden Wertpapierhäuser.
In jüngster Zeit sind die vier anderen Wertpapierhäuser im Zuge der Hypothekenkrise ebenfalls verschwunden. Lehman Brothers Holding wird liquidiert, Bank of America übernimmt Merrill Lynch; und Goldman Sachs Group sowie Morgan Stanley wandeln sich in traditionelle Bankholdinggesellschaften.
Vor einem Monate bot sich die Sparkasse Washington Mutual zum Kauf an. Citigroup, Wells Fargo und Banco Santander SA zeigten sich interessiert, machten jedoch kein Angebot. Die New Yorker J.P. Morgan schlug jetzt zu, um an der US-Westküste ins Geschäft zu kommen.
Der große Verlierer ist der Privatinvestor TPG, der sich im Frühjahr mit sieben Milliarden Dollar am Aktienkapital der Sparkasse beteiligt hat. TPG wie alle anderen Anteilseigner werden ihr Geld verlieren.
Es ist das zweite Mal in diesem Jahr, dass die Bundesregierung den Verkauf eines Finanzinstitut an J.P. Morgan eingefädelt hat. Im Frühjahr erwarb J.P. Morgan mit Hilfe des Finanzministeriums die Investmentbank Bear Stearns, eine der fünf führenden Wertpapierhäuser.
JP Morgan Chase hat sich durch eine Kapitalerhöhung zehn Milliarden Dollar frisches Kapital beschafft. Mit der Kapitalerhöhung, die 25 Prozent höher ausfiel als ursprünglich geplant, will das US-Institut die Übernahme von Teilen von Washington Mutual stemmen. Die Bank habe 246,9 Millionen Aktien zum Preis von 40,50 Dollar ausgeben, teilte das Unternehmen am Freitag mit.
(mit rtr/dpa)


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