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EU-Rettungsfonds

Struck attackiert Ackermann

Im Vorfeld des EU-Krisengipfels zur Finanzkrise, der am Samstag in Paris stattfinden soll, entwickelt sich in Deutschland ein heftiger Streit über einen möglichen Rettungsfonds nach US-Vorbild. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, der am Mittwoch für eine europäische Auffanglösung plädiert hatte, zog sich harsche Kritik aus der Politik zu. Der für markige Worte bekannte SPD-Fraktionschef Peter Struck empfindet "ein gewisses Maß an Verachtung" für den Opportunimus des obersten Deutschbankers.

Ackermann hatte am Mittwoch in Frankfurt erklärt: "Wenn die USA ein solches Paket verabschieden, sollte Europa bereit sein, vergleichbare Lösungen zu finden." Solche Pläne müssten man zumindest in der Schublade haben, um im Fall der Fälle gewappnet zu sein.

"Solange die Banken auf Gewinnerkurs waren, hat Herr Ackermann am lautesten geschrien, der Staat solle ihnen nicht hereinreden", sagte Struck am Donnerstag der dpa. Deshalb sei es befremdlich, wenn der Vorstandschef der führenden deutschen Bank "jetzt als erster nach umfassender Hilfe aus Steuermitteln ruft". Ein solches öffentliches Vorpreschen, mit dem indirekt das Krisenmanagement der Bundesregierung kritisiert werde, sei wenig hilfreich. "Ich gestehe, ich empfinde für diese Art des Opportunismus ein gewisses Maß an Verachtung", sagte der SPD-Politiker.

Unterdessen werden im gesamten deutschen Bankensektor die Rufe nach einem europäischen Rettungsfonds nach US-Vorbild lauter. "Europa muss auf alle Eventualitäten vorbereitet sein und darf sich einem solchen Plan daher nicht verschließen", sagte ein Sprecher des Sparkassen- und Giroverbandes. Es seien zwar derzeit keine akuten Notfälle zu erwarten. Doch nicht nur die USA, auch die Europäer müssten sich gegen eine weitere Verschärfung der Finanzkrise wappnen. Es gehe zudem um gleiche Wettbewerbsverhältnisse, wenn in den USA ein Rettungspaket im Volumen von 700 Milliarden Dollar verabschiedet werde.

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet unter Berufung aus Finanzkreisen, dass die deutschen Geschäftsbanken geschlossen für einen solchen Plan seien. Frankreich und die Niederlande unterstützen diese Idee, während die Bundesregierung sie ablehnt. "Über diese Haltung in Berlin gibt es große Verwunderung in der Bankenbranche", sagte ein Frankfurter Banker. Die derzeitigen Rettungsmaßnahmen in Europa seien ein Flickenteppich. "Wir brauchen dringend europaweit einheitliche Lösungen, um innerhalb der Europäischen Union keine Wettbewerbsverzerrungen zu haben." (FR)
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Dokument erstellt am 02.10.2008 um 15:09:26 Uhr
Letzte Änderung am 02.10.2008 um 18:19:57 Uhr
Erscheinungsdatum 02.10.2008
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