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Hessen

Vier Abtrünnige stürzen Ypsilanti

Wiesbaden. Der zweite Anlauf von SPD-Chefin Andrea Ypsilanti für einen Machtwechsel in Hessen ist gescheitert.

Die vier hessischen SPD-Landtagsabgeordneten Jürgen Walter, Dagmar Metzger, Silke Tesch und Carmen Everts haben in Wiesbaden erklärt, SPD-Chefin Andrea Ypsilanti am Dienstag nicht zur Ministerpräsidentin wählen zu wollen. Darüber habe man Ypsilanti am Vormittag informiert, sagte Everts am Montag.

Walter sagte, er sei seit Monaten "hin- und hergerissen" zwischen der "Loyalität" zu seiner Partei und seinen Bedenken, dass eine "von der Linken tolerierte Minderheitsregierung" dem Land Hessen und der SPD schaden würden.

Die Austritt-Szenarien
Sollten die vier SPD-Abgeordneten Jürgen Walter, Dagmar Metzger, Silke Tesch und Carmen Everts tatsächlich aus der SPD-Fraktion austreten, haben sie drei Möglichkeiten:

Entweder, sie bleiben als fraktionslose Parlamentarier Mitglied des Hessischen Landtages, oder sie legen ihr Mandat komplett nieder.

In zweiten Fall würde sich die Fraktionsstärke der SPD von 42 Abgeordneten nicht verändern, weil Nachrücker die vier frei gewordenen Mandate
übernehmen würden.

Die dritte Möglichkeit ist, dass die vier Abgeordneten einer der anderen vier Fraktionen von CDU, FDP, Grünen oder Linkspartei beitreten.

Ypsilantis Weg des Scheiterns
Andrea Ypsilantis Traum, Ministerpräsidentin zu werden, ist geplatzt. Unser FR-Spezial dokumentiert ihren Weg der letzten Monate mit ausgewählten Artikeln und Kommentaren. Mehr
Die vergangenen Tage seien "die schwierigsten Tage meines bisherigen politischen Lebens gewesen", sagte Walter. Er bezeichnete es als "großen Fehler", sich nicht bereits im März neben Metzger gestellt zu haben. "Ich kann diesen Weg meiner Partei nicht mitgehen", sagte der SPD-Vize. Nun sei er aber mit sich "im Reinen".

Alle vier Abgeordneten wollten ihr Mandat jedoch behalten und "bieten unserer Fraktion weiter die Mitarbeit an", sagte Everts.
Damit hat Ypsilanti hat keine Mehrheit mehr für die Bildung einer von der Linken tolerierten rot-grünen Minderheitsregierung. Die SPD-Abgeordnete Dagmar Metzger sagte: "Insofern wird morgen keine Abstimmung stattfinden."

Nach dem Rückzieher der SPD-Landtagsabgeordneten hat die Linke in Hessen ihrem Unmut Luft gemacht. Frustierte Mitarbeiter der Linksfraktion hielten vor dem Konferenzraum einer Pressekonferenz der Abweichler Schilder mit der Aufschrift hoch: "Mein Gott Walter - Lügner, Verräter, Spalter." Landtagsvizepräsident Hermann Schaus (Linke) warf insbesondere dem SPD-Abgeordneten Jürgen Walter "Heuchelei" vor.

Walter hatte auf dem SPD-Landesparteitag in Fulda am Samstag bekanntgegeben, dass er den ausgehandelten Koalitionsvertrag von SPD und Grünen ablehnt. Sein Verhalten bei der Wahl Ypsilantis hatte er zunächst offen gelassen.

Metzger hatte als einzige der 57 Parlamentarier von SPD, Grünen und Linkspartei von Anfang an erklärt, sie wolle Ypsilanti ihre Stimme verweigern, weil sie die geplante Bildung einer rot-grünen Minderheitsregierung mit Hilfe der Linken ablehnt.

Die Sprecherin der hessischen Grünen sagte auf ddp-Anfrage, man wolle sich vorerst nicht zu dem Bericht äußern. "Wir haben jetzt erst einmal Beratungsbedarf", fügte sie hinzu. Auch eine Sprecherin der CDU sagte, man werde sich erst nach den Einlassungen der SPD-Abgeordneten äußern.

Der gescheiterte Machtwechsel im Wiesbadener Landtag ist aus Sicht der Linken-Fraktion "ein schwarzer Tag für Hessen". Der rechte SPD-Parteiflügel ermögliche es, dass "Vertreter der Stahlhelm-Fraktion der CDU weiter auf der Regierungsbank Platz nehmen dürfen", sagte ein Fraktionssprecher.

Die SPD war für eine Stellungnahme bislang nicht zu erreichen. Ypsilanti wollte sich am Dienstag mit den Stimmen von SPD, Grünen und Linken zur Ministerpräsidentin wählen lassen. Am Wochenende hatten Parteitage von SPD und Grünen den Koalitionsvertrag jeweils mit breiter Mehrheit gebilligt. Ypsilantis Stellvertreter Jürgen Walter hatte sich aber gegen die Koalitionsvereinbarung gestellt. (ddp/dpa/ap/ddp)
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Dokument erstellt am 03.11.2008 um 10:27:35 Uhr
Letzte Änderung am 03.11.2008 um 17:14:41 Uhr
Erscheinungsdatum 03.11.2008
Kommentare
1. Wahlversprechen
Das war´s dann SPD. Eine kleine minderheit hindert euch euer wichtigstes Wahlversprechen einzulösen. Der Chefkoch bleibt... Wer jetzt argumentiert diese vier Verräter seien "anständige Deutsche" gehört mit solch vokabular vom Verfassungsschutz beobachtet!
Heuchelei ist es wenn die auch noch ihr Mandat behalten... von wegen "ich kann das nicht mittragen" Macht Platz für Demokraten! Für unbestechliche
Sozialdemokraten.
Sch.. Tag!



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2. RAUS
mein gott wie schäbig ist das denn? alle vier raus aus der spd.



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3. Ein guter Tag für die SPD
Ich beglückwünsche die SPD, wieder in der Realität angekommen zu sein. Es ist eine Verblendung zu glauben, Politik gegen den Wähler betreiben zu können. Der Wähler will nicht Rot-Rot-Grün, dass dies viele Aktivisten in diesem Forum nicht verstehen, ist bezeichnend. Außerdem ist es auch ein guter Tag für die Demokaratie. Der Abgeordnete ist nicht seiner Partei verpflichtet, sondern seinem Gewissen. Auch dies, scheinen einige in diesem Forum nicht zu verstehen. Wahrscheinlich wird hier ein Zentralkommitee gewünscht, dass mit demokratischen Verhältnissen nichts zu tun hat.

Ypsilanti, ich trauere dir keine Träne nach. Und auch Hermann Scherr nicht. Der Arroganz und Ignoranz der SPD-Süd ist nun ein Zeichen gesetzt worden. Dies ist ein guter Tag für die gesamte SPD.

Glück auf!



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4. Abtrünnige stürzen Ypsilanti
In einer Demokratie gibt es klare Regeln. In einer demokratischen Partei ebenfalls. Da gibt es Entscheidungsgremien, und wenn man Mitglied einer Partei wird, akzeptiert man das. Wenn man gar in höhere Stellungen kommt und ein Mandat mit Hilfe und für diese Partei gewinnt, ist ganz klar, wo man sich outen muß: das wäre hier auf dem Landes-parteitag in Fulda gewesen. Hätte da einer von den dreien gesagt: hier: ich mache nicht mit, wäre das zumindest der richtige Ort gewesen. Und es hätte auch da genug Aufmerksamkeit für die Truppe gegeben. So ist das schlicht hinterlistig, im höchsten Maß unglaubwürdig. Und man fragt: wer hat sie gekauft? Nun, das wird man in den nächsten Monaten sehen, wo und wie sie in Posten etc. kommen.
Wer mir leid tut, ist die SPD in Hessen!



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5. Ypsi und Linke
Schauen Sie doch mit welch brutalen Mitteln die Linken Politik machen, da kann einem doch Angst und Bange werden. Beschimpfen Hr. Walter und nötigen ihn. Ich glaube die würden Hr. Walter auch verprügeln. Solche Leute dürfen nicht an die Macht kommen sonst würde sich Geschichte wiederholen und das wollen sie doch auch nicht. Unterstützen Sie endlich Hr. Koch.



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