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Eintracht-Kolumne

Ein Schritt vor der Rettung

Eindrucksvoll hat Eintracht Frankfurt den wohl entscheidenden Schritt zum Klassenerhalt getan. Das 4:1 war auch das Spiel der beiden stark aufspielenden Rückkehrer Markus Pröll und Christoph Spycher.
Von Thomas Kilchenstein und Ingo Durstewitz

Als der Klassenerhalt dann am 28. Spieltag so gut wie sicher geschafft war, hat Klubchef Heribert Bruchhagen dem Trainer Friedhelm Funkel Rückendeckung gegeben. Zuvor hatte sich Bruchhagen schon überraschend weit aus dem Fenster gelehnt und frank und frei von "dem entscheidenden Schritt" gesprochen. Das war ihm dann ein paar Minuten später selbst nicht mehr ganz geheuer. "Ich wollte den Trainer informieren, da ich laienhaft schon vom Klassenerhalt gesprochen habe", sagte er und platzte in die obligatorische Journalistenrunde mit dem Trainer.

Aber einerlei, ob der Klassenerhalt jetzt schon geschafft ist oder noch ein paar Punkte erforderlich sind: Dieser Sieg gegen den unmittelbaren Konkurrenten Borussia Mönchengladbach war eminent wichtig. Im Grunde war der 28. Spieltag wie gemalt für Eintracht Frankfurt: Die unmittelbare Konkurrenz leistete sich allesamt Niederlagen, selbst der vor der Eintracht platzierte 1. FC Köln unterlag – die Hessen kletterten sogar auf Platz elf, eine bessere Platzierung gab es in dieser Runde bislang nicht.

Mit neun Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz bei sechs verbleibenden Spielen dürften die Frankfurter eigentlich nicht mehr in Gefahr kommen. Und erneut hat es sich gezeigt: Eintracht Frankfurt ist zu gut für die Schwachen. Die Serie, wonach die Hessen gegen die unter ihr platzierten Teams nicht verliert, hielt auch gegen Borussia Mönchengladbach, im Grunde kam die Eintracht nur zehn Minuten in Schwierigkeiten, ansonsten kontrollierte sie die Partie. Und gewann hochverdient.

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Ob diese bislang so verkorkste Saison doch noch halbwegs gerettet werden kann? Es sieht so aus. Die Versöhnung mit den Fans freilich scheint die größere Herausforderung. Auch an diesem Samstag gab es sogar schon vor dem Spiel "Funkel-raus"-Rufe, nach 30 Minuten erschallten die ersten "Caio"- und "Wir wollen euch kämpfen sehen"-Rufe.

Es herrschte eine merkwürdige Atmosphäre im mit 51.500 Zuschauern voll besetzten Oval im Stadtwald. Zumal: Für derlei Unmutsbekundungen gab es keinen Grund: Die Eintracht spielte ordentlich, die Gladbacher standen zu diesem Zeitpunkt noch sehr gut und igelten sich förmlich ein in ihrer Hälfte, da ist es schwer, brillante Kombinationen zu zelebrieren. Und diese Missfallenskundgebungen gehen auch den Spielern zunehmende auf den Geist.

"Wir haben auch ohne Caio unsere Tore geschossen", sagte Marco Russ, der das entscheidende 3:1 erzielte, "aber diese Rufe gegen den Trainer sind ja schon normal bei uns. Das interessiert uns überhaupt nicht." Das Gegenteil dürfte der Fall. Markus Pröll, der den verletzten Oka Nikolov kurzfristig ersetzte und in der 64. Minute einen Elfmeter von Michael Bradley abwehret, ergänzte: "Es herrschte hier sowieso eine negative Stimmung."

Funkel will alles daran setzen, damit seine Mannschaft nicht nachlässig wird, nun, da die Rettung zum Greifen nahe ist. "Wir haben noch schwere Gegner vor der Brust", sagte Friedhelm Funkel und versprach, "die Anspannung aufrecht zu erhalten". Mit 32 Punkten gebe er sich gewiss nicht zufrieden. Es geht für die Eintracht auch darum, sich anständig zu verabschieden.

Für zwei Spieler war die Partie gegen die Borussia ohnehin eine besondere: Markus Pröll zeigte im Kasten eine ganz starke Partie, er hielt die Eintracht nach 15 Minuten im Spiel, als Marko Marin aus kürzester Distanz schoss – und der Eintracht-Keeper famos parierte. Später hielt er noch den Strafstoß, insgesamt wirkte er sehr sicher.

Genauso wie Christoph Spycher auf der linken Abwehrseite. Der so lange am Knie verletzte Kapitän, erstmals nach mehr als fünf Monaten wieder auf dem Rasen, hielt nicht nur Marin in Schach, er marschierte auch oft und gekonnt nach vorne, sorgte für Druck auf links. "Ich bin sehr zufrieden mit seiner Leistung", sagte Funkel. Und auch der Schweizer war, wie er sagte, "überglücklich." Denn: "Man weiß nie, was einen erwartet." Die Eintracht weiß es schon: Ein weiteres Jahr Bundesliga. Wenn nicht alle Fußballgötter verrückt spielen.
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Dokument erstellt am 18.04.2009 um 19:26:23 Uhr
Letzte Änderung am 19.04.2009 um 13:27:58 Uhr
Erscheinungsdatum 18.04.2009
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