stellen
auto
immobilien
marktplatz
inserieren
Top-News
16. März 2010
Anzeigenmarkt | Zeitungsanzeige aufgeben | Abo-Angebote

In- & Ausland
Frankfurt & Hessen
Marktplatz
Verlagsservice
ANZEIGE
Die FR auch bei

Kommentar

Ruhig gestellt mit einem Euro

VON MARKUS SIEVERS

Nun kommen auch vom Arbeitsmarkt Zeichen der Hoffnung. Trotz Krise ist die Arbeitslosenzahl im Mai erstaunlich stark gesunken, der Kurzarbeit sei Dank. Damit spricht alles dafür, dass die Vier-Millionen-Marke dieses Jahr entgegen den Befürchtungen nicht überschritten wird. Das ist eine gute Nachricht für alle, die einen regulären Arbeitsplatz haben oder sich Hoffnung darauf machen.

Für eine große Gruppe spielt das Auf und Ab der Konjunktur schon lange keine Rolle mehr. Massenweise sitzen sie fest in Ein-Euro-Jobs ohne Aussicht auf eine reguläre Beschäftigung. Das war vor der Krise so, und das wird in der Krise mit Sicherheit nicht besser.

Eine Dreiviertelmillion Hartz-IV-Empfänger treten Jahr für Jahr Ein-Euro-Jobs an. Schon dieser massenweise Einsatz zeigt, dass diese Beschäftigungsprogramme ihren eigentlichen Zweck verfehlen. Sie sollten eine Brücke bauen in den Arbeitsmarkt für Menschen, die eine Auszeit hinter sich haben oder andere Hemmnisse für eine Vermittlung mitbringen. Tatsächlich aber geht es weniger um die Lösung individueller Probleme, sondern um die massenweise Ruhigstellung von Menschen ohne Chance auf mehr.

Mit den Hartz-Reformen wollte die Politik dies beenden. Sie wollte Arbeitslose aktivieren, sie ermuntern zum (Wieder)-Einstieg in den Arbeitsmarkt. Die Ein-Euro-Jobs erreichen das Gegenteil. In seltener Eintracht weisen darauf Gewerkschaften und Wirtschaft hin. Auch der Bundesrechnungshof lässt nicht nach in seiner Kritik. Die nächste Regierung sollte sich rasch daran machen, die Ein-Euro-Jobs so zu stutzen, dass sie ihren Zweck erfüllen.
Lesen Sie auch



Empfehlen via:    Twitter    Facebook    StudiVZ    MySpace
[ document info ]
Copyright © FR-online.de 2010
Dokument erstellt am 28.05.2009 um 17:20:03 Uhr
Letzte Änderung am 29.05.2009 um 12:28:28 Uhr
Erscheinungsdatum 29.05.2009
Kommentare
1. Statistikmanipulation der Bundesagentur für Arbeit
Die "Rheinpfalz" in einem aktuellen Beitrag ("Statistikänderung lässt 200.000 Arbeitslose verschwinden"):
"Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland wird dieses Jahr dank einer statistischen Änderung um mindestens 190.000 geringer ausfallen als nach der bisherigen Berechnung. Das geht aus einer Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervor, die unserer Redaktion vorliegt.
Demnach gab es im April 2009 nach vorläufigen Daten 189.000 Arbeitslose, die von externen Trägern betreut werden.
Seit Anfang Januar gelten Arbeitslose, die nicht mehr von der örtlichen Arbeitsagentur, sondern von privaten Vermittlern und Trägern betreut werden, nicht mehr als arbeitslos."
Laut internem Papier der BA werde die Zahl der extern betreuten Arbeitslosen in den kommenden Monaten noch zunehmen.



Pfeil-SymbolVerstoß melden

2. Der hehre Gedanke der 1-Euro-Jobs
Ach Herr Sievers,
Ihre hehren Gedanken bezüglich der EEJ in Ehren, aber daran hat doch schon 2005 weder die Regierung noch die davon Betroffenen geglaubt.
Ziel war und ist die Überprüfung auf "Arbeitswilligkeit", Abschreckung und Schikane. Für Städte, Kommunen und div. Träger aus dem karitativen Bereich sind das seit 2005 die "Ersatz-Zivis" (die allerdings wenigstens noch Kost, Logis und eine magere Entlohnung erhielten vom Träger. DIE EEJ sind für die Träger nicht nur voöölig kostenlos, sondern es gibt zusätzlich bis zu 600 € vom Arbeitsamt oben drauf.
Wer stellt da jemanden ein wie z.B. über den gerade gefloppten Kommunalkombi?
Mit EEJ wird viel Geld verdient, reguläre Arbeitsplätze vernichtet, Lohndumping unterstützt. Sklavenarbeit für 1€ bis 1,50€ Mehraufwandsentschädigung für ÖVP.



Pfeil-SymbolVerstoß melden

3. Selbstkritik der BA
Selbst die Ideologen der Arbeitsbürokratie aus Nürnberg haben inzwischen eingesehen, dass die 1 Euro Jobs ein Etikettenschwindel sind. Aber dafür funktionieren die 1 Euro Jobs in ganz anderer Hinsicht:
1. Die Statistik!!!
2. Die eingewiesenen Arbeitslosen sind im Durchschnitt nicht rebellisch, sie finden die 1 Euro Jobs nicht mal unanständig, sondern sehen sie als Verbesserung ihres elenden Daseins.
3. Die Träger (Kirchen, Sozialverbände etc.) verdienen super daran und sind ein starker Verbündeter.
Also das Fazit der Bundesagentur: Weiter so!
Wir sind auf dem Marsch in eine ganz neue Gesellschaft.



Pfeil-SymbolVerstoß melden

4. Wie sollte das gehen?
Zitat FR:"Die Tätigkeiten müssen zusätzlich sein, dürfen also keine reguläre Arbeit verdrängen. Gemeint sind Hilfstätigkeiten in Altenheimen, in Kindergärten, im Garten- und Landschaftsbau oder der Stadtreinigung."

Wie sehen denn Hilfstätigkeiten in oben genannten Bereich aus, die keine Arbeitsplätze verdrängen? So etwas gibt es nicht. Das ist dem Redakteur aber durchgeflutscht, diese Kategorisierung "zusätzlicher Hilfstätigkeiten" ist ein offensichtlicher Betrug der Bundesagentur für Arbeit.



Pfeil-SymbolVerstoß melden

5. Prekariat nicht Präkariat
Bitte korrigieren Sie diesen Rechtschreibfehler im Artikel aus dem Nachrichtenteil. Nicht in Ihrem Artikel. Aber den Nachrichtenteil-Artikel kann man nicht kommentieren.



Pfeil-SymbolVerstoß melden


Seite 1 von 2 nächste Seite
FR-online.de interaktiv
Olympia Spezial 2010
Zum Spezial

Pfeil-SymbolZum Spezial "Winterspiele"





Copyright © 2010 Frankfurter Rundschau
Startseite | Anzeigenmarkt | Hilfe | Politik | Wirtschaft | Frankfurt | Hessen
Sport | Fotostrecken | Kultur | Medien | Blogs | Auto
Reise | Videos | Spiele | Stellenmarkt | Kfz-Markt | Immobilien
Datenschutzerklärung | Abo-Service | Mediadaten | Kontakt | Impressum | Sitemap
realisiert von evolver media®