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Konsequenzen aus der Finanzkrise

Packt die Banken noch härter an!

Heute ist der Tag der Abrechnung - für Banken und Manager, die die Welt in die Krise treiben. In den USA stößt Präsident Obama die größte Finanzreform seit 70 Jahren an, in Deutschland begrenzt der Bundestag Gehälter. Zugleich aber kaufen sich US-Banken von der Kontrolle frei - und bei uns versagen die Krisenbekämpfer, wie Robert von Heusinger erklärt.
Es ist absurd: Da steigen die Aktien ein paar Wochen, und die Konjunkturindikatoren verraten, dass der Absturz fürs erste vorüber ist, und schon tun alle wieder so, als könne man zurück zur Normalität.

Die Finanzinvestoren zocken schon wieder ordentlich in Öl, die Bankmanager warnen schon wieder vor zu viel Regulierung, und die Politiker haben die Krise abgehakt. Sie streiten lieber um Steuersenkungen, kalte Progression und fabulieren über Inflation. Nicht besser das Finanzministerium und die Bundesbank.

Die zentralen Krisenbekämpfer sprechen am liebsten über Exit-Strategien, wie sie nach der Krise wieder ordnungspolitisch sauber den Staatshaushalt sanieren wollen, wie sie Luft aus der aufgeblähten Geldmenge entweichen lassen wollen.

Jede einzelne Tat ist unverantwortlich, zusammengenommen verdichtet sich das Verhalten der Wirtschafts- und Parteien-Elite dieses Landes zum Wahnsinn. Sie spinnen, um es klar zu sagen, und gefährden damit Wohlstand, Jobs und Wachstum. Denn die Krise ist noch nicht einmal zur Hälfte überstanden.

Spezial: Banken
Spezial: Banken im Umbruch

Erst kippen die Banken - dann wackelt die Weltwirtschaft. Nun wird die Finanzbranche umgebaut. Analysen und Kommentare, Fotostrecken und Abstimmungen im neuen Spezial: Banken im Umbruch.
Der wichtigste Brocken ist noch nicht halbwegs aus dem Weg geschafft: die schlingernden Banken. Ohne gesunde und deshalb funktionstüchtige Banken wird die Krise zur Dauerkrise. Deshalb hat Hans-Werner Sinn, der Professor aus München, ausnahmsweise einmal vollkommen recht, wenn er der Politik vorwirft, sie nehme die Bankenprobleme nicht ernst genug.

Das Problem: Wenn die Banken nicht von den toxischen Papieren befreit sind und gleichzeitig latent zu wenig Eigenkapital besitzen, werden sie alles tun, um zu überleben. Und das heißt, sie werden keine Risiken eingehen, sondern die gesamten Überschüsse zum Aufstocken der schwachen Eigenkapitalbasis verwenden.

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Was ist das klassische Bankrisiko? Der Kredit. Also werden die Banken den Firmen keine neuen Kredite mehr geben, weshalb immer mehr Firmen in Liquiditätsschwierigkeiten gelangen und insolvent werden. Dieser Teufelskreis aus schwachen Banken, Kreditklemme und unverschuldeten Insolvenzen muss durchbrochen werden.

Deshalb müssen die Banken viel härter angepackt werden als bislang. Die beiden Bad-Bank-Modelle der Regierung, das eine für die privaten Banken, das andere für die Landesbanken, sind zu halbherzig, weil sie auf freiwilliger Teilnahme basieren. Sie haben nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn es einen obligatorischen Stresstest zumindest für die 20 größten Banken des Landes gibt.

Managergehälter begrenzen?

Um Mindestlöhne wird gestritten - aber was ist mit dem oberen Ende der Gehaltsskala? Was meinen Sie: Sollten Manager-Gehälter in Deutschland gesetzlich nach oben begrenzt werden?


Der Stresstest, durchgeführt von der Aufsicht, wird zeigen, welche Banken die Bad Bank in Anspruch nehmen müssen (und deshalb zur Not teilverstaatlicht werden müssen) und welche so gut aufgestellt sind, dass von ihnen keine Gefahr für die Kreditversorgung der Volkswirtschaft ausgeht.

Ist diese Operation gelungen, gilt es den Banken ihre Lieblingsspielzeuge aus der Hand zu nehmen. Dazu zählt der intransparente Handel mit Derivaten, was inzwischen sogar US-Präsident Barack Obama verstanden hat.

Aber dazu zählt genauso das kurzfristige Gezocke an den Terminbörsen für Devisen und Rohstoffe. Denn die Lehre aus der Krise lautet: Banken haben der Realwirtschaft zu dienen durch die Vergabe von Krediten. Im Casino haben sie dagegen nichts zu suchen.
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Copyright © FR-online.de 2010
Dokument erstellt am 17.06.2009 um 15:48:01 Uhr
Letzte Änderung am 19.06.2009 um 11:48:42 Uhr
Erscheinungsdatum 17.06.2009
Kommentare
1. Banken und ihre \
Der Meinung des Autors kann ich zu großen Teilen zustimmen, insbesondere der Ruf noch obligatem Streßtest der größten Banken mit Pflicht zur Teilnahme am bad-bank-Modell so sie durchfallen.

Ob das kurzfristige "Gezocke" untersagt werden soll oder nicht ist mir zu ideologisch aufgeladen. Die gefährlichen "Spielzeuge" war die langfristigen Strukturierungen, bei denen gerechnete, noch nicht verdiente Margen ("heiße Luft") mit dem langen Hebel der Laufzeit zu Nettobarwerten "verflüssigt" wurden und sofort als Gewinn vereinnahmt wurden. Davon gingen dann 20-30% für Bonuszahlungen in Geld verloren und hinterließen entsprechende "Löcher".

Knüpft den Gewinnausweis an die realiserten Margen im Zeitablauf und die falsche Anzeizstruktur entfällt. Hat nur noch niemand gefordert - bisjetzt.



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2. Freie Märkte sind notwendig
Die Analyse, das die Banken nicht die Finanzkrise bewältigt haben ist richtig, auch wenn einige US Banken Ihre Staatsgelder zurück überweisen. Die derzeit verlangten Kreditzinsen sind unverschämt, wenn denn überhaupt besicherte Kredite vergeben werden.Die Banken geben Ihre Funktion auf, die Wirtschaftkreislauf mit Geld zu versorgen auf, weil sie wie die Commerzbank/Sparkassen mit falschen Management
Entscheidungen viel Geld versenkt oder wie die Deutsche Bank mit Arroganz kleinen
selbständigen Unternehmern Kredite verweigert bzw Krditprozesse nach Indien verlagert hat.Trotzdem benötigen wir freie Märkte und nicht einen regulierten , durch bürokratische Finanzaufsicht kontrollierten, Bankenmarkt.
Wer soll über die Fähigkeiten für einen sinnvollen Stresstest der Banken verfügen ??.
KfW ?



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3. Banken sollten das Risiko minimieren
Die Krise zeigt wirklich das Banken mit ihren Kapital nicht an Risikogeschäften beteiligt sein sollten. Wenn sie Risikogeschäfte vermitteln sollten sie dafür eine Gebühr verlangen und diese gleich vorher einnehmen. Das Bankgeschäft sollte eine Dienstleistung bleiben und kein eigenes Gezocke werden. Risikogeschäfte, soweit sie Realwirtschaftlich noch sinnvoll sind, sollten strikt getrennt vom Kapital der Bank sein. Gerade damit kann nun mittlerweile eine Bank werben, eine gute eigene Geldpolitik zu betreiben. Nachhaltige In- vestitionen, beispielweise in Infrastruktur und Wirtschaft von Entwicklungs-
ländern, könnten ja dem interessierten Kunden vermittelt werden. Schließlich sind das auch Märkte von Morgen. Verstärken könnte man auch das Mikrokreditwesen.



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4. Terminbörsen sind wichtig
Der Artikel hat ideologische Schlagseite. Jeder Fachmann hat inzwischen erkannt, warum wir in diese Finanzkrise geraten sind: Zu hohe, zu riskante Kreditvergabe aufgrund der lockeren Geldpolitik. Anschließende Verbriefung der Kredite und Streuung der "Wertpapiere" über die ganze Welt, bei gleichzeitigem Versagen der Aufsichtsbehörden und der Rating Agenturen, die nicht in der Lage waren, "Qualität" zu erkenenn. Was bestimmt nicht "Schuld" war, sind die "normalen" Terminmärkte. Z.B. möchte doch jeder Bauer, jeder Ölverbraucher (z.B. Lufthansa), jeder Bergbauinvestor in der Regel sein zukünftiges Preisänderungsrisiko verringern. Was ist schlecht daran, daß andere (Finanz-)Marktteilnehmer dieses Risiko (teilweise) gegen Prämien übernehmen? Herr Heusinger, bitte differenzierter argumentieren



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5. Freiräume ja, unkontrollierte Freiheiten nein!
Wie soll man differenzierter Argumentieren, wenn man das Kind beim Namen nennen muß? Was die Zocker weltweit angerichtet haben bedarf keiner differenzierten Betrachtung mehr. Wer Freiheiten missbraucht, um deren Spielräume nur noch so auszunutzen, daß in möglichst kurzer Zeit und ohne Rücksicht auf Verluste Kasse gemacht wird, der muß zur Rechenschaft gezogen werden.
Ich selbst habe den Niedergang eines großen Unternehmens miterleben müssen und die Praktiken, wie Gewinne verschleiert und verschoben wurden kennengelernt. Statt in die Zukunft zu investieren gab es nur noch das einzige Bestreben, immer neue Tricks auszudenken und anzuwenden, Gelder, die für Investitionen nötig gewesen wären freizusetzen und sie in die Schweiz zu transferieren.



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