Im russischen Nordkaukasus ist zum zweiten Mal innerhalb eines Monats nach Angaben von Menschenrechtlern eine Aktivistin ermordet worden. Die Bürgerrechtlerin Sarema Sadulajewa sei tot aufgefunden worden, teilte die Organisation Memorial am Dienstag nach Angaben der Agentur Interfax mit. Angehörige des Opfers bestätigten dies.
Auch Sadulajewas Ehemann sei ermordet worden. Die russischen Behörden haben die Ermordung mittlerweile bestätigt. Die Leichen der Bürgerrechtlerin und ihres Mannes seien im Kofferraum eines Autos in einem Vorort der tschetschenischen Hauptstadt Grosny gefunden worden. Das teilte ein Polizeisprecher in Grosny am Dienstag nach Angaben der Agentur Interfax mit.
Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen wegen zweifachen Mordes ein. Die Opfer seien erschossen worden. Die Leiterin der regierungsunabhängigen Organisation "Retten wir die Generation" und ihr Mann waren am Montag nach Angaben von Angehörigen in Grosny entführt worden. Auch Sadulajewas Mann hatte sich für die Wahrung der Menschenrechte in seiner Heimat eingesetzt.
Mitte Juli war die tschetschenische Bürgerrechtlerin Natalja Estemirowa entführt und ermordet worden. Sarema Sadulajewa und ihr Ehemann seien am Montag von Unbekannten in einem Auto aus dem Büro der Organisation weggebracht worden, sagte der Leiter des tschetschenischen Memorial-Büros, Alexander Tscherkassow. Die Behörden der unruhigen Kaukasus-Republik hatten daraufhin mitgeteilt, es lägen keine Hinweise auf eine Entführung vor. Laut Augenzeugenberichten waren beide ohne Gewaltanwendung in das Auto gestiegen.
Der Fall der Mitte Juli ermordeten Estemirowa ist wie andere Verbrechen an Bürgerrechtlern in Russland nicht aufgeklärt. Estemirowa hatte für Memorial in Grosny gearbeitet. (dpa)


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