Der Islamist Bekkay Harrach, der in den vergangenen Tagen zwei gegen Deutschland gerichtete Videos veröffentlichte, hat nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden Zugang zu Führungsstrukturen des Terrornetzwerks El Kaida. Dem Mittdreißiger werden Kontakte zu Islamisten unter anderem in Frankfurt am Main, Braunschweig und Ulm nachgesagt.
Bereits nach einer ersten Propagandabotschaft Mitte Januar leitete die Bundesanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen den gebürtigen Marokkaner wegen des Verdachts auf Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung ein.
Nach Medienberichten ist Harrach, der aus Bonn stammt und seit 1997 die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, innerhalb von El Kaida an führender Stelle mit der Planung von Anschlägen betraut. Der Mann, der sich "Abu Talha, der Deutsche" nennt, soll in einer sogenannten Abteilung für "Auswärtige Operationen" aktiv sein. Nach den Erkenntnissen der deutschen Sicherheitsbehörden hält er sich seit 2007 im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet auf.
In der Botschaft vom Freitag droht Harrach den Deutschen mit einem "bösen Erwachen", sollten sie bei der Bundestagswahl am 27. September nicht für einen Politikwechsel stimmen. Einzig die Stadt Kiel nimmt er explizit von der Drohung aus. Während sich Harrach in der Botschaft vom Freitag ohne Kopftuch und in Anzug und Krawatte präsentiert, tritt er in dem neuen Film vom Sonntag unter dem Titel "O Allah, ich liebe dich" wie zu früheren Gelegenheiten vermummt auf.
Harrach bewundert Osama bin Laden und ist entschlossen zu töten. Gut informiert über deutsche Politik, äußert er sich detailliert zum Afghanistan-Einsatz. Bereits im Januar nannte er die Deutschen "leichtgläubig", wenn sie meinten, in Afghanistan "als drittgrößter Truppensteller ungeschoren davonzukommen". Es sei seit 1993 sein Wunsch, "sich für Allah in die Luft zu sprengen". In einer weiteren Botschaft Ende Februar pries er die Vorzüge des islamischen Wirtschaftssystems. (afp)


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