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Deutschlands Bevölkerung

Die Altenrepublik

Von Michael Bergius

Berlin. Die Menschen in Deutschland werden immer älter - und sie werden immer weniger. Dieser Trend wird sich nach einer Prognose des Statistischen Bundesamts in den nächsten 50 Jahren verstärken. Bis 2060 dürfte die Bevölkerung von aktuell 82 auf bis zu 65 Millionen schrumpfen.

Einem Zeitreisenden würde sich im Jahr 2060 dieses Bild bieten: Jeder dritte Bürger in Deutschland ist über 65, jeder siebte sogar 80 oder älter. Während heute noch etwa 50 Millionen Menschen im Erwerbsalter zwischen 20 und 65 Jahren sind, wird ihre Zahl auf rund 36 Millionen im Jahr 2060 zurückgehen. Der Umgang mit den Auswirkungen der Alterung werde "eine der wichtigsten politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte sein", sagte der Präsident des Wiesbadener Amts, Roderich Egeler, am Mittwoch in Berlin.

Die Statistiker ließen sich bei ihren Prognosen von unterschiedlichen Szenarien leiten. Bei den Geburten gehen sie von einer Zahl von durchschnittlich 1,4 Kindern je Frau aus. Auch die Migration wird berücksichtigt: Eine vorsichtige Schätzung nimmt etwa 100.000 jedes Jahr neu nach Deutschland einwandernde Menschen an, ein optimistischeres Szenario 200.000.

Allerdings, so betonen die Experten, hätten weder eine leicht höhere Geburtenrate als in der Studie unterstellt noch eine besonders starke Migration nennenswerte Auswirkungen auf die Kernaussage der Schätzung. Um eine Elterngeneration zu ersetzen, müssten Frauen in Deutschland dauerhaft jeweils 2,1 Kinder bekommen. Die Studie verweist auch auf den Trend, dass Frauen immer später Mütter werden.

Lebenserwartung über 90


Jungen des Geburtsjahrgangs 2060 haben eine durchschnittliche Lebenserwartung von bis zu 87,7 Jahren, Mädchen sogar eine von bis zu 91. Heute besteht die Bevölkerung hierzulande zu 19 Prozent aus unter 20-Jährigen; 2060 dürfte ihr Anteil auf 16 Prozent zurückgehen; er käme damit in die Nähe der Gruppe der über 80-Jährigen, für die ein Anteil von 14 Prozent erwartet wird.

Die vorhergesagte Alterung hätte große Auswirkungen auf die Arbeitswelt, wie das Bundesamt betont. Die aktuellen Probleme auf dem Arbeitsmarkt dürften nicht davon ablenken, dass das Job-Potenzial der Zukunft "zu einem erheblichen Teil" aus über 50-Jährigen bestehen werde, sagte Egeler. Bereits um 2020 dürften 40 Prozent aller Erwerbspersonen im Alter zwischen 50 und 65 sein.

Vor diesem Hintergrund unterstützen die Statistiker den umstrittenen Beschluss, das Renteneintrittsalter schrittweise von 65 auf 67 anzuheben. Die Probleme der Demografie würden damit zwar nicht gelöst, aber das Verhältnis von Erwerbstätigen zu Senioren werde "nicht ganz so gravierend verschlechtert", so Egeler.
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Dokument erstellt am 18.11.2009 um 17:43:10 Uhr
Letzte Änderung am 18.11.2009 um 22:18:28 Uhr
Erscheinungsdatum 18.11.2009 | Ausgabe: d
Kommentare
1. Wir sind ein kleiner Flächenstaat...weniger Leute ist gut
Eigentlich muss man nur auf den anderen Artikel in der Frankfurter Rundschau verweisen, wo gezeigt wird, dass es auf der Welt viel zu viele Menschen gibt und eine Bevölkerungsexplosion die Welt an den Abgrund führt.

http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/2088878_Wachsende-Bevoelkerung-Klimakiller-Mensch.html

Seien wir doch froh, dass wir zumindest das Problem der Überbevölkerung nicht haben und wenn es tatsächlich auf Dauer bisserl zu wenig Menschen gibt. Dann ist das auch nicht schlimm 2060, da wir in Deutschland immer noch mehr Einwohner dann haben als Frankreich oder England und Deutschland sowieso ein kleiner Flächenstaat ist, da reichen auch 50 Millionen auf der Fläche locker aus.

Falls es 2090 immer weniger werden sollte, können gern Leute einwandern aus Afrika.



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2. Altenrepublik
Derartige Prognosen sind abgrundtief unseriös und sollen in erster Linie den Weg bereiten für die für Versicherungen und Banken lukrative private Vorsorge und die Erhöhung des Renteneintrittsalters. Auch das Märchen vom demographischen Faktor wird nicht deshalb wahr, weil es immer wieder behauptet wird.



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3. Umstellung der Rentenformel
Da hilft nur eines: Die Rentenformel muss so umgestellt werden, dass neben der Einzahlungshöhe auch die Steuerzahlungen der leiblichen Kinder maßgeblich berücksichtigt werden. Dies wäre gerecht, denn es würde diejenigen belohnen, die Kinder in die Welt setzen, ihnen eine gute Ausbildung ermöglichen und gleichzeitig ein positives Bild von Deutschland vermitteln, so dass sie auch hier legal arbeiten.
Umgekehrt gilt: Wer dies nicht leistet, muss (und kann ja auch) stärker selber vorsorgen



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4. Statistischer Analphabetismus
Stellt der Bundesgerichtshof durch Urteil im Namen des Volkes am 17. September dieses Jahres mangelnde Kohärenz (Galbraith) unternehmerischen Handelns am Beispiel eines industriellen Gewerbes mit rund 300.000 Betriebsangehörigen fest, muss der Präsident des Statistischen Bundesamts begründen, weshalb insbesondere dieses Urteil vermeintlich ein Irrtum sein soll. Demgegenüber unsystematisch und damit gewillkürt wie vor allem das INIFES andere Arbeitsbedingungen, höhere Qualifikationen oder Löhne in zudem wechselnder Reihenfolge zu buchstabieren, diskreditiert sich selbst und zeugt davon, dass der Bundesgerichtshof wirklich im Namen des Volkes sprach.



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5. Armutsfalle Kinder I
Kinder sind Luxus: zeitlich, energetisch und vor allem finanziell!
Sie sind eine massive finanzielle Belastung, der nirgends Rechnung getragen wird.
Weder einkommensteuerlich (erst ab einem Einkommen von ca. 45.000,- Euro kommt das zum Tragen), noch bei Arbeitslosigkeit (ALG I eines Alleinstehenden ist genauso hoch wie das eines 5-fachen Familienvaters), noch bei einer späteren Rente.
Im Gegenteil: Während Kinderlose bessere Jobs bekommen oder annehmen können, und Geld in private Rentenvorsorgen stecken können, fallen Eltern später der Armut anheim, weil sie in Kinder investierten, die dann die Renten der Kinderlosen erwirtschaften - entweder durch Rentenbeiträge oder durch Erwirtschaftung von Renditen.



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