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18. März 2010
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Hotel-Steuersenkung soll fallen

Rüttgers' Rolle rückwärts

Die nordrhein-westfälischen Regierungsparteien CDU und FDP wollen die seit Januar geltende Mehrwertsteuersenkung für Hotelübernachtungen wieder kippen. "Gute Politik korrigiert sich, wenn ein Gesetz den Praxistest nicht besteht", sagte der stellvertretende FDP-Bundeschef Andreas Pinkwart dem Spiegel. "Also sollte man die Steuersenkung für Hoteliers aussetzen und im Rahmen der großen Steuerreform neu machen."

Wenn die schwarz-gelbe Bundesregierung dies nicht ändere, "bringen wir das über den Bundesrat ein", drohte der stellvertretende Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen. NRW-Regierungschef Jürgen Rüttgers (CDU) unterstützte den Vorstoß prompt.

Rüttgers, der auch stellvertretender CDU-Bundeschef ist, sagte am Sonntag in Düsseldorf: "Es ist gut, dass Herr Pinkwart gesagt hat, dass die Absenkung der Mehrwertsteuer für Hotelübernachtungen ein Fehler war." Die Bundesregierung solle den Pinkwart-Vorschlag ernsthaft prüfen. Beide Politiker hatten dem Steuerpaket mit der Mehrwertsteuersenkung für die Hotel-Branche Ende 2009 zugestimmt.

Im bevölkerungsreichsten Bundesland NRW wird am 9. Mai ein neuer Landtag gewählt. Nach einer aktuellen Infratest-Umfrage für den WDR hat die regierende schwarz-gelbe Koalition in Düsseldorf derzeit keine Mehrheit. Sie liegt mit zusammen 45 Prozent hinter dem Lager von SPD, Grünen und Linkspartei, das auf 50 Prozent kommt.

Der Parlamentarische Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, Ernst Burgbacher (FDP), lehnte als einer der Initiatoren der umstrittenen Mehrwertsteuer-Senkung den NRW-Vorstoß strikt ab. "Wir haben die Maßnahme bewusst gemacht für eine Branche, die in großen Problemen ist", sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Man habe das gemeinsam beschlossen, das bleibe so. "In der CDU war dieser Punkt nicht Priorität, aber jetzt ist er beschlossen. Unsere Autorität wächst nicht, wenn wir Zick-Zack fahren", sagte die CDU-Politikerin und Bundesbildungsministerin Annette Schavan dem Hamburger Abendblatt.

Linke und Grüne unterstellten Pinkwart ein taktisches Manöver vor der Landtagswahl angesichts der fehlenden Mehrheit für Schwarz-Gelb in jüngsten Umfragen. SPD-Chef Sigmar Gabriel kritisierte den NRW-Vorstoß als "Trauerspiel". Man könnte über die ganze Sache lachen, wenn das Hin und Her für Deutschland nicht so traurig wäre", sagte er am Sonntag. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Fraktion, Volker Beck sagte: "Nach dem Sinkflug bei den Umfragen fürchtet die NRW-FDP offenbar den Sturzflug bei den Landtagswahlen." (dpa )
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Dokument erstellt am 31.01.2010 um 17:18:02 Uhr
Letzte Änderung am 01.02.2010 um 08:52:09 Uhr
Erscheinungsdatum 31.01.2010 | Ausgabe: d
Kommentare
1. einen hab ich noch
Die Schwarz-gelbe Hotel-Steuersenkung soll ausgesetzt werden

ja bis nach den nrw wahlen...wer die spd gewaehlt hat
.....der kennt noch nicht den ruettgers von ner cdu ...proooo ooost



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2. Ich lach mich wech
Für wie blöd hält den Pinkwart und Co. das Wahlvolk. Und der selbst ernannte Arbeiterführer Rüttgers steht den Figuren der Mövenpick Partei in Punkto Dreistigkeit in nichts nach.



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3. Wohl keine Spende abgekriegt?
Die Hotelsteuer-Senkung kann man im NRW-Wahlkampf nicht vermitteln. Also erst mal dagegen. Damit kann man Wähler fangen. Nach der Wahl ist es entweder egal oder man hat Gründe gefunden warum diese Senkung so wichtig war. Vielleicht fließen ja auch noch Spendengelder, die beim Umdenken dann hilfreich sind? Jedenfalls drängt sich dieser Zusammenhang bei der Hotelsteuer geradezu auf.



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4. Gabriel sollte man zuhören
"SPD-Chef Sigmar Gabriel kritisierte den NRW-Vorstoß als "Trauerspiel". Man könnte über die ganze Sache lachen, wenn das Hin und Her für Deutschland nicht so traurig wäre"

Wenn sich jemand mit Günstlingswirtschaft und den daraus resultierenden Umfrageergebnissen auskennt, dann die SPD.



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5. "Trauerspiel" ist ja wirklich noch geschmeichelt
Pinkwart fordert die "Aussetzung" der MWSt-Senkung für Hotels. Begründung: "bürokratisches Monstrum". Kein Wort also, dass diese Steuersenkung skandalös unsozial ist. Nein, das nicht, die Hotels würden überfordert, auf einer Rechnung zwei MWSt-Sätze anzuwenden. Für wie dumm hält Herr Pinkwart die Menschen eigentlich? Auf neun von zehn Aldi-Rechnungen wird das Problem seit Jahren gelöst - Rasendünger 19 %, Tomaten 7 %.

Die Wahrheit ist, man glaubte die Bürger schlucken "die Kröte" (Wulff) inklusive Extrabonus für die FDP-Kasse. Und jetzt hat man die Hosen voll und möchte sich über die Landtagswahl hinwegmogeln. Danach dann vielleicht einheitlich 7 % für Bett und Frühstück - wen würde das noch wundern? Mein Gott Guido!



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