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Kinderpornografie

Löschen statt sperren

Berlin. Im Kampf gegen Kinderpornografie will die Bundesregierung ein Gesetz zur Löschung solcher Internetseiten schaffen und die bisherigen Pläne für deren Sperrung ad acta legen.

Das geht aus einer Stellungnahme des Kanzleramtes an Bundespräsident Horst Köhler hervor, aus der "Spiegel Online" zitiert. Das Justizministerium bestätigte die Existenz der in der Regierung abgestimmten Antwort, äußerte sich aber nicht zum Inhalt.

Das von Bundestag und Bundesrat beschlossene Internetsperren- Gesetz war von der damaligen Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) initiiert worden und auf viel Kritik gestoßen.

Internet-Sperren


Hintergründe und Meinungen zu den umstrittenen Netzsperren im Spezial.
Im November hatte der Bundespräsident die Bundesregierung aufgefordert, "ergänzende Informationen" zum so genannten Zugangserschwerungsgesetz zu liefern, das Bundestag und Bundesrat im Sommer 2009 verabschiedet hatten, für dessen Inkrafttreten bislang indes noch Köhlers Unterschrift fehlt.

Nach der Bundestagswahl hatte sich die neue Koalition auf Drängen der Liberalen entschieden, das umstrittene Gesetz zunächst ein Jahr nicht anwenden zu wollen. Der seltsame Kompromiss fand Eingang in den Koalitionsvertrag und war einer der Gründe für Köhlers Nachfragen, wie "Spiegel Online" weiter berichtet.

Die neue Stellungnahme des Kanzleramtes enthält "Spiegel Online" zufolge eine klare Abkehr vom alten Sperrkurs. Bis man zu einem neuen Löschgesetz komme, werde man sich auf Basis des bisherigen Gesetzentwurfs "ausschließlich und intensiv für die Löschung derartiger Seiten einsetzen, Zugangssperren aber nicht vornehmen", heißt es demnach in der Antwort der Regierung. Sie soll Ende vergangener Woche im Bundespräsidialamt eingegangen sein.

Dennoch bleiben Fragen offen: Warum will die Regierung ein neues Gesetz zur Löschung solcher Seiten schaffen, wenn genau dies längst möglich ist? Will die Bundesregierung das Zugangserschwerungsgesetz vom Bundespräsidenten absegnen lassen, um nach der darin angekündigten Evaluierung doch noch zurück auf einen Sperrkurs umzuschwenken? Und schließlich ist noch immer unklar, was mit der Sperrinfrastruktur passiert, die einige Telekommunikationsanbieter in Erwartung des ursprünglichen Gesetzes bereits eingerichtet haben. (pb, dpa, ddp)

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Dokument erstellt am 08.02.2010 um 20:52:15 Uhr
Letzte Änderung am 09.02.2010 um 09:50:45 Uhr
Erscheinungsdatum 08.02.2010
Kommentare
1. Haha
Das fällt der Regierung aber früh ein, dass das von Anfang an ne Schnapsidee war. Ich glaube deswegen ziehe ich jetzt extra nach NRW und wähle die CDU.



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2. ???
dieser ganze quatsch bezüglich kinderpronoseiten macht mich einfach nur wütend.
sperren??? löschen???

was soll denn der scheiss!!!

stehen lassen und die ip der user checken, dort nachhacken, checken wer warum wieso, zur not mit dem sek einlaufen... wäre das nicht sinnvoller???

die ganze debatte ist wirklich für die füsse - warum hier ermittlungstechnisch so zarghaft verfahren wird, leuchtet mir echt nicht ein.

meine, kenne ja einige leute,die wegen des "illegalen" ladens bzw. zur verfügungstellen von ganz harmloser mucke ihre id-feststellung nebst bullenbesuch und 1000undebbes strafbefehl hatten - bei kinderpornos sperrt oder löscht man lieber, ist ja auch nicht so schlimm wie ein bissel gewinnschmälerung im music business, oder was????

sic!!!!!!



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3. Warum bedarf es dafür eines neuen Gesetzes?
Bei dieser Ankündigung sollte man ganz genau beobachten, was am Ende dabei heraus kommt. Meines Wissens zufolge ist eine Löschung von Seiten mit kinderpornografischem Inhalt bereits jetzt möglich, da sie gegen bereits bestehende Gesetze verstoßen! Wozu brauche ich da neue Gesetze? Will man da vielleicht die Möglichkeit schaffen auch Seiten zu löschen, die bis jetzt nicht gegen geltendes Recht verstoßen?



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4. LaberRabarber
Wo ein Wille ist, ist auch ein Gebüsch. Das gilt für Täter, Gesetzgeber und Volzugsbeamte.
Aber was hilft ein Gesetz, wenn das Personal fürs Umsetzen fehlt.



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5. Löschen? Wie denn?
Soso...löschen will man jetzt. Tolle Idee - wirklich!
Aber genauso wie bei der Sperrdebatte zeigen unsere Regierungsverantwortlichen damit nur mal wieder eins: Das Sie KEINE Ahnung vom Internet haben.
Bin ja mal gespannt, wie das mit dem löschen einer Seite funktionieren soll, wenn diese auf Tuvalu oder sonstwo gehostet wird.



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