Normalerweise haben Neonazis nicht viel übrig für die Arbeit ihrer Gegner. Das ist nicht verwunderlich, denn schließlich wollen diese Gegner sie am liebsten verbieten lassen, umerziehen oder schlimmeres. Doch für die Idee der „Aktion T-Shirt“ kommt sogar Anerkennung aus der braunen Ecke. Und das zu Recht.
250 martialisch anmutende T-Shirts wurden am Wochenende während eines Musikfestivals der NPD in Gera verteilt. Ein Strohmann hatte sie zuvor als angebliche Spende dem NPD-Ortsverband in Thüringen übergeben. Beim Festival „Rock für Deutschland“ wurden sie dann schon am Eingang verteilt. Ein Totenkopf war auf den schwarzen T-Shirts zu sehen und die Aufschrift „Hardcore Rebellen“. Da die T-Shirts nichts kosten sollten, fanden sie auch reißenden Absatz.
Wandlung in der Waschmaschine
Beim Festival selbst ahnte noch niemand der etwa 600 Teilnehmer etwas von dem Betrug. Aber direkt am Sonntag, als die ersten sauberkeitsliebenden Glatzköpfe ihre Festival-Kleidung wuschen, flog alles auf. Das neue Kleidungsstück hatte in der Waschmaschine nämlich eine Wandlung durchgemacht. Von rechts nach links sozusagen. Der Totenkopf war verschwunden, auch von Rebellen war keine Rede mehr. Stattdessen kam die eigentliche, wasserfeste Botschaft zum Vorschein: „Was Dein T-Shirt kann, kannst Du auch – Wir helfen Dir, Dich vom Rechtsextremismus zu lösen“, war auf den T-Shirts nun zu lesen. Darunter standen die Kontaktdaten der Aussteigerinitiative Exit in Berlin.
Exit ist zufrieden
Der Gründer der Initiative, Bernd Wagner, ist zufrieden: „Wir hätten nie gedacht, dass die Aktion ein solcher Erfolg wird“, sagte er gestern gegenüber der Frankfurter Rundschau. Jetzt sei die Botschaft der Initiative endlich dort angekommen, wo sie hingehöre, ganz im Inneren der rechten Szene. Seit elf Jahren gibt es die Initiative schon. Etwa 400 Rechtsextreme wurden bislang bei ihrem Ausstieg unterstützt. „Das Anliegen der Aktion war es, in der Szene bekannt zu werden. Das haben wir geschafft“, sagt Wagner zufrieden. Und falls dem einen oder anderen Kameraden einmal Zweifel an seiner Gesinnung kommen, wisse er spätestens jetzt, wohin er sich wenden kann.
Die lobenden Worte der rechten Anhängerschaft wurden auf den Facebook-Seiten von NPD & Co. übrigens längst wieder gelöscht. So witzig fand man die Aktion dann wohl doch nicht.
Schräge Kandidaten, internationale Musik: Das ist der Eurovision Song Contest in Baku. Wegen der politischen Zustände in Aserbaidschan wird er dieses Jahr heftiger Kritik begleitet. Mehr dazu im Spezial.
Aktuelle Nachrichten aus der Gesellschaft
Manchmal sind es die kleinen, schönen Dinge am Rande, die beeindrucken. Die zeigen wir in unseren Bildern des Tages.
Werben auf dem iPad
Das iPad als Werbeform bietet besonders viele Möglichkeiten. Gerne beraten wir Sie persönlich.