Aktuell: Museumsuferfest Frankfurt | Türkei | US-Wahl | FR-Serie: Fintechs
Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?
Ja Nein

Türkei
Berichte, Hintergründe, Analysen zur Türkei

16. Februar 2016

Amnesty International: Türkei für Flüchtlinge „nicht sicher“

Amnesty International hat Fälle dokumentiert, in denen Syrer und Iraker aus der Türkei in ihre Heimat abgeschoben werden.  Foto: dpa

Amnesty International macht vor dem EU-Gipfel zur Flüchtlingspolitik in Brüssel deutlich, dass die Türkei kein sicherer Drittstaat sei. Mit der Abschiebung vieler Syrer und Iraker breche die Türkei internationales Recht.

Drucken per Mail
Osnabrück/Brüssel –  

Amnesty International hat die EU-Mitgliedsstaaten vor dem Gipfel zur Flüchtlingspolitik in dieser Woche in Brüssel davor gewarnt, Flüchtlinge künftig in die Türkei abzuschieben. "Die Türkei ist für Flüchtlinge nicht pauschal sicher, das ist sie ja noch nicht einmal für viele ihrer eigenen Bürger", sagte die Generalsekretärin der deutschen Amnesty-Sektion, Selmin Caliskan, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Überlegungen, die Türkei zu einem "sicheren Drittstaat" zu erklären, seien "der falsche Weg".

Caliskan betonte, Amnesty habe Fälle dokumentiert, in denen türkische Behörden Syrer und Iraker in ihre Heimat abgeschoben hätten. "Damit gefährdet die Türkei die Leben der abgeschobenen Menschen und bricht internationales Recht." Außerdem gehe die Regierung gegen regierungskritische Stimmen aus der Zivilgesellschaft seit Jahren immer strenger vor.

Die stellvertretende Vorsitzende der Grünen im EU-Parlament, Ska Keller, warnte unterdessen vor einem Scheitern des EU-Gipfels zur Flüchtlingspolitik. Die Grenze nach Griechenland dicht zu machen, führe zu neuen Fluchtrouten und verlagere das Problem in andere Länder, sagte Keller der «Neuen Osnabrücker Zeitung»: "Das wäre Sprengstoff für die gesamte EU." Es führe kein Weg daran vorbei, dass sich die Mitgliedstaaten bereiterklärten, Flüchtlinge nach einer gerechten Verteilungsquote aufzunehmen, betonte die flüchtlingspolitische Sprecherin der Grünen.

[ Hat Ihnen der Artikel gefallen? Dann bestellen Sie gleich hier 4 Wochen lang die neue digitale FR für nur 5,90€. ]

Zur Homepage

Anzeige

comments powered by Disqus

Anzeige

Dossier

Berichte, Hintergründe, Analysen zur Türkei und dem Anschlag auf Touristen in Istanbul.

Terror in der Türkei

Was Türkei-Reisende jetzt wissen müssen

Spezialeinheiten des türkischen Militärs in Diyarbakir. In der östlichen Metropole des Landes bekriegen sich das türkische Militär und PKK-Kämpfer.

Das Auswärtige Amt empfiehlt Reisenden, sich von Demonstrationen und Menschenansammlungen in größeren türkischen Städten fernzuhalten. Von Reisen ins Grenzgebiet wird generell abgeraten.  Mehr...

Videonachrichten Bombenterror in der Türkei