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Türkei
Berichte, Hintergründe, Analysen zur Türkei

12. Januar 2016

Attentat in Istanbul : Terror gegen Touristen

 Von  und 
Polizisten sichern den Tatort ab.  Foto: dpa

Mindestens acht Deutsche sterben bei einem Selbstmordanschlag in der Altstadt von Istanbul. "Seit vielen Jahren hat uns der Terror nicht mehr so schwer getroffen", sagt Außenminister Steinmeier.

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Mit Entsetzen haben Bundeskanzlerin und Bundespräsident auf den Anschlag in Istanbul reagiert, durch den am Dienstagvormittag mindestens zehn Menschen starben, darunter acht Deutsche.

15 weitere Personen wurden teils schwer verletzt, darunter laut Auswärtigem Amt neun Deutsche. Nach türkischen Regierungsangaben gehörte der Attentäter zur Terrorgruppe „Islamischer Staat“ und war kürzlich aus Syrien in die Türkei gekommen.

„Die Terroristen sind Feinde aller freien Menschen, ja sie sind Feinde aller Menschlichkeit, ob in Syrien oder der Türkei, in Frankreich oder Deutschland“, sagte Angela Merkel (CDU) am Abend im Kanzleramt. Sie sprach den Angehörigen der Opfer ihr Mitgefühl aus. Der Anschlag in Istanbul habe, wie zuvor die Attacken in Paris, Kopenhagen, Tunis und vielen anderen Orten „immer dasselbe Ziel: Es ist unser freies Leben in freien Gesellschaften“, erklärte die Bundeskanzlerin.  „Genau diese Freiheit und unsere Entschlossenheit, gemeinsam mit unseren internationalen Partnern gegen diese Terroristen vorzugehen, werden sich aber durchsetzen.“

Auch Bundespräsident Joachim Gauck zeigt sich tief erschüttert: „Es ist entsetzlich, was heute in Istanbul geschehen ist“, erklärte das Staatsoberhaupt. Wieder seien „bei einem hinterhältigen terroristischen Anschlag“ Unschuldige ermordet worden. Sowohl Merkel, als auch Gauck telefonierten noch am Dienstag mit dem türkischen Präsidenten Erdogan und dem Ministerpräsidenten Davutoglu

"Feiger Angriff"

Das Bundeskabinett beschäftigte sich noch am Dienstagabend in einer Sondersitzung mit dem Anschlag. Das Auswärtige Amt richtete einen Krisenstab ein, Botschaftsmitarbeiter vor Ort kümmern sich um die Betroffenen und Angehörigen.

Die Reiseveranstalter TUI und Thomas Cook meldeten bereits, dass keine ihrer Touristen betroffen seien. „Seit vielen Jahren hat uns der Terror nicht mehr so schwer getroffen wie heute in Istanbul“, sagte Außenminister Frank-Walter Steinmeier vor der Kabinettssitzung. Der Bundesregierung sei klar gewesen, dass „das Krebsgeschwür des Terrorismus niemanden verschont und uns alle gleichermaßen bedroht“, sagte der SPD-Politiker. Deutschland werde aber seine Politik nicht ändern: „Wir dürfen und wir werden uns von Mord und Gewalt nicht einschüchtern lassen, wir werden weiter mit unseren Partnern in der Welt dem Terror auf allen Ebenen entgegentreten.“ Alle Türkei-Reisenden rief Steinmeier auf, die und Sicherheitswarnungen des Auswärtigen Amtes genau zu verfolgen. Das Amt warnt Reisende dringend, Menschenansammlungen in Istanbul zu meiden.

SPD-Chef Sigmar Gabriel sprach von einem „feigen Angriff“: „Das sind unschuldige Menschen, die dem Terror zum Opfer fallen“, sagte der Vizekanzler.

Auch der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Gökay Sofuoglu, verurteilte die Tat. „Man will dem Tourismus in der Türkei schaden und zeigen: Wir können alles, egal was Ihr macht“, sagte er dieser Zeitung. Schließlich werde das Areal, an dem das Attentat geschehen sei, gut gesichert. Auch habe es dem Vernehmen nach vorher Hinweise auf ein entsprechendes Attentat gegeben. Deshalb stelle sich die Frage, warum es nicht verhindert worden sei. Sofuoglu fügte hinzu, die von der türkischen Regierung zunächst verhängte Nachrichtensperre sei ein Fehler gewesen: „Um Spekulationen zu verhindern, braucht man Transparenz“.

In der Türkei hatten Terroristen in jüngster Zeit immer wieder Anschläge verübt, zuletzt etwa im Oktober in Ankara mit mehr als 100 Toten.

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