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Türkei
Berichte, Hintergründe, Analysen zur Türkei

12. Januar 2016

Terror in Istanbul : Mindestens acht Deutsche getötet

Forensiker untersuchen den Tatort.  Foto: AFP

+++ Merkel: Terrorismus ist der Feind aller freien Menschen +++ Selbstmordattentäter sprengt sich in einer Touristengruppe in Istanbul in die Luft +++ Türkischer Ministerpräsident Davutoglu: Attentäter gehörte zur Terrormiliz IS +++ Unter den Toten ist auch ein Peruaner +++ Der Ticker.

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Istanbul –  

19:25 Uhr. Unter den acht deutschen Opfern des Terroranschlags von Istanbul sind mehrere Touristen des Berliner Reiseunternehmens "Lebenslust Touristik". "Die schrecklichen Ereignisse des heutigen Tages machen uns tief betroffen", sagt Geschäftsführer Marco Scherer.

18:40 Uhr. Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht den Angehörigen der Anschlagsopfer ihr Mitgefühl aus. Der Terrorismus sei der Feind aller freien Menschen und der Menschlichkeit, sagt sie am Abend in Berlin.

18.18 Uhr. Acht Deutsche seien unter den Toten des Terroranschlags von Istanbul, sagt Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und korrigiert damit frühere Meldungen. Darüber habe ihn sein türkischer Kollege informiert. Neun weitere Deutsche wurden demnach schwer verletzt.

17.19 Uhr. Unter den Toten von Istanbul ist ein Peruaner. Das gibt das Außenministerium des südamerikanischen Landes bekannt.

17:03 Uhr: Das Bundeskabinett kommt wegen des Terroranschlags mit mehreren deutschen Todesopfern in der Türkei am Dienstagabend zu einem Sondertreffen zusammen. Das kündigte Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) am Dienstag in Berlin an. Die Kabinettsmitglieder wollten sich dort über die Lage informieren lassen.

16.41 Uhr: Bundespräsident Joachim Gauck zeigt sich tief erschüttert. "Es ist entsetzlich, was heute in Istanbul geschehen ist", erklärt das Staatsoberhaupt. Wieder seien "bei einem hinterhältigen terroristischen Anschlag" unschuldige Menschen ermordet worden, darunter viele Deutsche. Er werde noch heute mit dem türkischen Präsidenten telefonieren.

16:04 Uhr: Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu hat die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) für den Anschlag von Istanbul verantwortlich gemacht. Der Selbstmordattentäter habe der Terrormiliz IS angehört, sagte Davutoglu am Dienstag in Ankara.


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16.01 Uhr: Fußball-Weltmeister Lukas Podolski reagiert tief betroffen auf den Terroranschlag in Istanbul. "Ich bin sehr traurig über die heutigen Ereignisse und meine Gedanken sind bei den Opfern und ihren Familien", schrieb der 30 Jahre alte Profi von Galatasaray bei Twitter.
Auch Ex-Nationalspieler Andreas Beck, der wie Mario Gomez in der türkischen Hauptstadt für Besiktas spielt, zeigte sich "schockiert" und sprach den Angehörigen sein Mitgefühl aus.
Am Dienstag hatte sich ein Selbstmordattentäter in unmittelbarer Nähe einer Touristengruppe in die Luft gesprengt. Neun Deutsche sind unter den Todesopfern.

15.57 Uhr: Davutoglu bestätigt gegenüber türkischen Medien, dass es sich bei dem Selbstmordattentäter um ein Mitglied der Terrorgruppe Islamischer Staat handelt.

15.24 Uhr: Mehrere deutsche Reiseveranstalter vermelden, dass keine ihrer Gäste von dem Anschlag betroffen seien, darunter TUI, DER, Thomas Cook, Alltours und Studiosus.

15.09 Uhr: Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu telefoniert mit Bundeskanzlerin Merkel und spricht sein Bedauern aus. Das meldet die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Die Getötete sind offenbar Mitglieder einer deutschen Reisegruppe, in deren Mitte sich der Attentäter in die Luft gesprengt haben soll.

15.04 Uhr: Aus türkischen Regierungskreisen heißt es, mindestens neun Deutsche seien unter den Todesopfern. Das teilte ein Regierungsvertreter, der anonym bleiben wollte, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur mit.

14.56 Uhr: Auch die türkische Nachrichtenagentur Anadolu meldet, dass die meisten Toten offenbar deutsche Touristen seien. Eine Quelle wird nicht genannt.

14.47 Uhr: Regierungssprecher Steffen Seibert twittert ein Statement von Angela Merkel: "Die Anschläge von Istanbul zeigen erneut Notwendigkeit, entschlossen gg. Grausamkeit des intern. Terrorismus vorzugehen".

14.39 Uhr: Die meisten Todesopfer des mutmaßlichen Anschlags in Istanbul sind Deutsche. Das verlautete am Dienstag aus dem Amt des Ministerpräsidenten.

14.33 Uhr: Gegenüber der Nachrichtenagentur AFP sagte eine deutsche Touristin: „Der Boden bebte. Es war wirklich Furcht erregend.“ Sie habe sich und ihre Tochter nach der Explosion in einem nahe gelegenen Gebäude in Sicherheit gebracht.

14.25 Uhr: Anne Hidalgo, Bürgermeisterin des vom Terror gezeichneten Paris, spricht den Angehörigen der Opfer des Attentats ihr Beileid aus. "Im Namen der Pariserinnen und Pariser all meine Unterstützung für Familien und Angehörige der Opfer des Attentats", schrieb die Bürgermeisterin am Dienstag auf Twitter. Zudem übermittelte sie ihrem Amtskollegen in Istanbul, Kadir Topbas, und den Einwohnern der Stadt ihre Solidarität.

14.15 Uhr: CNN Türk berichtet von deutschen Todesopfern.

13.45 Uhr: Die Bundesregierung schließt nicht aus, dass auch Deutsche bei dem Anschlag getötet und verletzt wurden. Das sagt Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier in Berlin und fordert zugleich alle Deutschen in der Türkei auf, die Sicherheitshinweise seines Ministeriums zu beachten. Nach Worten von Kanzlerin Angela Merkel hat es wahrscheinlich auch deutsche Opfer gegeben. "Wir sind in großer Sorge, dass auch deutsche Staatsbürger unter den Opfern und Verletzten sein könnten und wahrscheinlich sein werden", sagte Merkel am Dienstag nach einem Gespräch mit Algeriens Premierminister Abdelmalek Sellal in Berlin.

13.34 Uhr: Die meisten der zehn Todesopfer des Anschlags in Istanbul sind nach offiziellen Angaben Ausländer. Das gab die türkische Regierung am Dienstag in Ankara bekannt. Der Attentäter wurde laut türkischer Regierung als 28-jähriger Syrer identifiziert. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat.

13:22 Uhr: Die Zeitung "Cumhuriyet" berichtete unter Berufung auf einen Reporter in Sultanahmet, der Selbstmordattentäter habe sich in einer deutschen Touristengruppe in die Luft gesprengt. Die Zeitung "Hürriyet" berichtete, unter den Verletzten seien neun Deutsche. Sie würden in insgesamt vier Krankenhäusern behandelt. Zwei weitere Verletzte stammten aus Peru.

13.00 Uhr: Nach dem Terroranschlag von Istanbul können Urlauber ihre Städtereise in die Metropole wahrscheinlich kostenlos absagen. Nach derzeitiger Rechtsprechung bestehe ein Kündigungsrecht wegen Gefährdung durch höhere Gewalt, erklärte der Reiserechtler Prof. Ernst Führich aus Kempten.

Das Sultanahmet-Viertel

Der Stadtteil Sultanahmet in Istanbul gilt als eines der beliebtesten Ausflugsziele in der Türkei für Touristen aus aller Welt. Benannt ist er nach Ahmet I., der als Sultan von 1603 bis 1617 über das Osmanische Reich herrschte. Das Altstadtviertel liegt auf einer Halbinsel im europäischen Teil Istanbuls. Hier befand sich auch das Zentrum des historischen Konstantinopels. In der Nähe des zentralen Sultanahmet-Platzes stehen mit der Blauen Moschee, der Hagia Sophia und dem Topkapi-Palast die bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Auf dem Platz steht auch der Deutsche Brunnen, der im Andenken an einen Besuch des deutschen Kaisers Wilhelm II. in Istanbul im Jahre 1898 errichtet wurde. 1985 erklärte die Unesco das Viertel zum Weltkulturerbe. (dpa)

12.29 Uhr: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan vermutet einen syrischen Selbstmordattentäter als Urheber der Explosion. Unter den zehn Toten und 15 Verletzten seien Türken und Ausländer, sagt Erdogan. Die Türkei sei Ziel Nummer ein aller Terrorgruppen in der Region.

12.22 Uhr: EU-Ratspräsident Donald Tusk verurteilt über den Kurznachrichtendienst Twitter den "brutalen Terrorangriff" in Istanbul. Auch die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini spricht von einer Terrorattacke.

12.12 Uhr: Die türkische Sicherheitsbehörden halten es nach Worten von zwei Insidern für "sehr wahrscheinlich", dass die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) hinter der Explosion steckt. Von der Türkei aus fliegt eine von den USA angeführte Koalition Luftangriffe gegen IS-Stellungen in Syrien und im Irak. Auch die Bundeswehr unterstützt mit Tornado-Aufklärungsflugzeugen von Incirlik aus diesen Einsatz.

12.10 Uhr: Unter den Verletzten ist auch ein Norweger, erklärt das norwegische Außenministerium. Der Mann schwebe nicht in Lebensgefahr und werde in einem Istanbuler Krankenhaus behandelt.

Der Moment der Explosion: ein Feuerball neben dem ägyptischen Obelisk mitten im Touristenviertel Sultanahmet in Istanbul.  Foto: imago

11.45 Uhr: Das Auswärtige Amt warnte auf Reisende in Istanbul: sie sollten "Menschenansammlungen auch auf öffentlichen Plätzen und vor touristischen Attraktionen vorläufig meiden". Jetzt haben die türkischen Behörden eine Nachrichtensperre verhängt.

11.40 Uhr: Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu beruft ein Dringlichkeitstreffen ein, an dem der Innenminister und die Chefs der Sicherheitsdienste teilnehmen. In Regierungskreisen wird die Vermutung geäußert, dass es einen terroristischen Hintergrund der Explosion gibt.

11.13 Uhr: Unter den Verletzten der Explosion sind nach einem Bericht des Fernsehsenders CNN Türk auch Touristen aus Deutschland und Norwegen. Über die Nationalität der Toten gibt es noch keine Angaben.

In der Türkei wurden in den vergangenen Monaten mehrere Anschläge verübt. Im Oktober wurden bei einem doppelten Selbstmordanschlag in der Hauptstadt Ankara 103 Menschen getötet. Der bislang blutigste Anschlag auf türkischem Boden wurde der Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) zugeschrieben.

Die Polizei sichert in Istanbul das Gebiet rund um die Blaue Moschee und die Hagia Sophia, wo mindestens zehn Menschen bei einer Explosion sterben.  Foto: rtr

Am 23. Dezember wurde auf dem Istanbuler Flughafen Sabiha Gökcen bei einem Attentat ein Mensch getötet, zu der Tat bekannte sich die Kurdengruppe TAK. Die Türkei hat seit dem Sommer ihr Vorgehen gegen kurdische Aktivisten deutlich verschärft. (FR/rtr/afp/dpa)

Unser Türkei-Korrespondent Frank Nordhausen twittert aus Istanbul:

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