Die arme Bernadette. Da saß sie nun und weinte, nicht einmal RTL konnte ihr noch ein kurzes Statement entlocken. Bernadette hat keine Rose bekommen. Bernadette muss Südafrika verlassen. Bernadette und der Bachelor gehen von nun an getrennte Wege. Mit dieser für die beiden Beteiligten traurigen Entscheidung endete gestern Abend die zweite Nacht der Rosen, in der zweiten Folge „Der Bachelor“ auf RTL.
Nur noch 12 von einst 20 Frauen sind jetzt noch dabei, sie kämpfen in einem Wettbewerb, dessen Hauptgewinn „Paul“ heißt. Paul ist 30 Jahre alt, kommt aus Hamburg und übt den schönen Beruf „Image Manager“ aus. Paul sucht eine Frau, ach was, es ist Fernsehen: Paul sucht die Liebe fürs Leben. RTL hat sich dieses Mannes angenommen, ihn „Bachelor“ getauft, nach Südafrika geschickt und eine Auswahl Frauen gleich hinterher. „Sind ein paar hot chicks dabei“, kommentierte er in der letzten Woche. Er selbst wurde mit ähnlich liebevollen Komplimenten bedacht, „lecker“ sei er, sagten die einen, „geil“ die anderen. Sie sagen das natürlich nicht ihm, sondern den Kameras. Gestern hat Paul sein T-Shirt ausgezogen, da war das Gekreische groß, Katja klatschte, Paul grinste.
Die „Ladys“, so der korrekte Fachbegriff für die Teilnehmerinnen, legen sich für ihre Rosen ordentlich ins Zeug. „Frech“ steht in dieser Staffel hoch im Kurs, dicht gefolgt von „geheimnisvoll“. Was immer gut geht – das lehrten jahrelang amerikanische Datingshows auf MTV – ist Zärtlichkeit, besser noch sehr viel Zärtlichkeit. Mit dem Objekt der Begierde, gerne aber auch mit einer Konkurrentin. Dass sie für dieses „Projekt“ nun in Südafrika am Pool liegen dürfen, das finden die Ladys wirklich super. Ach, und wer weiß, so der Subtext, vielleicht kommt auch noch etwas Liebe bei rum. Die Ladys beherzigen wirklich alle Reality-TV-Regeln, lachen, lechzen und lästern, wann immer die Kamera draufhält. Und der Sprecher raunt aus dem Off: „Paul weiß, was er seinen Ladys schuldig ist.“
Jetzt wird es aber ein bisschen tragisch. Paul hatte ausgerechnet die einzige Lady umworben, die seinem blonden Beachboy-Look nicht erlegen war: Bernadette. Letzte Woche wollte er sie „Bernie“ nennen, durfte aber nicht. Gestern Abend schenkte er ihr ein romantisches Einzeldate auf dem Tafelberg und Bernadette fragte ihn, warum ausgerechnet sie das erste Einzeldate bekommen habe. Naja, eigentlich sagte sie: „Irgendjemand muss die Arschkarte ziehen, oder wie?“
Später fragte Paul nach seinen Minuspunkten und bekam „dein Aussehen“ zu hören. „Dafür kann ich ja im Endeffekt nichts“, sagte Paul tapfer. Aber als Bernadette ihm dann auch noch sagte, er sei wie ein Kumpel für sie, da tat Paul das, was ein Mann in so einer Situation tun muss: er ließ die herzlose Bernadette in der Nacht der Rosen leer ausgehen. Denn, das hatte er ihr zuvor noch erklärt: „Im Endeffekt geht es hier ja irgendwie darum, die Liebe zu finden.“
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