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TV-Kritik
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14. März 2016

AfD im TV: Die sachlichen Gesprächspartner von der AfD

 Von Thomas Schmitz
Die AfD-Frauen Beatrix von Storch und Frauke Petry.  Foto: dpa

Keine Wahlsendung verzichtet am Sonntagabend auf die AfD. In den Extra-Talkshows von ARD und ZDF machen sich sogar die AfD-Frauen von Storch und Petry gegenseitig Konkurrenz.

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In die Berliner „Elefantenrunde“ des ZDF – als TV-Institution an Wahlabenden in etwa so gewichtig wie die scherzhafte Charakterisierung der teilnehmenden Politprominenz – durfte am Sonntag noch kein Repräsentant der AfD teilnehmen. Dahinter steckte in diesem Fall aber nicht die angebliche Ausgrenzungstaktik, die  AfD-Funktionäre den Medien seit jeher vorwerfen, sondern schlicht die Verfahrensregel des Mainzer Senders: Eingeladen sind immer  nur die im Bundestag vertretenen Parteien.

Auf die AfD verzichten mochten die Wahlsendungen aber keinesfalls, war sie doch der große Gewinner des Tages. Also wurde AfD-Chefin Frauke Petry vor der Elefantenrunde umso länger direkt vom Moderator des Zweiten interviewt, und im späteren Verlauf des Abends hatte Maybrit Illner Petry  dann auch noch zu Gast in der Sonderausgabe ihrer Polit-Talkshow. Für Petry war die Gesprächssituation 1:1 die angenehmere Variante: Da konnte ihr kein anderer Politiker direkt widersprechen. Dafür sprachen die dann lange in Abwesenheit über die AfD – eingeleitet von einem Einspieler aus dem Petry-Interview. Auch das hatte Seltenheitswert, wenn es nicht gar ein Novum war. In der ARD wiederum wurde Petry  schon wenige Minuten nach der ersten Prognose zum Wahlergebnis befragt – als erste Vertreterin einer Partei überhaupt.

Vor der Wahl hatten die Verantwortlichen in den öffentlich-rechtlichen Sendern sich ausgiebig mit der Frage beschäftigt, wie ihre Nachrichtensendungen, Magazine und Talk-Formate  sinnvollerweise mit einer Partei umgehen sollten, die in Kommentaren als rassistisch und  rechtsradikal kritisiert und  aus Wahlkampf-Debatten sogar ausgeladen wurde. Am Wahlabend war nun  routinierte Höflichkeit allerorten angesagt. Nur auf dem privaten Kanal N24 behielt Michel Friedman als Moderator – damit auch sich selbst treu bleibend – den Kommentarmodus bei und merkte gewohnt scharf an: „Das einzige, was die AfD kann, ist hetzen.“

Im Gegenzug zur vergleichsweise freundlichen Behandlung durch die großen Sender gaben sich die AfD-Spitzenleute betont sachlich, wenn sie in den Nachwahlrunden  aus den Regionalstudios zusammen mit  den Kandidaten der anderen Parteien befragt wurden. Für eingehende Wortwechsel mit den Journalisten fehlte ohnehin die Zeit; nur Grünen-Chef Cem Özdemir herrschte einmal den AfD-Vize Alexander Gauland an: Er verbitte sich dessen Vergleich zwischen heterogener AfD heute und disparaten Grünen vor 30 Jahren. In puncto Medienbeachtung ist eine Parallele zwischen beiden Parteien tatsächlich unstatthaft, wie der Sonntagabend bewies: Zwei Spitzenfrauen  in den Spitzentalks (neben Petry bei Illner saß Afd-Vize-Chefin Beatrix von Storch bei Anne Will) – das hätte es in der Frühphase der Grünen nicht gegeben.

Anne Will führte die sachliche Gangart der ARD-Berichterstattung fort. Lediglich in der Mitte der Sendung brach sie mit den Spielregeln, als sie die Moderation an Ursula von der Leyen (CDU) übergab, die, unterstützt von Ralf Stegner (SPD), von Storch ins Kreuzverhör nahm. Will ließ die beiden minutenlang gewähren, um zu demonstrieren, dass selbst am Wahlabend  weniger um Landes-, sondern um Flüchtlingspolitik diskutiert werde.

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