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15. Februar 2016

Anne Will zu Syrien : „Ich mag Putin nicht“

 Von Jörg Wimalasena
Kein einfacher Abend für Moderatorin Anne Will.  Foto: obs

Moralisten gegen Analysten - bei Anne Will stehen sich zum Thema Syrien zwei Lager gegenüber. Einer der Höhepunkte: Martin Schulz schildert sein Verhältnis zu Wladimir Putin. Und eine Teilnehmerin möchte am liebsten selbst die Moderation übernehmen.

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Die einen wollen analysieren, die anderen über Moral reden. So lassen sich die Fronten im Talkshow-Studio von Anne Will am Sonntagabend am besten beschreiben. Vor dem Hintergrund der Münchner Sicherheitskonferenz lässt die Moderatorin über den Krieg in Syrien diskutieren, auch wenn es am Ende fast nur um die Rolle Russlands als Unterstützer Assads geht.

Auf der Seite der Analysten übernimmt der ehemalige General-Inspekteur Harald Kujat die Führung. Zu den Luftangriffen Russlands auf Aleppo sagt er: „Es gibt keine guten oder schlechten Strategien, es gibt erfolgreiche und nicht erfolgreiche.“ Die russische Strategie in Syrien findet Kujat erfolgreich. Das Engagement Russlands in Syrien habe den Friedensprozess erst ermöglicht, davor habe es Stillstand gegeben. Die Schuld an diesem Stillstand gibt der 62-jährige den USA und der EU. Man habe 2013 den Fehler gemacht, den Friedensprozess an einen Abgang Assads zu knüpfen.

Gabriele Krone-Schmalz verweigert sich einer moralischen Bewertung der russischen Angriffe ebenfalls. „Seit Russland bombt, zählen wir zivile Opfer, davor waren es Kollateralschäden“, sagt die ehemalige Moskau-Korrespondentin der ARD. Zwischenzeitlich versucht sie Anne Will die Moderation abzunehmen und wirft die Frage in die Runde, wie eine Lösung für ein Syrien ohne die Regierung des von Russland unterstützen Assad aussehen soll. „Es ist einfacher zu moralisieren, als zu analysieren“. Auf Twitter wird Krone-Schmalz für ihre Äußerungen gefeiert.

Dass der Krieg in Syrien neben strategischen Überlegungen  ganz reale Folgen hat, dafür ist Krone-Schmalz’ Gegenspieler Marwan Khoury zuständig, der die Moral an den Tisch holt. „Meine Kinder sterben durch die Russen“ ruft der syrischstämmige Gründer der Barada-Syrienhilfe. „Die Russen sind gekommen um uns zu töten.“

Martin Schulz beklagt fehlende Strategie

Diese Einschätzung teilt auch der Schweizer Kriegsreporter Kurt Pelda, der seit Kriegsausbruch 16 Mal im syrischen Kriegsgebiet war und noch im November Aleppo besucht hatte. „Der IS wird in Ruhe gelassen“, die russischen Angriffe würden nur den gemäßigten Rebellen gelten und „wir dummen Europäer gucken zu und klatschen sogar.“ Wer in Europa ob der russischen Attacken in Syrien klatscht, lässt Pelda allerdings offen.

Irgendwo zwischen den beiden Polen sitzt Martin Schulz (SPD). Der Präsident des Europäischen Parlaments macht das Fehlen einer Strategie für die erneute Eskalation im Syrienkrieg verantwortlich. Man habe „ein Vakuum erzeugt und Russland hat es gefüllt.“ Auf Nachfrage Anne Wills, wie er denn den russischen Einsatz bewerte schlägt Schulz sich auf die Seite der Analysten. „Ich beschreibe, ich werte nicht“, sagt Schulz, der später aber doch noch eine persönliche Bewertung zum russischen Präsidenten abgibt. „Ich mag Putin nicht.“

Am Ende ist Anne Will, die sich über die gesamte Sendung mit der Kritik von Krone-Schmalz an ihrem Moderationsstil („Wo wollen sie hin mit dieser Antwort?„Ich kenne journalistische Fragetechniken“) auseinandersetzen musste, wohl froh, zu den Tagesthemen überleiten zu können. Auch dort geht es wieder um den Krieg in Syrien.

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