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16. Mai 2012

Maischberger: "Hilfe, die Salafisten kommen!"

 Von Michael G. Meyer
Explosive Runde: Moderatorin Sandra Maischberger (Mitte) mit ihren Gästen Michel Friedmann, Wolfgang Bosbach, Matthias Matussek, Imam Sheikh Hassan Dabbagh (hinten), Renan Demirkan und Kristiane Backer (vorne, von links).  Foto: imago stock&people

Miteinander Reden hilft manchmal nicht weiter: In explosiver Runde diskutiert Sandra Maischberger über die extremen Ausformungen des Islam

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Wenn demnächst Thilo Sarrazin sein zweites Buch auf den Markt bringt, dann wird das Thema Islam und sein Einfluss in Deutschland ganz sicher wieder in der Diskussion sein. Quasi im Vorgriff darauf diskutierte am Dienstagabend Sandra Maischberger über den Salafismus und die extremen Ausprägungen des Islam. 

Eingeladen hatte sie eine explosive Runde: Es ging hoch her.  Mit dabei waren unter anderem die Schauspielerin Renan Demirkan,  Michel Friedman, Imam Scheich Hassan Dabbagh, Kristiane Backer, Ex-MTV-Moderatorin und konvertierte Muslimin, und der Spiegel-Journalist Matthias Matussek.

Um es vorweg zu nehmen:  Die Runde kam auf keinen gemeinsamen Nenner, streckenweise fielen die Kombattanten verbal über einander her – man verstand kaum ein Wort.  Sarrazin hätte seine Freude an manchen Momenten gehabt, etwa mit seinem Vorwurf, der „Orientale“ sei schnell aufbrausend und kaum für Argumente zugänglich. 

Keine Antworten vom Imam

Jedenfalls war Imam Scheich Hassan Dabagh, auch genannt der „Imam von Sachsen“, nicht verlegen um Ausreden. Warum aber die meisten gefassten Terroristen Kontakte zum Salafismus hatten und was das für seine Glaubensrichtung bedeute, darauf konnte oder wollte er keine Antwort geben. 

Man solle doch trotz massiver medialer Präsenz der radikalen islamischen Kräfte sollte man die Kirche im Dorf lassen, betonte der Vorsitzende der Zentralrats der Muslime in Deutschland: Von etwa 2000 muslimischen Gemeinden in Deutschland könne man gerade einmal ein Dutzend den radikalen Strömungen zurechnen.  Alles also nur aufgebauscht?  Ja und Nein.  

Matthias Matussek jedenfalls, der sich immer mehr zum Katholiken-Fundi entwickelt, war sich nicht zu schade, eine Reihe richtig simpler Bemerkungen abzusondern: „Wenn ich mich am Münchener Flughafen bis auf die Unterhose ausziehen muss, dann wegen des Islam, nicht wegen des Katholizismus“ oder, dass der Papst stets eintrete für die Verbindung von Glaube und Vernunft.  Gut zu wissen.  

Islam und Deutschland

Und dennoch hatte Matussek mit seiner Bemerkung recht, das in kaum einer anderen Weltreligion die Christen so streng verfolgt werden, wie im Islam.  In vielen Ländern, wie etwa dem Iran, sitzen Christen sogar in Todeszellen. 

Gehört der Islam also zu Deutschland?  Matussek meinte, historisch gesehen nein. Und verschweigt, dass vier Millionen Muslime hierzulande leben, die Hälfte sind deutsche Staatsbürger. Da  erübrigt sich fast die Frage nach der Zugehörigkeit – der Islam ist schon längst da. 

Und was tun gegen radikale Strömungen?  Darauf gab es auch nach 75 Minuten Debatte keine Antwort.  Miteinander reden hilft – so das klamme Fazit der Moderatorin Maischberger.  Schön wäre nur, wenn man es weniger emotional täte und wenn man weniger abgedroschene Thesen formulieren würde – doch das war ausschließlich den Gästen zuzuschreiben. 

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