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28. Januar 2016

Menschen bei Maischberger, ARD: Streit um den Umgang mit der AfD

 Von Thilo Streubel
Sandra Maischberger.  Foto: imago/Sven Simon

Diskutieren oder ignorieren? Die Politik in Deutschland ist sich nicht einig, wie man mit der AfD umgehen soll. Maischberger will vermitteln und erlebt wie die AfD den politischen Diskurs meidet.

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Wenn mit allen Wassern gewaschene Talkshow-Moderatorinnen wie Sandra Maischberger am Ende einer Sendung sagen, dass man die grundsätzlichen Regeln des Miteinanderedens nicht hinbekommen hätte, dann kann man in Deutschland 2015 davon ausgehen, dass es um das Thema Flüchtlinge ging und/oder die AfD zu Gast war. Natürlich sind politische Talkshows nicht der Ort für einen Kaffeeklatsch. Doch die harten Bandagen, mit denen die Politiker noch vor Jahren diskutierten, werden zunehmend rauer. Das wusste auch Maischberger am Mittwochabend nicht zu verhindern. Um das dringende Thema der Flüchtlingspolitik ging es zwar nur am Rande, aber das Thema "Tabupartei AfD - Deutschland auf dem Weg nach rechts?" bot allerlei Konfrontationspotential.

Hintergrund der Debatte sind die Elefantenrunden vor den bevorstehenden Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg. Politiker von SPD, CDU und Grünen diskutieren über den Umgang mit der Partei. AfD. Muss man sich ihr stellen, oder sie schlichtweg ignorieren?

Vorneweg sei gesagt, die Maischberger-Runde sollte eigentlich ersteres herausstellen, gab aber letztlich keine gute Werbung dafür ab. Vorzeige-Linker und Spiegel-Kolumnist Jakob Augstein und SPD-Vize Ralf Stegner stellten gleich zu Beginn die Weichen klar auf Angriff und bezeichneten die AfD als "Demokratiefeinde", die keine Argumente hätte. Verbal sollte es weiter mit scharfen Geschützen weiter gehen. Maischberger war zwar sichtlich bemüht das Geschehen zu ordnen. Doch gelang es ihr zu selten zwischen den Fronten zu deeskalieren und vermitteln. Trotz der Schwierigkeiten blieb sie neutral. Im Gegensatz zu AfD-Vorsitzender Frauke Petry, die anfangs noch die harsche Kritik der anderen Gäste lächelnd entgegennahm, doch später immer wieder ins Wort fiel, um Stegner und Augstein anzugreifen. Was fehlte, waren Argumente. Auf die Frage nach der rechten Strömung in ihrer Partei, verwies Petry wie schon oft zuvor auf "Einzelfälle" und dass man mal "über die Stränge schlage", wenn man jung sei. Gemeint waren Steckbriefe, die vom AfD-Nachwuchs auch mit dem Konterfei Stegners angefertigt wurden.

Augstein, der sich amüsierte und erstaunlich ruhig blieb, nannte Petry das "freundlich lächelnde Gesicht einer Lügenpartei" und  Petry nannte  Stegner ein "armes Geschöpf". Dazwischen bleibt die politische Debatte stecken. Der ehemalige AfD-Vize Hans-Olaf Henkel macht dann noch ein bisschen Werbung für seine Partei und  bringt das Thema Flüchtlingspolitik auf die Agenda. Er positioniert seine Partei Alfa, die Augstein selbst immer noch als "rechtspopulistisch" bezeichnet in der Mitte. Denn wer sonst solle denn die Lücke schließen, die die immer weiter nach links rückende CDU und die immer weiter nach rechts rückende AfD hinterlassen, fragt Henkel. Wenn Deutschlands Rettung also wirklich die Alfa sein sollte? Darauf will sich nun wirklich niemand einigen. Stattdessen redet Petry munter weiter, antwortet allerdings nicht auf Fragen, sondern greift lieber die Regierungsparteien an. Ein klares Wort zu den Fragen nach Rechtsdruck und Aufrufen zu Gewalt aus ihrer Partei hört man nicht. Maischberger wird es dann zu bunt und beweist wenigstens einmal, dass sie auf der Höhe ist: "Frau Petry, wenn ihr Sohn nach Hause kommt und ein Fenster mit seinem Ball kaputt geschossen hat, würden sie erstmal sagen, das machen die anderen auch, statt sich um das Fenster zu kümmern." Tor für den Moderator.

Doch am Ende ist man nicht schlauer als zuvor. Ob man sich ihr nun stellt, oder nicht, die AfD bleibt ein kratzbürstiger und uneinsichtiger Gesprächspartner. Aber auch das sollte die Demokratie aushalten. Und nicht mit dem Finger auf andere zeigen. Denn dann tun sie es der AfD gleich.

 

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