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TV-Kritik

10. Dezember 2012

RTL "2012! Menschen, Bilder, Emotionen“: 2012 ist ein dankbares Jahr

 Von Sarah Mühlberger
Günther Jauch. Foto: dpa

Felix Baumgartner, Olympia, Costa Concordia - natürlich hat Günther Jauch bei RTL die üblichen Verdächtigen im Gepäck, wenn es um den Blick aufs Jahr 2012 geht. Und doch bietet die Sendung auch ein paar Überraschungen.

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Worüber beim Thema Jahresrückblick interessanterweise kaum gesprochen wird, ist ja das Jahr selbst. Und eigentlich ist das ein wenig ungerecht, denn vielleicht hatte 2007 einfach mehr zu bieten als 2009, aber wer sollte das messen, wenn nicht einmal RTL, das sich mit „Die 10“ und „Die 25“ gleich zwei Ranking-Shows leistet, Jahre nach Unterhaltungswert in Listen einordnet. Wo 2012 also im zeitlichen Vergleich steht, lässt sich schwer sagen, aber wenn man von „2012! Menschen, Bilder, Emotionen“ ausgeht, dem von Günther Jauch gestern Abend moderierten RTL-Jahresrückblick, dann war 2012 zumindest einigermaßen originell.

Natürlich gab es Ausnahmen. Dass der Überschall-Energy-Drink-Springer Felix Baumgartner zu Gast war, dürfte niemanden überrascht haben, dass die Olympischen Spiele und Borussia Dortmund eine größere Rolle spielten, ebenfalls nicht. Auch auf das Unglück des Kreuzfahrtschiffes Costa Concordia blickte die Sendung erwartungsgemäß zurück, nur dass die Redaktion die Katastrophe um einen Monat verschob und auf Februar datierte, verwunderte etwas.

Viel wichtiger als Fakten sind beim RTL-Jahresrückblick ja ohnehin die titelgebenden Menschen, von denen im Laufe der drei Stunden immerhin 25 zu Gast waren. Der Taxifahrer etwa, der Joachim Gauck chauffierte, als dem das Amt des Bundespräsidenten angetragen wurde. Oder der Kellner, der Angela Merkel beim politischen Aschermittwoch ein Tablett voller Bier in den Nacken kippte. Die Tochter vom an Demenz erkrankten Rudi Assauer. Ein Junge, dessen Eltern ihm Teile ihrer Lungen spendeten. Hannelore Kraft. Ein Mädchen, das Angela Merkel in einem Brief seine Ideen zur Rettung Griechenlands präsentiert hatte und ein Mädchen, das alleine um die Welt gesegelt war.

Günther Jauch, der auf seinem Sonntagabendsendeplatz in der ARD von Kommissar Wallander vertreten wurde, hatte offenbar Spaß an seiner alten Wirkungsstätte RTL. Zumindest schien er bei manchen seiner Interviews ernsthaft interessiert und bei den anderen sorgte er zumindest dafür, dass sich keiner festquatschte. Am besten war Jauch trotzdem immer dann, wenn er seine penibel geplante Fragen-Marschroute mal verließ und improvisierte.

„2012! Menschen, Bilder, Emotionen“ war bei den Themen am unterhaltsamsten, die sich in diesem Jahr gar nicht unbedingt aufgedrängt hatten. Und weil die Redaktion den Jahresrückblick frei von jeder Chronistenpflicht gestalten konnte, war denn auch genug Platz für Originalität und Geschichten, die noch nicht auserzählt waren. Das ist nicht das Schlechteste, was man über einen Jahresrückblick sagen kann. Vielleicht war 2012 aber auch einfach nur ein dankbares Jahr.

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