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TV-Kritik

12. Juli 2012

RTL-Show „Alexa“ zum Abnehmen: Mit Nettigkeit gegen die Kilos

 Von Lisa Goldmann
Fast schon fad: Die nette Alexa mit ihren Schützlingen. 

Weniger Fett, mehr Vollkorn und abends nur Eiweiß – die neue Diät-Show „Alexa – Ich kämpfe gegen Ihre Kilos“ arbeitet mit bewährten Rezepten. Und doch hält die Sendung eine Überraschung parat.

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„Meine größte Angst ist, dass sie einschläft und nicht wieder aufwacht“, sagt Frank über seine Mutter Sandra. Traurige Musik ertönt, das Bild färbt sich schwarz-weiß. Willkommen bei RTL. Willkommen bei „Alexa – Ich kämpfe gegen Ihre Kilos“.

In der neuen Show zum Abnehmen begleitet Ernährungsberaterin und „Foodcoach“ Alexa Iwan stark übergewichtige Familien beim Abnehmen, diesmal Sandra und ihren Sohn Frank. Das Format ist bekannt von „Die Super Nanny“, „Der Hundeprofi“, „Raus aus den Schulden“ und Co. Die Deutschen scheinen viele Probleme zu haben und für jedes gibt es eine eigene Sendung. Dass die Shows nicht dazu da sind, den Teilnehmern zu helfen, sondern die Zuschauer zu unterhalten, ist ebenfalls klar. Man hat sich inzwischen an das Vorführen der Menschen gewöhnt.

Die neue Show kennt da wenig Skrupel. Das ist besonders übel, weil hier der minderjährige Sohn Frank betroffen ist. Ganze vier Mal zeigt RTL die Szene, in der sich Frank das T-Shirt über den Kopf zieht und Schwabbelbauch und Männerbrüste zeigt. Frank ist alt genug, die Sendung selbst zu sehen – genauso wie seine Freunde und Klassenkameraden. Man hört schön die höhnischen Bemerkungen, die ihn am Tag danach erwarten dürften.

Trotz diesen groben Fehltritts ist „Alexa – Ich kämpfe gegen Ihre Kilos“ doch anders als die anderen Sendungen. Das liegt weniger an Foodcoach Alexa, die zwar mehr Herzlichkeit zeigt als die Super Nanny oder der Schuldenberater, aber nur ein paar pseudowissenschaftliche Phrasen zu bieten hat. So erklärt sie nicht nur die richtige Ernährung, sondern mal eben auch noch den menschlichen Schlaf und die Funktionsweise des Gehirns. Echten Wissenschaftlern dürfte es grausen.

Dramatische Hungerattacken

Dass die Sendung überrascht, liegt vielmehr an Sandra, der Protagonistin der ersten Folge. Denn sie wirkt nett, gepflegt, schlau und reflektiert. Auch Sohn Frank macht einen sympathischen Eindruck. Damit hätte nun wirklich keiner gerechnet. Sandra versteht die Tipps der Ernährungsberaterin – weniger Kalorien, keine Fertiggerichte, Vollkorn statt Weißmehl und abends Eiweiß statt Kohlenhydrate – und kann sie umsetzen.

Das wirkt fast schon wieder langweilig und bestätigt so die fiese Grundregel des Reality-TV: Je kaputter die Menschen, desto größer der Unterhaltungswert. Zum Glück hat Sandra mit nächtlichen Hungerattacken zu kämpfen, die dramatisch in Szene gesetzt werden können, sonst wäre es ja zu fad.

Das Ergebnis der ersten Folge: Die Diät funktioniert, Sandra hat 15 Kilo in drei Monaten verloren. Sollte die Sendung am Ende einem Menschen geholfen haben?

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