Öffentliche Geschmackstests auf Straßen und Plätzen, Spielereien im Labor, dazu ein paar investigative Ansätze in Asien – das WDR-Team setzte beim Auftakt der neuen „Markenchecks“ wieder auf jene Rezeptur, die der Reihe einen so unverhofften Quotenerfolg gebracht hatte, vor allem beim jungen Publikum. Natürlich haben die drei Autoren Dirk Bitzer, Michael Grytz und Nicole Kohnert nicht die legendäre Geheimformel für die braune Brause gefunden – das wichtigste Erfolgsgeheimnis für den anhaltenden weltweiten Erfolg aber zeigt die kurzweilige Verbraucher-Doku durchaus auf.
Die Werbewirkung sei „phänomenal“, lautet eines der vier Urteile der Autoren. Sehr plastisch führte dies jener Test vor, den sich Gehirnforscher der Berliner Charité ausgedacht hatten. Sie verabreichten ihren Probanden viermal genau denselben Mischmasch aus vier Cola-Sorten, blendeten den Kandidaten aber jeweils vier verschiedene Markenlogos ein. Fast alle glaubten nun, deutliche Unterschiede herauszuschmecken und hoben Coca Cola meist heraus. Doch allein das Logo aktivierte die Hirnregionen, die für Glücksgefühle zuständig sind – der besondere Geschmack war hier pure Einbildung.
Nicht alle Tests waren so aussagekräftig, manches blieb Spielerei a la „Galileo“. Doch das Bestreben des jungen WDR-Teams, vom großen Namen nicht einfach nur zu profitieren, sondern die Markenpropaganda zu hinterfragen, war deutlich. So zeigte der Trip nach Indien, dass es mit dem behaupteten Bemühen von Coca Cola um eine nachhaltige Wasserwirtschaft nicht weit her ist.
Damit zog der Marken-Check seine Zuschauer von alltagsnahen Tests zur politischen Reportage, für die sich die meisten jungen Cola-Trinker wohl kaum interessiert hätten. Aber auch für gesundheitsbewusste Eltern hielt der Film neue Anti-Cola-Argumente bereit: Coca Cola ist nicht nur fürchterlich süß, sondern auch fast so sauer wie Essig. Das mikroskopische Bild der angegriffenen Zähne war erschreckend.
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