TV-Kritik

18. November 2012

TV-Kritik "Schlag den Raab" (Pro Sieben) : Halb zwölf genügt

 Von Torsten Wahl
Stefan Raab. (Archivbild) Foto: dpa

Stefan Raab besiegt zum sechsten Mal hintereinander einen Herausforderer in seiner Show „Schlag den Raab“. Pro Sieben feiert das als Rekord - Schließlich sei damit der Jackpot für die nächste Ausgabe auf 3,5 Millionen angewachsen.

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Wer sich für den Ausgang dieser Show interessiert, muss keineswegs von Beginn an gucken. Dank des Modus mit den ständig wachsenden Punkten pro Aufgabe wird eine allzu frühe Entscheidung verhindert und die Show zuverlässig in die Länge gestreckt – wer um halb zwölf einschaltet, kommt immer rechtzeitig. Die erste dreiviertel Stunde ab viertel neun vergeht schon mit dem Vorstellen und Küren des Herausforderers, vor allem aber mit dem Präsentieren von Gewinnen.

Anrufer konnten diesmal eine besonders bizarre Prämie gewinnen: Gleich sechs identische Modelle eines neuen Peugeot – für einen einzigen Anrufer! Das zeigt wohl, dass beim Hersteller gerade allzu viele Neuwagen auf der Halde stehen. Moderator Steven Gätjen bewies dazu den geölten Charme eines Autoverkäufers und betete im Verlauf der Show gefühlte zehn Mal sämtliche Ausstattungsmerkmale des Autos herunter.

So gaben die insgesamt fast fünf Stunden „Schlag den Raab“ dem Zuschauer die Chance für viele Nebenbei-Aktivitäten: Geschirrspüler einräumen, durchlaufen lassen und wieder ausräumen oder dem Handballkrimi zwischen den Rhein-Neckar Löwen und den Berliner Füchsen zugucken – ein wesentlich spannenderes Spiel als das ungleiche Duell von Stefan Raab gegen einen 44-jährigen Tischlermeister, dem die Zuschauer den Vorzug vor einem angehenden Unfallchirurgen gegeben hatten. Solch ein Unfallchirurg hätte in einigen früheren Raab-Shows durchaus seine Einsätze haben können.

Raab nimmt Verletzungen ernst

Bislang hatten Raab und Pro Sieben ja sogar damit angegeben, wie oft sich Raab schon verletzt hatte. Nach dem schweren Trainingsunfall seines Turmspring-Kandidaten Stephen Dürr in dieser Woche, zu dem Stefan Raab öffentlich bislang kein Wort verlor, gab er sich aber offensichtlich vorsichtiger. Sowohl beim Fechten als auch beim Rollerfahren fragte er nach, ob auch alles sicher sei oder ob man sich verletzen könne.

Am nachdrücklichsten in Erinnerung blieben weder der gewohnt ehrgeizige Stefan Raab noch sein sympathisch-zurückhaltender Herausforderer, sondern ein Mann von Aachener Casino. Bei einem Spiel, bei dem die Kandidaten so schnell wie möglich die Augen von zehn und mehr Würfeln addieren mussten, sollte der Casino-Mann eigentlich zu Kontrolle in Ruhe nachzählen. Doch er verzählte sich permanent bei simpelsten Additionen – das war wirklich unschlagbar.

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