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25. November 2012

TV-Kritik "TV Total Turmspringen" (Pro Sieben): Kein Wort für den Verletzten

 Von Torsten Wahl
Olaf Schubert spricht mit Stefan Raab nach dessen Sprung vom Turm am Samstag beim TV Total Turmspringen in der Olympia-Schwimmhalle in München.  Foto: dpa

Der Oberweite im knappen Bikini von Micaela Schäfer galt ein halbes Dutzend Anspielungen, der Unterwasser-Hintern von B-Tight wurde mehrfach in Zeitlupe vorgeführt, aber für den geprellten Nacken des schwer verunglückten Stephen Dürr hatte „Das große TV Total Turmspringen“ kein Wort übrig.

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Der Oberweite im knappen Bikini von Micaela Schäfer galt ein halbes Dutzend Anspielungen, der Unterwasser-Hintern von B-Tight wurde mehrfach in Zeitlupe vorgeführt, aber für den geprellten Nacken des schwer verunglückten Stephen Dürr hatte „Das große TV Total Turmspringen“ kein Wort übrig.

„Mehr als ein bisschen weh tun kann man sich hier nicht“, erklärte gewohnt großspurig Gastgeber Stefan Raab vor seinem letzten Sprung. Diese Behauptung war angesichts der Kette von Unfällen dieser Show schon mehr als unverfroren.

Schließlich war erst Mitte letzter Woche der Schauspieler Stephen Dürr bei einem Trainingssprung für das „TV Total Turmspringen“ so unglücklich mit der Stirn auf dem Wasser aufgeschlagen, dass er mit Lähmungserscheinungen in die Intensivstation eines Berliner Krankenhauses gebracht werden musste. Wer von Stefan Raab, der sich selbst beim Wasserspringen schon mal das Steißbein gebrochen hatte, einen Gruß oder ein Wort des Mitgefühls für den verletzten Stephen Dürr erwartet hatte, wurde enttäuscht.

Micaela Schäfer bereitet sich auf ihren Sprung vor.
Micaela Schäfer bereitet sich auf ihren Sprung vor.
 Foto: nordphoto

Dafür pries Raab „viele neue mutige Kandidaten“ an – was zugleich andeutete, dass diese Show ansonsten von denselben Promis wie immer bestritten wurde. Eine ganze Reihe von Teilnehmer wie die Einzelsiegerin Annabell Mandeng, die mit wirklich respektablen Sprüngen überzeugte, aber auch der unvermeidliche Raab-Getreue Elton, der mit seinen peinlichen Bauchklatschern wieder mal das halbe Becken leerte, waren schon des öfteren auf das Springbrett von Pro Sieben gestiegen.

Sonya Kraus noch schriller

Doch wer als Zuschauer tatsächlich die vollen viereinhalb Stunden bis zur Siegerehrung durchhielt, der musste viel aushalten. So musste er die Stimme einer besinnungslos daher schnatternden Moderatorin Sonya Kraus ertragen, die es offenbar darauf angelegt hatte, noch schriller als ihre Switch-Reloaded-Parodie zu wirken. Ihr wohltuender Gegenpol war Beckenrand-Moderator Olaf Schubert, der mit seinem hintergründig-verschmitzten Stil selbst dieser Show noch Momente des Aberwitzes bescherte.

Auch wenn der sportliche Wert des Spektakels wie immer fraglich war, feierte Pro Sieben seine Helden mit Flaggen und Hymne wie Olympiasieger. Dass sich der Deutsche Schwimmverband, bei Olympia zuletzt notorisch erfolglos, mit Trainern und Kampfrichtern für diese Show einspannen lässt, bleibt zwiespältig. Hoffentlich kommt wenigstens ein Teil der Einnahmen bei der Förderung der Nachwuchs-Wasserspringer an.

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