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TV-Kritik
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25. Januar 2016

TV-Kritik: Wenn Du wüsstest, wie schön es hier ist": Noch ein totes Mädchen

 Von D.J. Frederiksson
Barbara (Jana Thomaschütz, Mi.) ist die Tochter des Landtagsabgeordneten und ehemaligen Bergwerksbesitzers Alois Prantl (Fritz Egger, li.), und seiner Frau Renate (Susanne Kubelka, re.).  Foto: © Graf Film/Toni Muhr

Aus einer allzu oft gehörten Geschichte macht Regisseur Andreas Prochaska einen visuell überzeugenden und soliden, aber wenig überraschenden Kärnten-Krimi.

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Hm, kennen wir diese Geschichte nicht schon von irgendwo? In einem verschlafenen Provinznest wird die Schönheitskönigin und Tochter eines einflußreichen Gemeindeoberhaupts tot aufgefunden. Der eher simple Dorfpolizist bekommt Unterstützung durch einen schneidigen Ermittler aus der großen Stadt, und gemeinsam pflügen sie durch die ebenso bedrohlichen wie skurrilen Geheimnisse der Bewohner.

Das wirkt erstmal wie eine erstaunlich exakte „Twin-Peaks“-Kopie. (Selbst der Titel klingt wie einer der von Land und Leuten begeisterten Ausrufe, die Agent Cooper seiner Sekretärin Diane ins Diktaphon spricht.) Aber nachdem „Twin Peaks“ nun schon 35 Jahre alt ist und in seiner Krimigeschichte nun selbst nicht gerade originell war, muß man wohl eher konstatieren: Es klingt alles sehr nach Klischee. Vor allem: Das Opfer liegt derart bleich und hübsch direkt neben ihrem Krönchen, daß es geradezu die Frage provoziert, warum die Anzahl von toten 55jährigen übergewichtigen Buchhalterinnen in Krimis so verschwindend gering ist im Gegensatz zu toten Teenie-Schönheiten.

Allein in den drei Wochen dieses Jahres hatte wir schon mindestens drei Schülerinnen als Opfer zum Auftakt der Ermittlungen in diversen Nordsee-, Moorland- oder Bodensee-Provinznestern. Vor wenigen Monaten war es in „Weinberg“ sogar bereits eine andere blutjunge Schönheitskönigin. Selbst für Regisseur Andreas Prochaska muß sich das inzwischen wie ein breit ausgetretener Pfad angefühlen, er hat mit Filmen wie „In 3 Tagen bist du tot“ oder dem Zweiteiler „Vermisst - Alexandra Walch, 17“ auch schon mehrfach Teenie-Schönheiten mit Mördern zusammengebracht.

Aber mit Prochaska ist das so eine Sache. Über Jahre hinweg hat er sich an solider Serienkrimi-Kost abgearbeitet, bis er mit visuell und atmosphärisch inspirierten und vielfach preisgekrönten Filmen wie „Das finstere Tal“ und „Sarajevo“ bewiesen hat, daß er auch ganz anders kann. „Wenn du wüßtest, wie schön es hier ist“ wirkt nun wie ein Rückzug auf bekanntes Terrain, vor allem da das Drehbuch vom Krimi-Duo Stefan Hafner und Thomas Weingartner trotz allem bunten Lokalkolorit nicht wirklich über solides Fernsehfilm-Handwerk hinauskommt. Aber einiges hat  Prochaska dann doch mitgebracht.

Zum Beispiel hatte er stets ein Händchen für Schauspielführung, und Gerhard Liebmanns kompromißlose Darstellung des linkische Provinzpolizisten ist ein weiteres Beispiel von großen Schauspielleistungen unter Prochaskas Ägide. Und auch Kameramann Thomas W. Kiennast, der für „Das finstere Tal“ den deutschen Fernsehpreis erhalten hat, ist mit von der Partie und darf einige wunderschöne Lichtstimmungen schaffen.

Prochaska hat also durchaus versucht, die Geschichte poetisch zu verpacken. Aber letztlich fühlen sich dann doch zu viele Versatzstücke schon zu bekannt an, als daß mehr als ein solider Fernsehkrimi daraus geworden wäre. Immerhin: Wer diese Art von Geschichte mag, wird nicht enttäuscht. Er wird aber auch nicht überrascht.

 

 

 

 

 

 

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