TV-Kritik

26. November 2012

TV-Kritik Günther Jauch: Auge um Auge - Niemals Frieden in Nahost?

 Von Michael G. Meyer
Günther Jauch. Foto: dpa

Günther Jauch und seine Gäste diskutieren über den nicht enden wollenden Nahost-Konflikt zwischen Israel und Palästina.

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Mindestens 140 tote und mehr als 1200 verletzte Palästinenser, sechs tote und mehr als 220 verletzte Israelis: Das ist nach Angaben der Vereinten Nationen die Bilanz der Kämpfe zwischen Israel und der radikal-islamischen Hamas in den vergangenen Tagen.

Nach mehr als einer Woche schweigen die Waffen - vorerst. Doch wie lange wird die Feuerpause halten?  Wenn man nicht aufpasst, nicht lange. „Wichtig ist, den Waffenschmuggel nach Gaza zu unterbinden“, meinte Außenminister Westerwelle, der in der vergangenen Woche durch die Region gereist ist.

Salah Abdel Shafi,  Botschafter Palästinas in Deutschland, der die meiste Zeit seines Lebens in Gaza aufgewachsen ist, fragte sich: Warum befolgt Israel diverse UNO-Resolutionen nicht, warum hat sich an der Besatzung des Westjordanlands nichts verändert?

Westerwelle schickte hinterher:  „Beide Seiten, sowohl die Israelis als auch die Palästinenser müssen den jeweils anderen Staat anerkennen.“   Aber:  Die Grenzen von 1967 werden heute nicht mehr realisierbar sein, man müsse mit Ergänzungen leben – sprich: Manche  israelische Siedlungen werden nicht mehr verhandelbar sein.  Doch genau das ist das Problem, das vielen Palästinenser querliegt. 

Spannende Gegenüberstellung

Spannend war die Gegenüberstellung zweier Mütter, die die letzten Tage vor Ort erlebt haben:  Angela Garcia, eine Deutsche, die in Israel in der Nähe des Gaza Streifens wohnt und, Nor Abu Kahter, eine Palästinenserin, die in Deutschland aufwuchs, und seit vier Jahren in Gaza lebt.  Die eine erlebt bis zu 12 Mal am Tag die Raketenangriffe der Palästinenser in ihrem Dorf Nitzanim, die andere die Bombenangriffe der Israelis.

Was Jauch nicht erwähnte war, dass eines der Hauptprobleme die Radikalen auf beiden Seiten sind:  Solange die Siedler auf israelischer Seite und die extreme Hamas auf Seiten der Palästinenser so viel Einfluss haben, wird es kaum zum Frieden kommen.  Gar nicht zu reden von Steuervorteilen für all jene Israelis, die ins Westjordanland ziehen. 

Vielleicht, so mag man als Fazit ziehen, ist Kultur, ist Musik die Antwort: „Dieser Konflikt beschäftigt mich seit vielen Jahren, das kann ich nicht wegdirigieren‘“, sagte Daniel Barenboim,  Dirigent und Gründer des West-Eastern Divan Orchestra, in dem Muslime und  Juden, Israelis  und Palästinenser spielen. Barenboim hat in seiner Zuspitzung vielleicht nicht unrecht – vor Jahren meinte er, Israelis und Palästinenser bräuchten im Grunde einen Psychiater, um zum Frieden zu kommen.

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