TV-Kritik

18. November 2012

TV Kritik Günther Jauch: Unheilbar krank - Leben mit der Diagnose

 Von Michael G. Meyer
Günther Jauch. Foto: dpa

Günther Jauch diskutiert mit seinen Gästen über Krankheit und Tod und die letzte Lebensphase. Von Wut und Verzweiflung ist wenig die Rede, eher von Freude am Leben und Gottvertrauen.

Drucken per Mail

Nun ging sie also los – die ARD- Themenwoche „Leben mit dem Tod“, und dies bedeutet, dass sich das Thema durch fast alle Sendungen zieht. Günther Jauch und die Patin der Themenwoche "Leben mit dem Tod", die Theologin Margot Käßmann luden sich Gäste ein, die mit der schwierigen Diagnose einer unheilbaren Krankheit konfrontiert sind.

Wolfgang Bosbach, CDU-Politiker, hat 2010 erfahren, dass er Prostatakrebs hat. „Ich möchte nicht wissen, wie viel Zeit noch bleibt“, meinte Bosbach. Er beschäftige sich derzeit mit dem Leben und den Lebenden. Ganz anders ist die Situation von Bastian Brauns. Der 25-Jährige Student hat seit drei Jahren Muskelkrebs, musste eine Vielzahl von Operationen über sich ergehen lassen. Er könne aber an einem sonnigen Tag am Strand auch mal seine Krankheit vergessen.

Wie anspruchsvoll es ist, Patienten mitzuteilen, dass sie unheilbar krank sind, erzählte die Internistin Anette Diening. Jeder Patient sei anders, jeder Krankheitsverlauf sei anders, aber sie bleibe immer optimistisch – und dennoch wahre sie professionelle Distanz und versuche, alle Fragen der Patienten umfassend zu beantworten. Jauch diskutierte mit seinen Gästen auch die Frage, wie man angesichts einer solchen Diagnose überhaupt noch Gottvertrauen haben könne - Fritz Roth, Bestattungsunternehmer, ebenfalls mit einer Krebsdiagnose konfrontiert, meinte, dass er für jeden Tag dankbar sei und gerade jetzt immer noch genauso an Gott glaube wie früher.

Leben nach der Diagnose

Und dennoch: Die Gäste der Sendung wirkten erstaunlich kontrolliert, angesichts einer doch harten Prognose, einer drastisch verkürzten Lebenserwartung. Wut, Verzweiflung, Tränen – davon war doch recht wenig die Rede. Und dennoch gibt es ja solche Emotionen.

Das Leben nach dem Erfahren der Diagnose ist dann doch aber recht unterschiedlich: Wolfgang Bosbachs Terminkalender etwa ist jedenfalls so voll und dichtgedrängt wie früher. „Ich mache eben das, was mir Spaß macht, und habe mich auch für den Bundestagswahlkampf 2013 aufstellen lassen.“ Letztlich geht jeder anders mit der letzten Lebensphase um, und das ist wohl auch gut so.

Den Tod zurück ins Leben holen, das sei ihr Anliegen, meinte Margot Käßmann – und in der Tat kann ja die ARD-Themenwoche zumindest dafür sorgen, sich mit dem Thema intensiver und unbefangener zu befassen.

Jetzt kommentieren

TV-Kritik
Quiz
Tatort-Logo

Seit 40 Jahren gibt's fast jeden Sonntag im Fernsehen Mord und Totschlag. Mit dem Tatort beweist das öffentlich-rechtliche Fernsehen immer wieder seine Leistungsfähigkeit. Was wissen Sie über die Krimi-Reihe? Testen Sie's!

Kino: Neustarts
Medien
Fotostrecke
Hunde-Dusche: Ein Labrador-Golden-Retriever-Mischling bekommt in Deutschlands erstem Hundewaschsalon in Duisburg eine Dusche.

Manchmal sind es die kleinen, schönen Dinge am Rande, die beeindrucken. Die zeigen wir in unseren Bildern des Tages.

Quiz

Thomas Gottschalk übergibt "Wetten, dass..." an Nachfolger Markus Lanz. Testen Sie Ihr Show-Wissen!

Film

Die Filmwoche: Was läuft wann in welchem Kino? Alle Neustarts, alle Filme, alle Kinos, alle Zeiten.

Filmtipps
Videonachrichten Kultur