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05. Dezember 2012

TV-Kritik Sandra Maischberger: "Wer arbeitet, ist der Dumme?"

 Von Michael G. Meyer
Sandra Maischberger  Foto: dpa

Sandra Maischberger diskutiert über die Frage, wie gerecht der Lohn in Deutschland noch ist und welche Anreize es geben muss.

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Sozialthemen – die bespricht die Redaktion von Sandra Maischberger immer gern. Möglichst extreme Gegensätze, dazu Politiker von CSU und Linkspartei – fertig ist die kontroverse Sendung, so war es auch gestern Abend.

Das Thema war gar nicht genau einzugrenzen, irgendwie ging es um Sozialschmarotzertum, um Mindestlohn und den Anreiz, überhaupt eine Arbeit anzunehmen.  Ralph Boes, Arbeitsloser und ehemaliger Manager einer Berliner Seniorenresidenz, führte sich gleich richtig ins Thema ein, mit den Füßen auf dem Sofa, und begründete einen drei-wöchigen Hungerstreik mit Kürzungen durchs Jobcenter und niedrigen Ausbeuterlöhnen: „Ich würde einen anständigen Job auch annehmen“, meinte Boes. 

Er kämpft für ein bedingungsloses Grundeinkommen und wird dabei von der Linkspartei unterstützt. Angebote, etwa in einem Callcenter zu arbeiten, hat er abgelehnt. Zentrale Frage der Debatte ist:  Was kann man einem Menschen als Arbeit zumuten, welcher Lohn ist gerecht und zumutbar? 

Katja Kipping, Parteichefin der Linkspartei, meinte, dass man ja wohl nicht nur bei den ganz Armen danach fragen dürfe, ob nur eine profitorientierte Erwerbsarbeit eine Leistung für die Gesellschaft sei. Bei den Reichen, die teilweise ihr Vermögen ohne jede Gegenleistung geerbt haben, frage man auch nicht nach dem Mehrwert für die Gesellschaft. 

Abgleiten ins Absurde

Wie oft bei derlei Talkshow-Debatten, entglitt das Thema zuweilen ins Absurde. Die Dortmunder Unternehmerin und Charity-Lady Gisela Muth, (hat von der schon mal jemand gehört?) meinte, dass sie von jedem erwarte, etwas zu leisten, wenn er selbst Leistung erwarte.  Der Einspieler zeigte Muth als Produzentin von Hautcremes, die Kaviar-Extrakte und Blattgold enthält.  Geht’s noch?  Was hatte Frau Muth zum Thema beizutragen?  Nichts.

Ein weiterer Aspekt der Debatte war jener nach der Zahl der „Sozialschmarotzer“ in Deutschland – sind Sanktionen gegen Hartz IV – Empfänger gerecht und notwendig?  Eine Million Sanktionen verhängten die Ämter im letzten Jahr. 

Immer gerechtfertigt?  Nein, meinte Katja Kipping.  „Wer zahlt, schafft an und entscheidet“, meinte Markus Söder, bayerischer Finanzminister.  Der „Lautsprecher der CSU“ (Zitat taz) gab sich dennoch erstaunlich konziliant,  und meinte, dass es ja bloß um 3 Prozent der Hartz IV ginge, die sich nicht systemkonform verhielten.  Beim Rest seien ihm positive Anreize auch lieber, aber da müsse man manchmal eben Druck ausüben. 

Fazit:  Die Frage nach einem gerechten Lohn, einer akzeptablen Arbeit blieb weitgehend unbeantwortet.  Der Ruf nach einem bedingungslosen Grundeinkommen, einer Grundsicherung für jeden und jede, kam einmal mehr in der Sendung auf.  Aber wie realistisch und finanzierbar ist das?  Das Thema wird wiederkommen – spätestens in einer der nächsten Maischberger-Sendungen.

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