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TV-Kritik

11. Juli 2012

ZDF Doku Unheilbar krank: Mit Liebe gegen den nahenden Tod

 Von Felix Ehring
Moritz kümmert sich liebevoll um seine Schwester Luca. Luca kann mit der Krankheit nicht alt werden, Moritz muss trotzdem einen positiven Weg in die Zukunft finden. Foto: ZDF/Antje Wiech

Krankheiten können Familien zerstören. Dass es auch anders geht, zeigt eine ZDF-Dokumentation: Mit viel Liebe macht eine Familie das beste aus der Zeit, die eine kranke Tochter hat. Immer stärker aber quält die Frage, wie lange die Eltern auf die lebensnotwendige Technik für die Tochter setzen wollen.

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Dienstagabend, Arbeit geschafft, man selbst auch. Man sitzt also auf dem Sofa, und auf einmal, kurz nach dem Wetter, nimmt man unerwartet teil an einer emotionalen Achterbahnfahrt. Die ZDF-Reihe 37 Grad begleitet eine Familie mit zwei Söhnen und der Tochter Luca, die schwer krank ist. Sie hat eine unheilbare Stoffwechselkrankheit und verliert immer mehr von den Fähigkeiten, die sie erst vor wenigen Jahren gelernt hat: das Sprechen, das Laufen, das Schlucken.

Schwerer Stoff zur besten Sendezeit

Puh, schwerer Stoff, denkt man gleich. Trotzdem bleibt man dran, weil die vorgestellte Familie sofort sympathisch ist. Schon der Titel „Wäre cool, wenn sie ein Engel wird!“ deutet darauf hin. Die Familie geht auf rührende Weise liebevoll miteinander um. Sie vermittelt glaubhaft, dass eine Familie gemeinsam auch die härteste Probe bestehen kann. Und das ist der Tod.

Fünf Jahre lang hat die Autorin Simone Grabs die Familie begleitet, von 2007 bis Anfang 2012. Vor allem Lucas älterer Bruder Moritz kommt zu Wort. Er kümmert sich um die Schwester, liest ihr vor, bastelt zum Geburtstag für sie, trägt sie ins Bett. Neben der Schule spielt er erfolgreich Fußball. „Damit kann man sich gut von der Traurigkeit ablenken“, sagt er.

Sie werden sie gehen lassen müssen

Was Luca denkt oder fühlt, ist zu Beginn des Films noch zu erahnen: Freude, Rührung, Traurigkeit. Zum Ende hin wirkt sie erschöpft, abwesend. Während Moritz sich 2011 aufs Abitur vorbereitet, müssen die Eltern einen Schleimabsauger für Luca anschaffen, da die sie den Schleim nicht mehr aushusten kann. Der Vater sagt an einer Stelle, dass er noch nicht weiß, wann er die Tochter gehen lassen kann, wann er also keine lebenserhaltenden Maßnahmen mehr befürworten würde. Was für eine Entscheidung.

Wie traurig und verzweifelt die Eltern und Geschwister manchmal sein mögen, das zeigt der Film nicht. Zu sehen ist vor allem, wie sie die knappe Zeit mit ihrer Tochter genießen. Das ist bewundernswert – und für so einen Dienstagabend außergewöhnlich emotional.

Der Film ist noch bis Montag, 17. Juli, in der ZDF-Mediathek zu sehen, bitte hier klicken.

 

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