kalaydo.de Anzeigen

Ukraine
In der Ukraine gewinnen die pro-europäischen Kräfte den Machtkampf. Aber die neue Regierung in Kiew verliert die Kontrolle über die Halbinsel Krim.

10. März 2014

Ticker zur Ukraine: Russland greift Marine-Stützpunkt an

Wahrscheinlich russische Militärfahrzeuge vor dem ukrainischen Luftwaffenstützpunkt auf der Krim. Foto: REUTERS

Russland übernimmt weitere Militärbasen +++ 4000 Menschen demonstrieren in Donezk für Rückkehr von Janukowitsch +++ Bewaffnete stürmen Luftwaffenbasis auf der Krim +++ USA fordern Gespräche über Umgang mit Soldaten +++ Die Ereignisse im Nachrichtenticker +++

Drucken per Mail

In der Ukraine-Krise verschärfen die USA und die EU die Sanktionen gegen Russland. Die Regierung in Moskau reagierte mit Strafmaßnahmen gegen die USA. Die Lage in der Region bleibt angespannt. Die neuesten Ereignisse im Ticker:

06:00 Uhr: Russische Soldaten haben am Montag auf der Krim nach Angaben des ukrainischen Militärs einen Versuch zur Eroberung des Marine-Stützpunktes in Feodosia gestartet. Dabei setzten die Russen auch Hubschrauber ein, erklärte ein Sprecher. Die Marinebasis in Feodosia ist eine der letzten Stützpunkte auf der Krim in der Hand des ukrainischen Militärs.

20:58 Uhr: Die USA haben Russland zu Gesprächen mit Kiew über die Sicherheit ukrainischer Soldaten auf der Krim aufgefordert. «Berichte über anhaltende Übergriffe gegen ukrainisches Militärpersonal und Einrichtungen zeigen, wie gefährlich die von Russland geschaffene Situation ist», erklärte die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates, Laura Lucas Magnuson, am Samstag in Washington. «Sie strafen auch Präsident (Wladimir) Putins Behauptung Lügen, Russlands militärische Intervention auf der Krim habe in diesem Teil der Ukraine mehr Sicherheit gebracht», sagte Magnuson dem Sender CNN.

19:04 Uhr: Die Ukraine hat auf der Krim am Samstag die Kontrolle über zwei weitere Militärbasen an Russland verloren. Bewaffnete mit gepanzerten Fahrzeugen stürmten gewaltsam den Stützpunkt Belbek nahe Sewastopol und gaben Schüsse in die Luft ab. Zuvor hatten prorussische Demonstranten in Nowofedorowka im Westen der Krim eine Luftwaffenbasis unter ihre Kontrolle gebracht.

17:29 Uhr: Rund 4000 Menschen haben am Samstag im ostukrainischen Donezk für die Wiedereinsetzung des entmachteten ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch demonstriert. "Russland, hilf uns!" riefen die Demonstranten und schwenkten russische Flaggen. Auf Schildern war zu lesen: "Janukowitsch, komm wieder!" Der russlandfreundliche Staatschef war im Februar abgesetzt worden und nach Russland geflohen. In Donezk leben wie auf der Krim viele russischstämmige Bürger.

16:21 Uhr: Bewaffnete mit gepanzerten Fahrzeugen haben am Samstag eine ukrainische Luftwaffenbasis auf der Krim gestürmt. Ein Fahrzeug durchbrach das Tor des Militärstützpunktes Belbek in der Nähe von Sewastopol, wo die russische Schwarzmeerflotte stationiert ist, wie eine AFP-Reporterin berichtete. Daraufhin stürmten Bewaffnete auf das Gelände, feuerten Schüsse in die Luft und hielten ukrainische Soldaten mit automatischen Gewehren in Schach.

16:08 Uhr: Ukrainische Ermittler haben bei Ex-Energieminister Eduard Stawizki nach eigenen Angaben 42 Kilogramm Gold und 4,8 Millionen US-Dollar (knapp 3,5 Millionen Euro) Bargeld gefunden. Auch Edelsteine und Luxusuhren seien beschlagnahmt worden, teilte das Innenministerium am Samstag in Kiew mit. Stawizki, der für die Rohstoffverhandlungen mit Russland zuständig war, hatte sich ins Ausland abgesetzt. Insgesamt gab es 32 Razzien. Erst am Vortag war der Chef des Staatskonzerns Naftogas, Jewgeni Bakulin, wegen Veruntreuung von vier Milliarden US-Dollar festgenommen worden. Die Behörden sprechen von einer «kriminellen Bande».

15:56 Uhr: Der gewaltbereite Flügel der ukrainischen Protestbewegung, der nationalistische Rechte Sektor, hat in Kiew eine eigene Partei gegründet. Der Vorsitzende Dmitri Jarosch trete bei der Präsidentenwahl am 25. Mai an, teilte die Partei am Samstag mit. Die Gruppierung stellte den militanten Kern der Proteste gegen den inzwischen gestürzten Präsidenten Viktor Janukowitsch. Kritiker bezeichnen sie als Faschisten. Die russische Justiz hat gegen Jarosch Haftbefehl wegen Terrorismus erlassen. Basis des Rechten Sektors sind Splittergruppen, die sich an den Nationalisten Dmitri Donzow (1883 bis 1973) und Stepan Bandera (1909 bis 1959) orientieren.

15:13 Uhr: Der ukrainische Präsidentschaftskandidat Vitali Klitschko hat das Nachbarland Polen zur weiteren Unterstützung der Ukraine aufgerufen. «Polen ist ein Beispiel dafür, dass man Träume verwirklichen kann», sagte Klitschko am Samstag auf dem Parteitag der liberalkonservativen Regierungspartei Bürgerplattform (PO) in Warschau. Sein Traum sei eine europäische Ukraine. «Wir Ukrainer sind Europäer, nicht nur aufgrund der geografischen Lage, sondern auch historisch und kulturell.»

13.46 Uhr: Russische Truppen umstellen nach ukrainischen Angaben den Fliegerhorst Belbek auf der Krim. Sie stellen demnach den ukrainischen Soldaten ein Ultimatum, sich zu ergeben.

13.11 Uhr: Der polnische Verteidigungsminister Tomasz Siemoniak fordert eine stärkere Präsenz der US-Streitkräfte in Osteuropa. Die Regierung in Washington habe sich dafür offen gezeigt, über Details müsse aber noch gesprochen werden.

11.42 Uhr: Die Staatengemenschaft darf nach den Worten Steinmeiers eine neue Spaltung Europas infolge der Krim-Krise nicht zulassen. Steinmeier besucht derzeit die Ukraine.

11.23 Uhr: Die Ukraine ist nach den Worten von Ministerpräsident Arseni Jazenjuk auf Gaslieferungen aus Europa angewiesen, um seine Energieversorgung zu sichern. Dies sagt Jazenjuk nach einem Treffen mit dem deutschen Außenminister Frank-Walter Steinmeier in Kiew.

10:08 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel kritisiert das russische Vorgehen auf der Krim erneut. "Mit der Annexion - muss man sagen - der Krim ist die territoriale Integrität der Ukraine verletzt worden", erklärt sie in ihrem Video-Podcast.

09:47 Uhr: Nach Sanktionen der Europäischen Union gegen russische Politiker hat Moskau mit einer «angemessenen Antwort» gedroht. Russland halte sich solch ein Recht selbstverständlich vor, betonte Außenministeriumssprecher Alexander Lukaschewitsch am Samstag. «Es ist bedauerlich, dass die EU eine Entscheidung getroffen hat, die völlig losgelöst ist von der Realität», sagte Lukaschewitsch einer Mitteilung zufolge. Er forderte, zu «pragmatischer Zusammenarbeit» zurückzukehren, die allen Ländern diene. Wegen des umstrittenen Anschlusses der Krim hatte die EU Kontensperrungen und Einreiseverbote gegen ranghohe russische Politiker verhängt.

09:28 Uhr: Das russische Außenministerium begrüßt im Grundsatz die Entsendung der OSZE-Beobachtergruppe in die Ukraine. Es werde gehofft, dass dieser Schritt helfe, die Ukraine-Krise zu überwinden, erklärte das Ministerium.

09:11 Uhr: Die Ukraine-Krise hat nach Einschätzung des EZB-Ratsmitglieds Erkki Liikanen bislang kaum Auswirkungen für die internationalen Finanzmärkte.

1 von 24
Nächste Seite »

Jetzt kommentieren

Dossier

In der Ukraine gewinnen die pro-europäischen Kräfte den Machtkampf. Aber die neue Regierung in Kiew verliert die Kontrolle über die Halbinsel Krim. Russland und die Ukraine bereiten sich auf einen militärischen Konflikt um die Halbinsel vor.

Dossier: Ukraine
Leitartikel
Putins Invasion hat eine lange Vorgeschichte

Für die Eskalation der Lage auf der Krim ist nicht allein Wladimir Putin verantwortlich. Auch der Westen hat aus seinen Fehlern der Vergangenheit nicht gelernt. Ein Leitartikel zum Krim-Konflikt von FR-Politikredakteur Viktor Funk.

Videonachrichten Ukraine
Hintergrund
Die Lage auf der Krim bleibt angespannt. Foto: Maxim Shipenkov

Der ukrainische Machtkonflikt spitzt sich auf der russisch geprägten Halbinsel Krim zu. Dabei geht's um alles - auch ums Gas und die Geschichte.

Leitartikel
Russische Soldaten bewachen den Flughafen Simferopol.

Das neue Regime in Kiew zeigt, wie wenig ihm der Osten wert ist. Moskau fördert die Unruhe auf der Krim nach Kräften. Doch ist eine diplomatische Lösung des Konflikts möglich – noch. Ein Leitartikel von FR-Korrespondent Christian Esch.

Meinung
Videonachrichten
Spezial

Bombardiert Israel die iranischen Atomanlagen? Weitet sich der Konflikt zum Regionalkrieg aus? Werden gar die USA hineingezogen? Die Lage in Nahost spitzt sich dramatisch zu. Das Spezial.