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Ukraine
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20. September 2014

Ukraine: Entspannung mit Rückschlägen

Wieder in Freiheit: Diese Soldaten der Regierungstruppen kamen bei dem Austausch frei.  Foto: REUTERS

In der Ukraine haben Militär und Separatisten weitere Gefangene ausgetauscht. Ungeachtet der am Samstag eingerichteten Pufferzone soll es aber nach Agenturberichten zu weiteren Kampfhandlungen in der Ost-Ukraine gekommen sein. Aus Russland kommen positive Signale.

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Donezk –  

Zwei Wochen nach der Vereinbarung eines vollständigen Gefangenenaustauschs haben Regierungstruppen und prorussische Separatisten in der Ostukraine je 38 Menschen freigelassen. Der Austausch fand am Samstag etwa 60 Kilometer südlich der Stadt Donezk statt, wie russische Agenturen berichteten. Nach Angaben der Aufständischen sagte das Militär die Übergabe von 27 weiteren Gefangenen an diesem Sonntag zu. Die Konfliktparteien hatten sich am 5. September auf eine Waffenruhe sowie den Gefangenentausch geeinigt. Wegen Meinungsverschiedenheiten verzögerte sich die Übergabe aber mehrfach, beide Seiten sollen noch Hunderte Gefangene haben.

Zuvor soll es in der Ostukraine ungeachtet der Einigung auf eine Pufferzone zwischen den Konfliktparteien erneut zu Kampfhandlungen gekommen sein. In der Industriemetropole Donezk waren nach Angaben eines Reuters-Korrespondenten mehrere schwere Explosionen zu hören.

Ein Toter und mehrere Verletzte

Nach Angaben örtlicher Behörden war eine Munitionsfabrik unter Beschuss geraten. Auch aus Richtung des umkämpften internationalen Flughafens waren Explosionen zu vernehmen. Nach Angaben der ukrainischen Armee waren in der Nacht bei Kämpfen ein Soldat getötet und sieben weitere verletzt worden.

Die ukrainische Regierung und prorussische Separatisten hatten sich Samstag früh auf die Einrichtung einer Pufferzone geeinigt, um Verstöße gegen die Waffenruhe zu verhindern. Beide Seiten sagten nach Angaben des ehemaligen ukrainischen Präsidenten Leonid Kutschma bei einem Treffen der sogenannten Kontaktgruppe im weißrussischen Minsk zu, schwere Waffen von der Front jeweils um 15 Kilometer zurückzusetzen. Die so entstehende 30 Kilometer breite Pufferzone werde von Beobachtern der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) überwacht. Kutschma vertritt die Regierung in Kiew bei der Kontaktgruppe.

Auch aus Russland kommen positive Signale im Ukraine-Konflikt und den ausgesprochenen Sanktionen durch USA und EU. Demnach will das Land auf eine Vergeltung für die neuen westlichen Sanktionen verzichten. "Über weitere Strafmaßnahmen beraten wir nicht", sagte Vize-Ministerpräsident Arkadi Dworkowitsch am Samstag russischen Nachrichtenagenturen zufolge. Die USA und die EU hatten wegen der Ukraine-Krise Russland mit Sanktionen belegt. Diese richten sich vor allem gegen den Energie-, Rüstungs- und Finanzsektor. Moskau hatte als Reaktion ein Einfuhrverbot für Gemüse, Obst, Fleisch und Milchprodukte auch aus der Europäischen Union verhängt.

Russlands Wirtschaftsminister Alexej Uljukajew stieß ins gleiche Horn. Zusätzliche Gegenmaßnahmen wären kontraproduktiv, erklärte er am Samstag am Rande eines Wirtschaftsforums in Sotschi am Schwarzen Meer. (dpa/rtr/zys)

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