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Ukraine
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03. September 2014

Ukraine-Konflikt: Putin sieht Lösung für Ukraine-Konflikt

Putin (l) hält eine Einigung schon diese Woche für möglich.  Foto: AFP

Der russische Präsident Wladimir Putin hat einen Aktionsplan zur Lösung des Ukraine-Konflikts vorgelegt. Er hofft bis Freitag auf eine "endgültige Einigung". Die Börsen reagieren erleichtert auf seine überraschende Ankündigung.

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Der russische Präsident Wladimir Putin hat einen Aktionsplan zur Lösung des Ukraine-Konflikts vorgelegt. Der sieben Punkte umfassende Plan sehe unter anderem ein Ende der Offensiven der ukrainischen Armee und der prorussischen Separatisten sowie einen Austausch der Gefangenen vor, sagte Putin im Fernsehsender Rossija 24 am Mittwoch während eines Besuchs in der mongolischen Hauptstadt Ulan Bator. In einem ersten Schritt müssten in den ostukrainischen Regionen Donezk und Lugansk "die offensiven Militäraktionen beendet" werden.

Putin äußerte in Ulan Bator zudem die Hoffnung, dass die Regierung in Kiew und die prorussischen Separatisten im Osten des Landes bis Freitag zu einer "endgültigen Einigung" kommen. Er hoffe, dass beim nächsten Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe am Freitag ein "endgültiges Abkommen zementiert" werde, sagte Putin laut der Nachrichtenagentur RIA Nowosti bei einem Besuch in der mongolischen Hauptstadt. Zuvor hatte die ukrainische Führung verkündet, sie habe mit Moskau eine Waffenruhe für die Ostukraine vereinbart; die russische Regierung dementierte dies jedoch.

Die Ukraine-Kontaktgruppe hatte sich zuletzt am Montag in Minsk getroffen. An den Beratungen nahmen Vertreter der Regierung in Kiew, der Separatisten, Russlands sowie der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) teil. Die Europäische Union ihrerseits hat angekündigt, bis Freitag über mögliche neue Sanktionen gegen Moskau zu entscheiden.

Anleger sind erleichtert

Mit Erleichterung haben Anleger auf die überraschende Ankündigung einer dauerhaften Waffenruhe in der Ost-Ukraine reagiert. Der Dax stieg bis zum frühen Nachmittag um 1,3 Prozent auf 9633 Punkte, der EuroStoxx50 legte um 1,2 Prozent auf 3217 Zähler zu. Die US-Futures signalisierten für die Eröffnung der Wall Street ein Plus von 0,3 Prozent.

Der russische Präsidenten Wladimir Putin hält eine Lösung des Konfliktes noch in dieser Woche für möglich. Auch an der Moskauer Börse kehrte daher die Kauflaune zurück: Die Leitindizes IRTS schossen um bis zu knapp fünf Prozent hoch, der Rubel stieg um 1,5 Prozent.

So ganz eindeutig sei die Lage aber nicht, warnte Dafydd Davies, Partner bei Charles Hanover Investments. "Da sind noch ein paar Fragen offen,zum Beispiel wie solide ist die Waffenruhe. Aber wenn sie hält und bestätigt wird, dann kann es noch weiter nach oben gehen".


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Auch an anderen Börsenplätzen feierten die Anleger die Entwicklung. Der Londoner Auswahlindex FTSE stieg um bis zu ein Prozent und notierte mit 6898,62 Punkten so hoch wie zuletzt im Januar 2000. Bis zu seinem Rekordhoch fehlten ihm damit nur noch etwa 50 Zähler. Der pan-europäische Stoxx50 kletterte um 1,2 Prozent auf ein Sechs-Jahres-Hoch von 3087,59 Stellen.

In den Hintergrund rutschte unterdessen die am Donnerstag anstehende Ratssitzung der EZB in Frankfurt. Die Erwartungshaltung im Markt sei hoch und damit auch das Enttäuschungspotenzial, warnte Andreas Paciorek, Marktanalyst bei CMC Markets. "Liefert Draghi den Märkten allerdings ein Geschenk, könnte die Freude darüber den Dax schnell wieder auf Rekordjagd schicken." (afp/rtr)

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