Aktuell: Fußball-EM 2016 | Brexit | HIV und Aids | Flüchtlinge in Deutschland und Europa | Zuwanderung Rhein-Main
Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?
Ja Nein

Ukraine
In der Ukraine gewinnen die pro-europäischen Kräfte den Machtkampf. Aber die neue Regierung in Kiew verliert die Kontrolle über die Halbinsel Krim.

10. August 2014

Ukraine-Krise: Donezk unter Artilleriebeschuss

Ukrainischer Soldat in Siegerpose.  Foto: AFP

Die Separatisten fordern eine Waffenruhe, doch die ukrainische Armee feuert weiter auf die Rebellenhochburg Donezk. Mit massivem Artilleriefeuer will das Militär die strategisch wichtige Versorgungsroute zur Stadt Krasny Lutsch abschneiden.

Drucken per Mail

Die ukrainische Armee hat ihren Belagerungsring um die umkämpfte Separatistenhochburg Donezk erneut enger gezogen. Mit massivem Artilleriefeuer versuchte das Militär am Sonntag, die strategisch wichtige Versorgungsroute zur Stadt Krasny Lutsch abzuschneiden.
Die prorussischen Aufständischen erwiderten das Feuer aus ihren Stellungen. Sie forderten mit Hinweis auf das Leid der Zivilbevölkerung in Donezk und Lugansk mit Nachdruck eine Waffenruhe.

Eine einseitige Feuerpause lehnte Separatistenführer Alexander Sacharschenko erneut ab. Sollten die Regierungskräfte in Donezk einmarschieren, würden sie dort ihr «Stalingrad» erleben, drohte er.

Bei Gefechten am Stadtrand von Donezk kamen mindestens zwei Zivilisten ums Leben. Der Sicherheitsrat in Kiew widersprach Berichten, wonach Krasny Lutsch bereits in der Hand der Armee sei. «Die Kämpfe dauern unvermindert an», sagte Sprecher Andrej Lyssenko. Die Aufständischen berichteten von Gebietsgewinnen.

Krasny Lutsch liegt zwischen den Separatistenhochburgen Donezk und Lugansk. Wer die Stadt beherrscht, kontrolliert eine wichtige Straße nach Russland.

Mehr dazu

«Die Anti-Terror-Operation verläuft erfolgreich, der Ring um Donezk wird immer enger gezogen», sagte Lyssenko. Die Aufständischen hätten schwere Verluste erlitten. «Unter den Terroristen macht sich Panik breit. Wir hören von massiver Fahnenflucht - sie werfen die Waffen weg und wollen ihr nacktes Leben retten», behauptete er.

Auch die militanten Gruppen in Donezk sprachen von massivem Beschuss durch Regierungskräfte. «Das Feuer aus Granatwerfern hat sich die ganze Nacht hindurch bis in den Morgen gesteigert», sagte ein Sprecher. Zahlreiche Gebäude und auch der Hauptbahnhof der Großstadt seien beschädigt. Ein Geschoss sei auf dem Areal einer Klinik eingeschlagen und habe eine Frau verletzt.

Russland berät über Hilfslieferungen

Im Streit über russische Hilfslieferungen für die Ostukraine berät die Führung in Moskau nach eigenen Angaben mit der Regierung in Kiew, dem Roten Kreuz und den Vereinten Nationen. Es gehe vor allem darum, Einvernehmen über die dringende Notwendigkeit von Hilfslieferungen für die Region um Luhansk und Donezk herzustellen, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Sonntag in Sotschi. Die beiden Städte sind die letzten unter der Kontrolle der prorussischen Separatisten.

Der Westen hatte Russland vor einer Invasion in der Ukraine unter dem Deckmantel humanitärer Hilfe gewarnt, wie sie die Regierung in Kiew befürchtet. Hilfslieferungen dürften nur unter Führung des Internationalen Roten Kreuzes und mit Zustimmung der ukrainischen Regierung stattfinden, erklärte die Bundesregierung nach einem Telefonat von Kanzlerin Angela Merkel mit US-Präsident Barack Obama. (dpa/rtr)

[ Lesen Sie jetzt das EM-Spezial der FR - digital oder gedruckt sechs Wochen lang ab 27,30 Euro. Hier geht’s zur Bestellung. ]

Zur Homepage

Anzeige

comments powered by Disqus

Anzeige

Dossier

In der Ukraine gewinnen die pro-europäischen Kräfte den Machtkampf. Aber die neue Regierung in Kiew verliert die Kontrolle über die Halbinsel Krim. Russland und die Ukraine bereiten sich auf einen militärischen Konflikt um die Halbinsel vor.

Leitartikel
Putins Invasion hat eine lange Vorgeschichte

Für die Eskalation der Lage auf der Krim ist nicht allein Wladimir Putin verantwortlich. Auch der Westen hat aus seinen Fehlern der Vergangenheit nicht gelernt. Ein Leitartikel zum Krim-Konflikt von FR-Politikredakteur Viktor Funk.

Videonachrichten Ukraine
Hintergrund
Die Lage auf der Krim bleibt angespannt. Foto: Maxim Shipenkov

Der ukrainische Machtkonflikt spitzt sich auf der russisch geprägten Halbinsel Krim zu. Dabei geht's um alles - auch ums Gas und die Geschichte.

Leitartikel
Russische Soldaten bewachen den Flughafen Simferopol.

Das neue Regime in Kiew zeigt, wie wenig ihm der Osten wert ist. Moskau fördert die Unruhe auf der Krim nach Kräften. Doch ist eine diplomatische Lösung des Konflikts möglich – noch. Ein Leitartikel von FR-Korrespondent Christian Esch.

Meinung
Videonachrichten
Spezial

Bombardiert Israel die iranischen Atomanlagen? Weitet sich der Konflikt zum Regionalkrieg aus? Werden gar die USA hineingezogen? Die Lage in Nahost spitzt sich dramatisch zu. Das Spezial.