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"Costa Concordia"-Havarie: Überlebende verklagen offenbar Reederei

78.000 Euro Schadenersatz und Schmerzensgeld fordern offenbar fünf deutsche Überlebende des Schiffunglücks. Derweil nehmen die Retter am Wrack die Suche nach Überlebenden wieder auf.

Blick auf die havarierte Costa Concordia.
Blick auf die havarierte Costa Concordia.
Foto: AFP
Berlin –  

Eine Woche nach der Havarie des Kreuzfahrtschiffs „Costa Concordia“ fordern deutsche Überlebende der Katastrophe jetzt Schadenersatz vom Reiseveranstalter und der Reederei. Zwei Ehepaare und eine Frau aus Nordrhein-Westfalen reichten bereits Klage ein, wie Bild.de am Freitag unter Berufung auf einen Anwalt der Geschädigten berichtete. Die fünf betroffenen Passagiere klagen demnach auf Schadenersatz und Schmerzensgeld. Insgesamt gehe es um eine Summe von rund 78.000 Euro.

„Eines der Ehepaare verlor bei der Tragödie Kleidung, Schmuck und andere Wertgegenstände im Wert von rund 41.000 Euro“, zitierte das Online-Portal den Anwalt. Zusätzlich zum Schadenersatz seien pro Person 2500 Euro Schmerzensgeld für den teils noch anhaltenden Schockzustand zu rechnen, außerdem Entschädigungszahlungen für „entgangene Urlaubsfreuden“.

Die Geldforderungen wurden den Angaben zufolge zunächst an die bayerische Reisefirma gerichtet, bei der die Touristen ihre Kreuzfahrt gebucht hatten. Diese werde die Klage an die Reederei „Costa Crociere“ weiterreichen.

Die „Costa Concordia“ hatte am Freitagabend mit mehr als 3200 Passagieren und 1000 Besatzungsmitgliedern an Bord vor der Küste der Toskana-Insel Giglio einen Felsen gerammt. Auf dem Schiff waren nach Angaben der deutschen Niederlassung der Reederei mehr als 560 deutsche Passagiere, die meisten von ihnen im Alter zwischen 50 und 70 Jahren.

Costa-Chef: Kapitän führte Reederei in die Irre

Der Kapitän der „Costa Concordia“ hat laut dem Vorstandsvorsitzenden der Kreuzfahrtgesellschaft Costa Crociere, Pier Luigi Foschi, nach der Kollision mit einem Felsen Informationen an das Unternehmen sowie die Besatzung nicht korrekt weitergegeben. Er habe etwa 20 Minuten nachdem das Schiff auf Grund gelaufen sei, mit Kapitän Francesco Schettino gesprochen, aber keine angemessene Unterstützung geben können, weil die Darstellung des Kapitäns „nicht der Wahrheit entsprochen hat“, sagte Foschi dem staatlichen italienischen Fernsehen. Schettino hatte lediglich von „Problemen“ gesprochen, aber nicht erwähnt, dass er einen Felsen gerammt hatte. Ebenso wenig sei die Besatzung über den Ernst der Lage informiert worden, sagte Foschi.

Die Überlebenden der Costa Concordia

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Schwierige Bergung der Costa Concordia

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Rettungsarbeiten an „Costa Concordia“ teilweise wieder aufgenommen

An einem Teil des auf Grund gelaufenen Kreuzfahrtschiffes „Costa Concordia“ sind am Freitag die Rettungsarbeiten wieder aufgenommen worden. An der Seite, die aus dem Wasser herausrage, seien seit dem späten Nachmittag wieder Rettungskräfte auf der Suche nach den Vermissten im Einsatz, da sich das Schiff stabilisiert habe, teilte ein Sprecher der italienischen Marine mit. Die Arbeiten unter Wasser könnten Taucher indes nicht vor Samstag wieder aufnehmen.

Vermisst wurden nach dem Unglück vor einer Woche noch immer mehr als 20 Menschen. Elf Tote wurden bislang geborgen. Das havarierte Schiff droht, in tiefere Gewässer abzurutschen und vollständig zu sinken.

Reederei-Chef: Unglücksfelsen ragte aus dem Wasser

Der von der „Costa Concordia“ gerammte Felsen ist nach Angaben der Reederei vom Schiff aus zu sehen gewesen. Das Hindernis habe aus dem Wasser geragt, sagte der Präsident der Schifffahrtslinie Costa Crociere, Pier Luigi Foschi, in einem Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Samstagausgabe). Der Kapitän und der Offizier am Steuer hätten den Felsen dennoch nicht gesehen. Foschi bemängelte zudem, dass die Zeit zwischen dem Unfall und der Evakuierung des Kreuzfahrtschiffes viel zu lang gewesen sei. Die Kommandofolge werde derzeit untersucht.

Nach den Worten von Foschi sind nach der Havarie fast alle deutschen Gäste noch einmal kontaktiert worden, nur mit 15 von ihnen versuche man sich noch in Verbindung zu setzen. (afp/dapd)

Datum:  20 | 1 | 2012
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Interaktive Graphik
Das Kreuzfahrtschiff Costa Concordia liegt mit schwerer Schräglage im Wasser.

Der fatale Unfall der Costa Concordia vor der Insel Giglio in unserer interaktiven Graphik.

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