Costa Concordia: Frauenleiche auf Costa Concordia gefunden
Taucher machen sich am Samstag für die Suche nach Vermissten auf der Costa Concordia bereit. Foto: Jörn Haufe/dapd
Taucher machen sich am Samstag für die Suche nach Vermissten auf der Costa Concordia bereit. Foto: Jörn Haufe/dapd
Die Zahl der Toten nach der Havarie des Kreuzfahrtschiffes Costa Concordia ist damit auf zwölf gestiegen. Rund um das Schiff hat sich ein Ölfilm gebildet. Zurzeit gibt es aber noch keine Hinweise, dass ein Teil des Schweröls bereits aus den Tanks ausgetreten ist.
Mehr als eine Woche nach der Havarie des Kreuzfahrtschiffs Costa Concordia vor der toskanischen Küste haben die Rettungskräfte eine weitere Leiche aus dem Wrack geborgen. Bei dem Opfer handelte es sich um eine Frau, wie die italienische Küstenwache am Samstag mitteilte. Taucher hätten den Leichnam im Heck des Schiffes gefunden und auf die Insel Giglio gebracht. Über die Nationalität der Frau wurde nichts mitgeteilt. Damit stieg die Zahl der Toten auf mindestens zwölf. 20 Menschen wurden noch vermisst.
Der Philippiner, der bei seiner Rückkehr seine Familie wieder in die Arme schließen konnte, ist einer von rund 1000 Mitgliedern der international zusammengesetzten Crew.
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Auch der Peruaner Angel Paredes (rechts) gehörte zur Crew des Schiffs. Er kehrt leicht verletzt, aber glücklich zu seinen Angehörigen nach Lima zurück.
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Sein philippinischer Kollege Rogelio Barsita zeigt in Manila die Unterschriften weiterer Überlebender auf seinem T-Shirt.
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Cindy Michelly (Mitte), ebenfalls ein Mitglied der Crew, gibt nach ihrer Ankunft am Flughafen in Lima den Reportern Auskunft.
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Aus Peru stammen 44 Besatzungsmitglieder der Concordia. Auch Rose gehört dazu, die hier von einem Mann mit Blumen in Empfang genommen wird.
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Ein peruanischer Kollege von Rose gilt weiter als vermisst, ebenso wie zwei weitere Besatzungsmitglieder aus Italien und Indien. Ein Crewmitglied aus Ungarn ist vermutlich unter den bisher geborgenen Toten.
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Kabinen-Stewardess Gilda Gido wird am Flughafen in den Philippinen ein Schild ihres Arbeitgebers in die Hand gedrückt, auf dem "Wir sind stolz auf euch" steht. Passagiere machen Teilen der Crew Vorwürfe wegen der chaotischen Evakuierung.
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Überlebende berichten, dass Crewmitglieder mehreren Passagieren den Zutritt auf eine Rettungsinsel verwehrt haben. „Not for Passengers, for Crew only“, soll ein Besatzungsmitglied gesagt haben. Aber auch von Crewmitgliedern, die Passagiere aus dem Wasser zogen, wird berichtet.
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"Renzo ist wieder bei uns" - mit dieser frohen Botschaft wartet seine Familie am Flughafen von Lima auf die Rückkehr des Crewmitglieds.
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Ihr Bild ging um die Welt: Han Ki-Deok und seine Frau Chung Hey-Jin aus Südkorea waren auf Hochzeitsreise auf dem Kreuzfahrtschiff und wurden aus dem Wrack gerettet.
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Kandari Sujan Singh aus Indien ist einer der rund 3200 Passagiere - er konnte unverehrt nach Hause zurückkehren.
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Auch Mukesh Kumar überlebte das Unglück als Passagier. Am Indira-Gandhi-Flughafen in Neu Delhi wird der Inder begrüßt.
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In Giglio Porto, am Ort des Unglücks, werden immer noch zahlreiche Menschen vermisst. Unter ihnen ist auch dieser Mann, nach dem Angehörige mit Hilfe eines Fotos suchen.
Während die Suche nach Vermissten weitergeht, feiern Überlebende des Schiffsunglücks der Costa Concordia überall auf der Welt ihre Rettung. Christian Cru, Mitglied der Crew, wird in Manila von seiner Frau in Empfang genommen.
Die Taucher nahmen die Suche nach den Vermissten am Samstagvormittag wieder auf. Um den Zugang zu dem Schiff zu erleichtern, sprengten sie zuvor mehrere Löcher in den Rumpf. Die Taucher suchten nach Überlebenden oder Leichen von Verunglückten. Experten gingen jedoch davon aus, dass keiner der 21 Vermissten noch am Leben ist. Der deutsche Botschafter in Italien zeigte sich bei einem Besuch auf Giglio hingegen optimistisch, dass noch Überlebende gerettet werden könnten.
Unterdessen bestätigten die italienischen Behörden, dass sich und um das Wrack ein leichter Ölfilm gebildet habe. Es gebe jedoch keine Hinweise darauf, dass ein Teil der 2.200 Tonnen Schweröl aus den Tanks des Schiffs ausgetreten sei, sagte der Sprecher der Küstenwache, Cosimo Nicastro, am Samstag.
Spezialschiffe zum Absaugen des Öls sind einsatzbereit
Bei der Substanz scheine es sich um Diesel zu handeln. Der Treibstoff wird von Rettungsbooten genutzt und dient als Schmiermittel der Maschinen an Bord der „Costa Concordia“. Der Ölfilm sei „sehr dünn und oberflächlich“ und offenbar unter Kontrolle, sagte Nicastro.
Spezialschiffe zum Absaugen ausgetretenen Öls seien in dem Gebiet, sagten Behördenvertreter im italienischen Fernsehen. Zuvor hatten Arbeiter Barrieren zur Eindämmung des Ölfilms wieder eingeholt. Die ursprünglich weißen Barrieren hatten sich grau verfärbt.
Bei der Suche nach weiteren Opfern sollte auch ein ferngesteuerter Unterwasser-Roboter eingesetzt werden. Foto: Luca Zennaro
Die Zahl der deutschen Toten nach dem Schiffsunglück ist auf sechs gestiegen. Foto: Luca Zennaro
Nach den neuesten Daten der Präfektur sind jetzt noch 16 Menschen verschollen, darunter sechs Deutsche. Foto: Luca Zennaro
Das Unglück geschah am 13. Januar vor der italienischen Insel Giglio. Foto: Luca Zennaro
Die Suche nach Vermissten in dem Wrack der «Costa Concordia» ist wegen schlechten Wetters vorerst unterbrochen worden. Foto: Luca Zennaro
Voraussichtlich bis Mittwoch wird man warten müssen, ehe das Abpumpen des gefährlichen Schweröls beginnen kann. Das Wetter soll bis Dienstag schlecht bleiben. Foto: Luca Zennaro
Im Inneren der Costa Concordia.
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Taucher suchen im Wrack der Costa Concordia noch immer nach knapp 30 Vermissten. Doch die Chance, im Bauch des havarierten Kreuzfahrtsschiffes noch Überlebende zu finden, schwindet von Stunde zu Stunde.
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Die „Costa Concordia“ war am Freitagabend mit mehr als 4.000 Menschen an Bord, darunter 566 Deutsche, nahe Giglio auf einen Felsen aufgelaufen und zur Seite gekippt.
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Die Rettungskräfte der italienischen Marine operieren von Schlauchbooten aus.
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Der Riss im Rumpf des Schiffes ist gewaltig. Ein Felsen hat das Metall auf mehreren Metern Länge aufgeschlitzt.
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Ein Taucher im Inneren des Wracks.
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Große Teile des Luxusliners stehen vollständig unter Wasser.
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Ein Taucher vor der Glocke des auf einen Felsen gelaufenen Schiffes. Foto: UFFICIO STAMPA GRUPPO CARABINIERI SUBAQUEI
Die Hilfsmannschaften befürchten ein komplettes Untergehen des auf der Seite liegenden Kreuzfahrtschiffes. Foto: Massimo Percossi
Auch eine Woche nach dem Unglück wird noch im Wrack des Schiffs nach Vermissten gesucht. Foto: Massimo Percossi
Das Wrack des gekenterten Kreuzfahrers vor der Insel Giglio. Foto: Massimo Percossi
Ein Hubschrauber über dem Wrack der "Costa Concordia". Foto: Massimo Percossi
Die Bergungsarbeiten sind schwierig, weil sich das Schiff stark zur Seite geneigt hat.
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Die Quergänge des Schiffes sind dadurch zu steilen Schächten geworden, unerklimmbar für eingeschlossene Passagiere.
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Die toskanische Feuerwehr ist mit einer Spürhundestaffel vor Ort.
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Die Hunde ins Schiff zu bringen, ist unter den aktuellen Bedingungen allerdings kaum möglich.
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Die Rettungskräfte müssen bei ihren Arbeiten immer das Wetter im Blick behalten, um nicht selbst in Gefahr zu geraten.
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Feuerwehrleute bereiten sich auf der Seite des Schiffes zum Abseilen vor.
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Eine Aufnahme der italienischen Küstenwache aus dem Inneren des Schiffs.
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Sowie hier weitere Außenaufnahmen des Wracks.
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Das Schiff liegt nur wenige Meter von der Küste entfernt auf Grund.
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Eigentlich hätte der Kapitän niemals so dicht am Ufer an der Insel vorbeifahren dürfen.
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Kapitänm Francesco Schettino hatte behauptet, ein Kartenfehler sei die Ursache für das Unglück gewesen.
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Der Felsen, den das Schiff traf, sei nicht in den Karten verzeichnet gewesen.
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Diese Darstellung bewerten Behörden und Seefahrtexperten allerdings als extrem unglaubwürdig.
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Zudem sind jetzt Mitschnitte von Telefonaten bekannt geworden, die den Kapitän weiter belasten.
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Die italienische Nachrichtenagentur Ansa veröffentlichte Zitate aus einem von den Blackboxen aufgezeichneten Telefonat zwischen Francesco Schettino und einem Offizier, der im Hafen der Insel Giglio Dienst hatte.
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Darin wird der schon kurz nach dem Unglück von Zeugen geäußerte Verdacht erhärtet, wonach der Kapitän früh von Bord gegangen war. Der Hafenmitarbeiter wies Schettino darin an, sich zurück auf das Schiff zu begeben.
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Demnach erreichte der Offizier Schettino um 1.46 Uhr auf dem Handy, als noch hunderte Menschen an Bord des sich langsam zur Seite neigenden Schiffes waren.
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Darin forderte der Mitarbeiter des Hafens: „Jetzt begeben Sie sich zum Bug, Sie klettern die Rettungsleiter hoch und leiten die Evakuierung!“
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Der Offizier wurde im Verlauf des Telefonats immer ungehaltener. „Sie müssen uns sagen, wie viele Leute da noch sind, Kinder, Frauen, Passagiere, die genauen Zahlen in jeder Kategorie!“, forderte er Schettino auf.
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„Was machen Sie? Geben Sie die Rettung auf?“, fragte der Offizier. „Nein, nein, ich bin da, ich koordiniere die Rettung“, antwortete Schettino, der von den Zeugen allerdings schon vor Mitternacht am Ufer gesehen wurde.
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Der Offizier sagte, es gebe „bereits Leichen“. „Wie viele?“, fragte Schettino zurück. Der Offizier darauf: „Das müssen doch Sie mir sagen! Was machen Sie? - Jetzt kehren Sie nach da oben zurück und sagen Sie uns, was wir machen können!“
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Schon 1.42 Uhr sagte der Kapitän in einem anderen Telefonat mit der Hafenmeisterei: „Wir können nicht mehr an Bord des Schiffes gehen, weil es zur Heckseite kippt.“ Der Offizier fragte völlig überrascht: „Kommandant, haben Sie das Schiff verlassen?“ Der Kapitän darauf: „Nein, nein, natürlich nicht!“
Der Leiter des italienischen Zivilschutzes, Franco Gabrielli, sagte auf einer Pressekonferenz, „die Verschmutzung der Umwelt findet bereits statt“. Auch wenn das Schweröl aus den Tanks noch nicht ausgelaufen sei, „dürfen wir nicht vergessen, dass Öle, Lösungs- und Reinigungsmittel an Bord sind - alles, was eine Stadt mit 4.000 Menschen braucht“, sagte Gabrielli in Bezug auf die über 4.200 Menschen an Bord der „Costa Concordia“.
Bei einem Besuch auf Giglio äußerte sich der deutsche Botschafter in Rom zuversichtlich, dass möglicherweise noch Überlebende aus dem Wrack geborgen werden könnten. „Die Hoffnung ist absolut da“, sagte Michael Gerdts am Samstag nach einem Treffen mit Gabrielli. Gleichzeitig sicherte er den italienischen Behörden weitere Unterstützung aus Deutschland zu. Bereits jetzt seien Beamte des Bundeskriminalamtes sowie Psychologen des Auswärtigen Amts vor Ort, um die Angehörigen der Vermissten zu betreuen, sagte Gerdts.
Schadensersatzforderungen von Passagieren erwartet
In Deutschland wollen nach dem Schiffsunglück weitere Passagiere Schadensersatzforderungen geltend machen. Zu den fünf Touristen, die bereits Ansprüche in Höhe von rund 100.000 Euro gestellt hätten, würden in der kommenden Woche wohl noch weitere hinzu kommen, sagte Opfer-Anwalt Hans Reinhardt am Samstag.
In den nächsten Tagen führe er Gespräche mit mehreren Touristen, die beabsichtigen, sich Geld zurückzuholen. Die bisherigen Forderungen kämen von zwei Ehepaaren und einer Frau aus Nordrhein-Westfalen. „Allein für die psychische Beeinträchtigung werden 2.500 Euro Schmerzensgeld pro Person geltend gemacht“, sagte Reinhardt.
Auf Kreuzfahrten hätten viele Touristen ihr gesamtes Hab und Gut dabei. „Schmuck, Kreditkarten, wichtige Dokumente - nach so einem Unfall ist alles weg“, erläuterte der Anwalt das Zustandekommen der Gesamtforderung von 100.000 Euro. Generell müssten Passagiere ihre Ansprüche innerhalb von vier Wochen nach einer Reise geltend machen.
In den USA droht dem Eigner der „Costa Concordia“ zudem eine Sammelklage. Die italienische Verbraucherschutzorganisation Codacons wolle gemeinsam mit zwei US-Kanzleien Klage gegen Costa Cruises einreichen, berichtete die britische Rundfunkanstalt BBC am Samstag. Sie verlangten für jeden Passagier eine Entschädigung von 160.000 Dollar (124.000 Euro). (dapd)
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