Am Ende hat der öffentliche Druck gewirkt. Dietrich Garlichs, der umstrittene Geschäftsführer von Unicef Deutschland, gibt auf. Der Mann, der für manch dubiose Geschäftspraxis, für eine katastrophale Öffentlichkeitsarbeit und den größtmöglichen Rufschaden seiner Organisation verantwortlich ist, gibt seinen Posten ab. Den Ausschlag hat offenbar die Tatsache gegeben, dass immer mehr Spender, vor allem Großspender, Unicef den Rücken kehrten. Und dass prominente Unterstützer des Kinderhilfswerks von Nina Ruge bis Eva Luise Köhler auf Distanz zur Geschäftsführung der Spendenorganisation gingen.
Der jetzt angekündigte Schritt ist wichtig, und er war überfällig. Nur mit einer personellen Erneuerung an der Spitze der deutschen Sektion kann es Unicef gelingen, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. Die neue Geschäftsführung muss die Kumpanei der alten Seilschaft aufbrechen, finanzielle Transparenz herstellen - und dafür sorgen, dass der Anteil der Spendengelder, die für die Verwaltung, für Öffentlichkeitsarbeit und andere interne Zwecke ausgegeben wird, erkennbar geringer wird. Der bisherigen Führung fehlte dazu nicht nur die Kraft, sondern bereits die Einsicht in die Notwendigkeit.
Die Affäre Unicef ist mit dem Rücktritt Garlichs nicht beendet. Aber der Rücktritt markiert immerhin den Anfang vom Ende dieser unappetitlichen Affäre. Im besten Fall kann sich Unicef Deutschland innerhalb weniger Monate rehabilitieren. Und wenn auch andere Spendensammler jetzt einen Moment innehalten und die eigenen Verhaltensweisen kritisch prüfen, dann hätte die öffentliche Debatte am Ende viel bewegt.