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Unicef: Garlichs schimpft auf Prüfer

Unicef-Geschäftsführer Dietrich Garlichs hat sich über den Bericht der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft beschwert. Mitarbeiter des UN-Kinderhilfswerks bekräftigen die Forderung nach seinem Rücktritt.

Geschäftsführer Garlichs und Vorsitzender Schlagintweit.
Geschäftsführer Garlichs und Vorsitzender Schlagintweit.
Foto: dpa/ddp

Unicef-Geschäftsführer Dietrich Garlichs hat sich über die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG beschwert, die er zuvor selbst mit der Prüfung der Vorwürfe gegen ihn beauftragt hatte. Das geht aus einem internen Schreiben hervor, das der FR zugespielt wurde. "Teilweise sind die von KPMG angemerkten Verstöße wirklichkeitsfremd, auch wenn sie formal richtig sind", kritisiert der Unicef-Geschäftsführer in dem Schreiben vom 25. Januar.

Garlichs ärgert sich in dem Brief über die Kritik der Prüfer daran, dass Unicef oft nur per E-Mail Aufträge vergeben habe. "Dies ist nach Auffassung der KPMG keine schriftlich getroffene Vereinbarung", beschwert sich Garlichs. Man habe mit KPMG "keine Gelegenheit" gehabt, "diese Ergebnisse zu diskutieren". "Ich bin überzeugt, wir hätten bei der KPMG dann ein wenig mehr Realitätssinn wecken können", schreibt der Unicef-Chef.

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Derweil bekräftigen Mitarbeiter des UN-Kinderhilfswerks die Forderung nach einem Rücktritt Garlichs'. "Haben Sie schon einmal daran gedacht, welchen Schaden Ihr Verhalten bei Unicef verursacht", fragt Klaus Hoppe von der Arbeitsgruppe Frankfurt am Main in einem offenen Brief an den Geschäftsführer. "Machen Sie den Weg frei für die notwendigen Veränderungen - treten Sie zurück!"

"Es ist nicht zu fassen", schreibt die Frau des Münchener Oberbürgermeisters, Edith von Weser-Ude, dem Vorstand, "die Vorsitzende tritt unter Protest wegen fehlender Transparenz zurück." Der Vorstand dürfe mit seiner "Wagenburgmentalität und Beschwichtigungsstrategie" nicht weitermachen, sondern müsse eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen. "Sollte bis Samstag, 9. Februar, keine entsprechende Einladung des Vorstands vorliegen", schreibt Welser-Ude, "sähe ich mich gezwungen, mich an alle Mitglieder direkt zu wenden und die notwendigen Stimmen gemäß der Satzung zu sammeln."

An Rücktritt denkt Unicef-Geschäftsführer Garlichs offenbar nicht. Weiter lässt er verbreiten, die Vorwürfe seien geklärt oder nicht so gravierend. Auch der frühere Vorsitzende Reinhard Schlagintweit, der nach Heide Simonis' Rücktritt wieder im Amt ist, stärkt seinem Freund Garlichs den Rücken. Diesem könne man außer einer "gewissen Großzügigkeit und Unbekümmertheit" nichts vorwerfen. Wie lange der Schulterschluss noch hält, ist fraglich. Aus Sicht des Cap-Anamur-Gründers Rupert Neudeck muss Unicef grundlegend reformiert werden. "Das schafft man nicht, indem man höchstbezahlte Funktionäre hat, die mit Diplomatenrechten in der Welt herumfahren", so Neudeck.

Autor:  MATTHIAS THIEME
Datum:  5 | 2 | 2008
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