Unicef-Komitee-Mitglied Edith von Welser-Ude will gegen den Willen des Unicef-Vorstands eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen.
Das sagte Welser-Ude, Frau des Münchener Oberbürgermeisters, der Frankfurter Rundschau. "Ich habe den Vorstand von Unicef aufgefordert, eine außerordentliche Mitgliederversammlung des Deutschen Komitees von Unicef einzuberufen. Dieses Komitee ist das oberste Kontrollorgan von Unicef und sollte dringend direkt darüber informiert werden, was alles vorgefallen ist", berichtete Welser-Ude.
Die kompletten Recherchen der Frankfurter Rundschau lesen sie in unserem Spezial.
Der Unicef-Vorstand beharre jedoch auf der jährlichen Versammlung im Juni. Deshalb werde sie nun "alle Mitglieder selbst anschreiben und ihnen sagen, dass der Vorstand bislang trotz meiner schriftlichen Bitte nicht bereit war, einzuladen. Er muss das aber tun, wenn dreißig Prozent der Mitglieder dies verlangen. Die würde ich dann schnell zusammen bekommen", meint Welser-Ude.
Das Komitee werde "benutzt als Abnickgremium von Leuten, die einen guten Ruf haben. Mit denen renommiert man und dann streut man ihnen Sand in die Augen", beklagte Welser-Ude in der FR.
Bei früheren Rechnungslegungen gegenüber der Mitgliederversammlung seien "die Kosten, die jetzt umstritten sind, nie aufgetaucht". "Die Art und Weise wie man jetzt weiter beschönigt, vertuscht und von ,kleinen Schlampereien redet, bei Honoraren von mehreren Hunderttausend Euro - das ist wirklich zynisch. Ich fand es unglaublich schäbig, auf einer Pressekonferenz zu sagen, wir haben nur ein Problem und das heißt Heide Simonis."
Geschäftsführer Dietrich Garlichs habe "eine unglaubliche Instinktlosigkeit, so mit Spendengeld umzugehen". Er solle "zurücktreten, weil er mit seinem selbstherrlichen Geschäftsgebaren Unicef ungeheuren Schaden zugefügt hat." Sie habe auch "zum Vorstand in seiner jetzigen Zusammensetzung kein Vertrauen mehr", sagte Welser-Ude.