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Unicef-Schatzmeister: Prüfberichte kosten Spendengeld

Das Kinderhilfswerk muss für KPMG-Berichte 250.000 Euro zahlen. Gleichzeitig prüft Unicef Genf die Verwendung von Stiftungsmitteln für Berater.

Die Krise hat das Kinderhilfwerk viele Spenden gekostet.
Die Krise hat das Kinderhilfwerk viele Spenden gekostet.
Foto: ddp

Frankfurt - Die Sonderberichte der Wirtschaftsprüfer KPMG kommen das Kinderhilfswerk Unicef teuer zu stehen. Man rechne mit Kosten von 250.000 bis 270.000 Euro, sagte Unicef-Schatzmeister Peter von der Heydt auf Anfrage der FR.

Das Gutachten der Prüfer hatte Unicef nach Bekanntwerden der Vorwürfe in Auftrag gegeben. Bezahlt werden muss es nun aus Spendengeld. "Wir haben nur Einnahmen aus Spenden", so von der Heydt, "deshalb müssen auch alle Kosten aus Spenden bestritten werden." Die Öffentlichkeit habe "Anspruch auf die Prüfung erhoben", so der Schatzmeister. "Jetzt müssen wir die KPMG bezahlen." Eine Rechnung hätten die Prüfer noch nicht gestellt, doch es seien rund 1000 Arbeitsstunden angefallen. Obwohl die KPMG dem Kinderhilfswerk 20 Prozent Rabatt eingeräumt habe, betrage die Summe rund eine Viertelmillion Euro, berichtete von der Heydt.

Neue Strukturen gefordert

Der Sondergesandte von Unicef-International, Philip O'Brien, habe strukturelle Veränderungen bei Unicef Deutschland angemahnt, sagte der Kommunikationsdirektor von Unicef Genf, Michael Klaus. O'Brien habe gefordert, dass der Geschäftsführer des deutschen Komitees künftig nicht mehr Mitglied des Vorstands sein solle. Zudem müsse die Aufsichtsfunktion des Vorstands gestärkt werden. Unicef Genf sei "besorgt um unseren Ruf", so Klaus.

Die Transaktion einer 500 000- Euro-Spende der Firma Lidl für Tsunami-Opfer in die Unicef-Stiftung prüfe man, so Klaus. Warum ein Berater von dieser Spende 30 000 Euro Provision bekam, versuche man zu klären. Ebenso prüfe Genf, warum ein anderer Berater, der rund 300 000 Euro bekam, teilweise aus Stiftungsmitteln bezahlt wurde.

Autor:  Matthias Thieme
Datum:  14 | 2 | 2008
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