Köln/Berlin (ddp) - Als Konsequenz aus der Spendenaffäre um das Deutsche Komitee für Unicef hat inzwischen der gesamte Vorstand der Organisation geschlossen seinen Rücktritt angekündigt. Eine neue Führung soll nach Unicef-Angaben auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 10. April in Berlin gewählt werden.
Interimsvorsitzende Reinhard Schlagintweit kündigte am Donnerstag in Köln an, dass alle amtierenden Vorstandsmitglieder ihre Ämter zur Verfügung stellen werden.
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"Ein neu gewählter Vorstand soll das Signal für den Neuanfang bei Unicef setzen. Die Organisation wolle das Vertrauen der Spender zurückgewinnen und die weltweite Arbeit von Unicef für Kinder und ihre Rechte wieder in den Blickpunkt zu rücken", erklärte Schlagintweit.
Nach monatelangen internen Querelen war dem Kinderhilfswerk im Februar vom DZI das Spendensiegel entzogen worden, unter anderem, weil es den Einsatz von provisionsabhängigen Spendenwerbern verschwiegen hatte. Schon zuvor hatten die Unicef-Vorsitzenden Heide Simonis und Geschäftsführer Dietrich Garlichs wegen der Affäre ihre Ämter zur Verfügung gestellt.
Der neue Vorstand könne auf bereits eingeleitete Reformen aufbauen. So werde der nächste Unicef-Geschäftsbericht eine ausführliche Finanzberichterstattung mit Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung enthalten. Struktur und Satzung von Unicef würden geprüft und verbessert.
Unicef war wegen undurchsichtiger Finanzgebaren in Kritik geraten geraten und bekam das Spendensiegel aberkannt. Deutschland-Vorsitzende Heide Simonis und Geschäftsführer Dietrich Garlichs hatten wegen Verschwendungsvorwürfe bereits ihre Posten geräumt.