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US-Wahl
Mitt Romney fordert Barack Obama bei der US-Wahl heraus

14. Dezember 2012

Rezension "Ihr Auftrag, Mr. President!": Präzise Analyse von Obamas Aufgaben

 Von Steve Kettmann
Nach der Wahl ist vor der eigentlichen Arbeit: Obama braucht die Republikaner, um seine Politik zu verwirklichen.  Foto: AFP

Unsere US-Korrespondenten Damir Fras, Daniel Haufler, Olivia Schoeller waren dabei, als Barack Obama für seine Wiederwahl kämpfte und auch siegte. Dank ihrer Recherchen und Analysen liegt nun ein E-Book vor, das vom amerikanischen Journalisten Steve Kettmann gelobt wird.

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Während des Jahrzehntes, das ich in Berlin gelebt und für New York Times oder die Huffington Post geschrieben habe, war ich oft von der deutschen Berichterstattung über die US-amerikanische Politik enttäuscht. Dabei mangelt es den Kollegen hier nicht an Kenntnissen oder Scharfsinn und auch nicht an Vorbereitung oder Einsatzfreude. Die Probleme sind ganz anderer Natur: Die deutschen Beobachter neigen entweder dazu, zu herablassend auf aktuelle Tendenzen in US-Gesellschaft und -Politik zu reagieren, oder sie sind zu respektvoll und leichtgläubig gegenüber den Analysen der führenden US-Medien.

Genau dieser Probleme sind sich die Autoren Damir Fras, Daniel Haufler und Olivia Schoeller zum Glück bewusst. In ihrem E-Book „Ihr Auftrag, Mr. President!“ analysieren sie so konzentriert wie einfallsreich die Chancen und Herausforderungen von Barack Obama in seiner zweiten Amtszeit als US-Präsident.

Das Buch

Zum Buch "Ihr Auftrag, Mr. President!" geht es hier lang. Damir Fras, Daniel Haufler, Olivia Schoeller: Ihr Auftrag Mr. President! Obamas zweite Chance. Campus E-Books, Frankfurt a.M. 2012, 5,99 Euro

Das wird schon relativ früh in ihrem Buch deutlich, wenn die Autoren Obamas Siegesansprache am Wahlabend als dessen mit Abstand beste Rede seit langem bewerten – gerade weil sie einen neuen Obama zeigte. Nicht den großspurigen Wahlkämpfer von vor vier Jahren und auch nicht den knallharten Kämpfer der letzten Monate, sondern den politischen Führer, der langfristig denkt und handelt: „Er habe aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt, sagt Obama. Versöhnen will er nun, zusammenarbeiten mit den Republikanern, die die Präsidentschaftswahl verloren haben, aber nicht die Möglichkeit, im Kongress seine Pläne zu blockieren“, schreiben die Autoren und verweisen dann auf eine Reminiszenz des Präsidenten zu seiner Rede beim Demokratischen Parteitag 2004: „Obama sagt: „Wir sind nicht so gespalten, wie es die Politik vermuten lässt. […] Wir sind mehr als nur eine Ansammlung roter und blauer Staaten. Wir sind die Vereinigten Staaten.“

Es steht viel auf dem Spiel

Es kann sein, dass andere deutsche Beobachter die Besonderheit von Obamas Rede auch erkannt haben. Doch wenn dem so wäre, bin ich sicher, dass es wie so oft in einem besserwisserischen Ton geschehen ist und mit dem Hinweis, dass diese Wandlung des Präsidenten doch selbstverständlich gewesen sei. Und damit wäre der Fall dann erledigt, nächstes Thema bitte.

Die Autoren dieses Buches gehen weit darüber hinaus, indem sie ausführlich und konzise die innen- und außenpolitischen Probleme der nahen Zukunft erläutern – und dabei zudem die wichtige Rolle der Republikaner mit in den Blick nehmen. So liefern sie die Grundlage, um nicht nur die Bedeutung der Siegesansprache zu erfassen, sondern auch, was in Obamas zweiter Amtszeit alles auf dem Spiel steht.

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Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
Countdown für Obama - das Weblog zur US-Wahl


Weblog: Countdown für Obama
US-Wahl

Seit 1788 wird der amerikanische Präsident alle vier Jahre gewählt. Seit 1845 ist der Tag der Entscheidung auf den Dienstag nach dem ersten Montag im November festgelegt, was die Wahl immer im Zeitraum von 2. bis 8. November stattfinden lässt.

Gleichzeitig wird auch ein Drittel des Senats und das Repräsentantenhaus gewählt. Häufig finden auch Wahlen auf Bundesstaatenebene am gleichen Wahltermin statt.

Das Wahlergebnis wird Anfang Januar durch den Kongress nach dessen ersten Zusammentreten festgestellt. Die Amtszeit des Präsidenten beginnt mit dem Tag der Amtseinführung, der seit 1937 auf den dem Wahltermin folgenden 20. Januar fällt.

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