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US-Wahl
Mitt Romney fordert Barack Obama bei der US-Wahl heraus

23. Oktober 2012

TV-Duell Obama und Romney: Keine Rede von Europa

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Mitt Romney (l.) und Barack Obama nach dem TV-Duell. Europa spielte in der außenpolitischen Themen gewidmeten Debatte keine RolleFoto: rtr/Lamarque

Barack Obama und Mitt Romney debattieren über Außenpolitik. Für sie heißt das: Iran, Israel, China. Europa spielt in der letzten TV-Debatte der US-Kandidaten keine Rolle. Das ist ein Fehler, auch mit Blick auf Amerikas Interessen.

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Berlin –  

Die Welt ist nicht sehr groß. Für amerikanische Präsidentschaftsbewerber besteht sie eigentlich nur aus dem Nahen und Mittleren Osten und China. 40 Mal, so schreibt Ed Krajewski von der Internet-Publikation reason.com, erwähnten US-Präsident Barack Obama und sein Herausforderer Mitt Romney in ihrer letzten TV-Debatte den Iran. Auch um Israel (34 Mal), Pakistan (25), Syrien (24 ), Irak (22) und Afghanistan (21) ging es häufiger. Und das Thema China - inklusive Wirtschaft und Arbeitsplätze - tauchte immerhin 32 Mal auf.

Praktisch, nicht wahr, dass es Leute gibt, die bei einer solchen Debatte gleich mitzählen? In diesem Fall war es ein Journalist namens Ed Krayewski, Mitarbeiter der libertären Internet-Publikation reason.com, dem wir für die Fleißarbeit danken.

Krayewskis Statistiken sollten uns Europäern heftig zu denken geben. Denn Europa spielte für beide Kandidaten überhaupt keine Rolle. Romney erwähnte die EU ein einziges Mal, und das auch nur in dem Kontext von EU-Sanktionen gegen Iran. Obama sprach einmal von Europa, als er die Allianzen aufzählte ("in Asien, in Europa, in Afrika"), die die USA eingegangen seien.

Natürlich hat diese Auslassung viel damit zu tun, dass es in Europa derzeit friedlich zugeht und Kriege an anderen Stellen des Globus die öffentliche Aufmerksamkeit beanspruchen. Wir Europäer sind nicht so viele, wir sind auch nicht so wichtig, wie wir manchmal denken. Eine solche TV-Debatte in den USA ist immer geeignet, uns Bescheidenheit zu lehren.

Kein Wort über die Euro-Krise

Trotzdem hatten beide Konkurrenten um das wichtigste Amt der Welt Unrecht, Europa zu ignorieren. Aus zwei Gründen: Einerseits ist da ja immer noch die Euro-Krise, die für die Welt fast genauso bedrohlich ist wie die Konflikte im Nahen Osten. Und andererseits werden die USA in Zukunft Europas Unterstützung wieder dringender brauchen, wenn sie erfolgreich Außen- und Sicherheitspolitik betreiben wollen.

Noch immer sind die Verbindungen zwischen Amerikanern und Europäern weit enger als die zu allen anderen Regionen der Welt - historisch, wirtschaftlich, weltanschaulich. Der Aufstieg Chinas bedeutet, dass die USA auf dem internationalen Parkett, bei den Vereinten Nationen und anderswo, gleichgesinnte Verbündete gut gebrauchen können.

Und dann ist da noch die Geldknappheit, die die Handlungsspielräume des nächsten US-Präsidenten brutal beschränken wird. Sicher, Europa ist im Zug der Euro-Krise ebenfalls im Schuldensumpf versunken. Dennoch wird der nächste US-Präsident versuchen müssen, die Europäer zur Übernahme von mehr internationaler Verantwortung zu bewegen. Wirklich schade, dass Obama und Romney darauf kein einziges Wort verwendet haben.

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Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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US-Wahl

Seit 1788 wird der amerikanische Präsident alle vier Jahre gewählt. Seit 1845 ist der Tag der Entscheidung auf den Dienstag nach dem ersten Montag im November festgelegt, was die Wahl immer im Zeitraum von 2. bis 8. November stattfinden lässt.

Gleichzeitig wird auch ein Drittel des Senats und das Repräsentantenhaus gewählt. Häufig finden auch Wahlen auf Bundesstaatenebene am gleichen Wahltermin statt.

Das Wahlergebnis wird Anfang Januar durch den Kongress nach dessen ersten Zusammentreten festgestellt. Die Amtszeit des Präsidenten beginnt mit dem Tag der Amtseinführung, der seit 1937 auf den dem Wahltermin folgenden 20. Januar fällt.

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